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Cookies (engl. für „Kekse“) sind kleine Textdateien, die beim Besuch einer Website auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Sie enthalten Browserdaten, mithilfe derer Sie sich gegenüber der Seite identifizieren können und sollen in erster Linie für mehr Komfort beim Surfen sorgen. In einigen Fällen sind die „Keks“-Dateien aber nicht nur unerwünscht, sondern können im schlimmsten Fall sogar richtig gefährlich werden. Hier erfahren Sie, welche Cookies Sie bedenkenlos erlauben können und warum Sie diese regelmäßig löschen sollten.

1. Guter Cookie – böser Cookie

Im Prinzip setzen alle Internetseiten, auf denen es interaktive Inhalte gibt oder die Werbung enthalten, Cookies. Diese sind per se nicht gefährlich, es gibt allerdings mehrere Arten, die man für unterschiedliche Zwecke einsetzt.

1.1. Session-Cookies

Gefährliche Cookies: Amazon Shopping auf einem Notebook

Für das Befüllen des Amazon-Warenkorbs oder beim Online-Banking kommen Session-Cookies zum Einsatz.

Mit Hilfe der „guten“ Session-Cookies können Sie auf einer Seite angemeldet bleiben und müssen Ihren Benutzernamen oder die Email-Adresse und das Passwort nicht erneut eingeben, wenn Sie wieder dorthin zurückkehren. Sie dienen dem kurzfristigen Speichern von Informationen und werden normalerweise beim Schließen des Browsers wieder gelöscht.

Session-Cookies enthalten in der Regel keine Hinweise auf Ihre Identität, sondern lediglich eine Session-ID, deren Gültigkeit mit dem Beenden der Verbindung zum Webserver erlischt. Sie dienen ausschließlich dazu, mehrere Nutzeranfragen auf einer Seite der entsprechenden Sitzung zuzuordnen. Session Cookies findet man beispielsweise beim Online-Banking oder zum Befüllen eines Warenkorbs auf einer Shopping-Seite verwendet.

1.2. Tracking-Cookies

Die „bösen“ Tracking-Cookies sammeln hingegen Informationen zu Ihrem Surfverhalten und geben diese an den Seitenbetreiber weiter. Dadurch ist dieser in der Lage, Ihnen personalisierte Inhalte zur Verfügung zu stellen.

Für Unternehmen und Web-Agenturen sind die durch Tracking-Cookies gewonnenen Informationen sehr wertvoll und gerade im Online-Geschäft von großer Bedeutung. Viele Nutzer sehen darin aber nichts anderes eine Art Spyware. Einschlägige Schutzprogrammen erkennen sie übrigens auch als solche.

Gut zu wissen: Session-Cookies sind in der Regel sogenannte „Erstanbieter-Cookies“  (also von der besuchten Seite selbst gesetzte Cookies), wohingegen „Drittanbieter-Cookies“ von anderen Webseiten (respektive Domänen) stammen.

2. Cookies erlauben oder löschen?

Hacker mit Spyglas

Für viele Nutzer sind Cookies nichts anders als Spyware und auch Hacker nutzen Sie gerne für Angriffe. Regelmäßiges Löschen ist daher auf jeden Fall Pflicht.

Grundsätzlich ist das Sammeln von Informationen auf Basis von Cookies nicht verwerflich, denn sowohl die Auswertung als auch die Personalisierung erfolgen anonymisiert. Genau da liegt aber auch die Krux. Denn mit der neuen Datenschutzverordnung vom Mai 2018 müssen die Nutzer bei allen Datenübertragungen vorab um Ihre Einwilligung gebeten werden. Viele Webseiten sind ohne diese Zustimmung nur eingeschränkt oder gar nicht mehr nutzbar.

Fehlerhafte und nicht ausreichend geschützte Cookies sind außerdem ein beliebtes Angriffs-Ziel von Hackern. In der Vergangenheit ist es bereits mehrfach gelungen, über verschiedene Sicherheitslücken in Cookies die persönlichen Daten unwissender Nutzer einzusehen und sogar zu stehlen.

Gut zu wissen: Im Zuge des NSA-Skandals von 2013 wurde publik, dass der Staat Google-Cookies zum Ausspähen von Nutzer-Informationen zweckentfremdete. Damit war es möglich, dediziert Spionagesoftware auf einzelnen Rechner zu platzieren.

Da sich nur schwer nachvollziehen lässt, wie viele Cookies sich tatsächlich auf Ihrem Rechner befinden, sollten Sie diese aus Sicherheitsgründen in regelmäßigen Abständen löschen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch eine Reihe von Browser-Einstellungen, mit denen Sie den Cookie-Missbrauch vermeiden und zugleich Hackern den unerlaubten Zugriff auf Ihre privaten Informationen erschweren können. Welche das sind und wo Sie diese in Firefox & Co. finden, zeigen wir Ihnen in diesem Tipp.

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Einfach erklärt: Sind Cookies gefährlich?
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