Festplatte säubern

In diesem Tipp erfahren Sie, wie Windows die Auslagerungsdatei nutzt, wie man Größe und Speicherort anpassen kann und ob eine Abschaltung der Auslagerungsdatei sinnvoll ist.

Die Auslagerungsdatei in Windows 10 wird normalerweise vom Betriebssystem verwaltet. In dem folgenden Tipp erklären wir Ihnen, wofür Windows die Auslagerungsdatei benötigt und wie man diese Datei vergrößern, verkleinern, verschieben und sogar deaktivieren kann.

  • Windows nutzt die Auslagerungsdatei als virtuellen Arbeitsspeicher.
  • Windows legt diese Datei versteckt auf das Systemlaufwerk mit dem Namen pagefile.sys.
  • Sie können die Größe und Position der Auslagerungsdatei selbst anpassen.

1. Dafür benötigt Windows die Auslagerungsdatei

Arbeitsspeicher kann man nie genug haben. Ein typischer Rechner mit Windows XP nutzte damals 512 MByte RAM, bei Windows 10 sind heute schon 4 GByte Arbeitsspeicher Standard. Laufende Programme, Hintergrundprozesse, geladene Dateien und Windows selbst belegen den Arbeitsspeicher. Würde Windows nur den physikalischen Arbeitsspeicher nutzen, müssten Sie, wenn der Arbeitsspeicher nicht ausreicht, Programme schließen, um ein neues Programm zu öffnen oder um mehrere Programme gleichzeitig auszuführen.

Genau hierfür kommt nun die Speicherverwaltung von Microsoft Windows ins Spiel. Windows nutzt eine Datei als virtuellen Arbeitsspeicher und lagert Inhalte vom echten Arbeitsspeicher, beispielsweise Programme aus dem Hintergrund, die aktuell nicht aktiv sind, oder derzeit nicht benötigte Bestandteile von Windows, in diese Datei aus. Daher kommt dann auch der Name: Auslagerungsdatei.

Windows passt die Größe der Auslagerungsdatei dynamisch an und verschiebt ständig Inhalte vom Arbeitsspeicher in die Auslagerungsdatei und umgekehrt, wenn ausgelagerte Inhalte wieder im echten RAM benötigt werden.

Auslagerungsdatei beim Herunterfahren leeren: Windows wird die Auslagerungsdatei beim Beenden nicht löschen. Wenn Sie eine erhöhte Sicherheit wünschen, können Sie die Auslagerungsdatei beim Herunterfahren aber doch löschen bzw. leeren lassen. Windows bietet hierzu in der Registry eine entsprechende Einstellmöglichkeit, welche wir in dem Tipp Auslagerungsdatei beim Herunterfahren löschen beschrieben haben.

Selbst mit ausreichend Arbeitsspeicher von beispielsweise 16 GByte benötigt Windows zeitweise die Auslagerungsdatei, wenn größere Berechnungen oder Druckvorgänge anstehen. Die ganze Speicherverwaltung von Windows ist auf die Nutzung eines größeren Speichers als der real verfügbare angewiesen.

Nicht ohne Auslagerungsdatei! Schalten Sie die Auslagerungsdatei nicht ab. Dies kann in Windows zu unerwarteten Problemen bis hin zum Absturz von Programmen oder Windows selbst führen.

1.1. So nutzt Windows die Auslagerungsdatei

Wie Windows die Auslagerungsdatei nutzt, können Sie sich im Task-Manager von Windows 10 auf der Registerkarte Leistung anzeigen lassen.

Der Task-Manager zeigt an, wie die Auslagerungsdatei in Windows 10 genutzt wird

Der Task-Manager zeigt an, wie die Auslagerungsdatei in Windows 10 genutzt wird.

In unserem Beispiel verfügt der Windows-PC über 16 GB Arbeitsspeicher. Windows nutzt ergänzend eine Auslagerungsdatei von 2,3 GB und so eine Gesamtgröße von 18,3 GB RAM. Aktuell sind 743 MB als virtueller Arbeitsspeicher ausgelagert.

Die Auslagerungsdatei ersetzt aber nicht eine zu geringe RAM-Ausstattung des PCs. Zugriffe auf die Auslagerungsdatei bremsen das System merklich aus, selbst wenn Sie statt einer Festplatte ein SSD verwenden. Wenn die Speicherauslastung von Windows 10 dauerhaft über 90 Prozent ist, sollten Sie eine Erweiterung des Arbeitsspeichers bei Ihrem Laptop oder Desktop-PC in Betracht ziehen.

Der Ressourcenmonitor ist zur Diagnose besser geeignet: Am unteren Rand vom Task-Manager finden Sie einen Link "Ressourcenmonitor öffnen". Hiermit öffnet Windows ein mächtiges Diagnosewerkzeug, mit dem Sie das Leistungsverhalten von Windows analysieren, und so eventuelle Engpässe wie zu wenig Arbeitsspeicher besser erkennen können. Wie sie dieses Analysewerkzeug richtig nutzen, lesen Sie in unserem Artikel Unbekanntes Multitalent – Der Ressourcenmonitor von Windows.

2. Hier finden Sie die Auslagerungsdatei

Die Auslagerungsdatei liegt normalerweise auf der Windows-Partition und trägt den Namen "pagefile.sys". Da es sich um eine versteckte Systemdatei handelt, müssen Sie über die Optionen im Windows Explorer erst das Ausblenden für versteckte Systemdateien deaktivieren.

