Datum: | Artikel 2015

Wie schon von nLite (für 2000/XP/2003) und vLite (für Vista) bekannt, kann NTLite Basic die Installation von Windows 7, Windows 8.x und Windows 10 Technical Preview auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Das Tool entfernt überflüssige Windows-Komponenten, integriert Treiber, Windows Updates und auch Service Packs. NTLite Basic ist von Dino Nuhagic (nuhi), der auch die anderen Tools programmierte.

1.0 Grundsätzliches

Die Basic-Version ist Freeware für den Privatgebrauch und ist noch im Beta-Stadium (Stand: 01/15).

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Die Freeware-Version Basic kann Folgendes:

  • Entfernen von Windows-Komponenten wie Windows-7-Spiele, Media-Features, Microsoft .NET Framework
  • Integration von Windows Updates, Service Packs, Sprachpaketen oder Treibern
  • Windows-Einstellungen und Dienste ändern
  • Hardware Checkliste – zeigt an, welche Treiber auf eigener Hardware noch fehlen
  • Windows-Unattended-Unterstützung – bietet viele häufig verwendete Optionen auf einer einzigen Seite an, um Windows für eine unbeaufsichtigte Installation vorzukonfigurieren

Es gibt neben der Basic-Version die kommerziellen