Geschützte Systemdateien wie die Auslagerungsdatei in Windows 10 sind normalerweise im Explorer ausgeblendet.

Geschützte Systemdateien wie die Auslagerungsdatei in Windows 10 sind normalerweise im Explorer ausgeblendet.

Sobald Sie die Funktion zum Ausblenden von geschützten Dateien deaktiviert haben, können Sie die Auslagerungsdatei von Windows 10 als pagefile.sys sehen.

Die Auslagerungsdatei in Windows 10

Die Auslagerungsdatei in Windows 10

Neben der Auslagerungsdatei sehen Sie noch weitere Dateien wie hiberfil.sys und swapfile.sys. Die hiberfil.sys wird von Windows für den Ruhezustand und schnellen Windows-Start genutzt genutzt. Die Datei swapfile.sys dagegen ist eine mit Windows 8 eingeführte Zwischenspeicherdatei nur für Apps.

3. So können Sie die Größe und Speicherort der Auslagerungsdatei konfigurieren

Das Verhalten der Auslagerungsdatei wird bei Windows 10 noch immer in der Systemsteuerung unter "System" -> "Erweiterte Systemeinstellungen" vorgenommen.

Erweiterte Systemeinstellungen

Erweiterte Systemeinstellungen

Wechseln Sie im Fenster "Systemeigenschaften" auf die Registerkarte "Erweitert" und dort auf "Einstellungen" im Abschnitt "Leistung".

Im Abschnitt Leistung versteckt sich die Auslagerungsdatei

Im Abschnitt Leistung versteckt sich die Auslagerungsdatei.

Windows öffnet dann die Leistungsoptionen. Auf der Registerkarte "Erweitert" finden Sie endlich die Einstellmöglichkeiten unter "Virtueller Arbeitsspeicher".

Virtueller Arbeitsspeicher

Virtueller Arbeitsspeicher in den Leistungsoptionen

In der Standardeinstellung verwaltet Windows die Auslagerungsdatei selbstständig und legt diese nur auf das Systemlaufwerk.

Anpassung der Auslagerungsdatei in Windows 10

Sie können die Auslagerungsdatei in Windows konfigurieren.

Sie können die Auslagerungsdatei aber auch selbst verwalten, indem Sie den Haken bei "Auslagerungsdateigröße für alle Laufwerke automatisch verwalten" deaktivieren.

Sie können nun selbst festlegen, auf welchen Partitionen und in welcher Größe eine Auslagerungsdatei  angelegt wird. Ist beispielsweise Ihr Systemlaufwerk bereits sehr voll, macht das Verschieben der Auslagerungsdatei auf ein anderes Laufwerk Sinn.

Auslagerungsdatei auf SSD: Wenn Sie in Ihrem System über Festplatten und SSD verfügen, sollten Sie die Auslagerungsdatei auf das SSD legen. Der Zugriff ist hier sowohl im Lesen wie auch im Schreiben deutlich schneller. Die Lebensdauer der Speicherzellen auf einem SSD wird durch die Verteilung der Schreibvorgänge auf verschiedene Speicherzellen nicht merklich beeinträchtigt.

Wählen Sie dazu ein anderes Laufwerk aus und klicken Sie dann auf "Festlegen". Damit wird auf dem neuen Laufwerk (im Beispiel D) eine vom System verwaltete Auslagerungsdatei angelegt.

Auslagerungsdatei in Windows 10 anpassen Größe vom System

Auslagerungsdatei in Windows 10 - Die Größe vom System verwaltet.

Sie können auch selbst eine benutzerdefinierte Größe festlegen.

Sie können die Größe der Auslagerungsdatei in Windows 10 anpassen.

Sie können die Größe der Auslagerungsdatei in Windows 10 selbst einstellen.

Als Faustformel sollten Sie sich an dem empfohlenen Wert für die Mindestgröße orientieren, den Windows ganz unten angibt. In unserem Beispiel wären das 2900 MByte. Bei Systemen mit weniger RAM fallen die Werte höher aus. Wählen Sie die maximale Größe nicht zu gering, da es sonst zu Problemen bei großen Programmen oder Dateien kommen kann.

Unser Rat: Lassen Sie Windows die Größe der Auslagerungsdatei verwalten. Das System kann seine Leistung durch eine dynamische, selbst verwaltete Größe am besten optimieren.

Windows kann im Prinzip auf jedem Laufwerk eine Auslagerungsdatei nutzen, was aber nicht notwendig ist. Wenn Sie festgelegt haben, dass Windows ein weiteres Laufwerk für eine Auslagerungsdatei nutzt, können Sie die Auslagerungsdatei auf dem Systemdatenträger auch deaktivieren, indem Sie das Laufwerk (hier C) anwählen und "Keine Auslagerungsdatei" auswählen und die Angabe mit "Festlegen" bestätigen.

Sie erhalten dann eine Warnung als Hinweis, dass Windows nicht ohne Auslagerungsdatei genutzt werden sollte. Sie können die Warnung aber ignorieren, wenn Sie zuvor eine Auslagerungsdatei auf einem anderen Laufwerk festgelegt haben.

Warnung Auslagerungsdatei

Warnung beim deaktivieren der Auslagerungsdatei

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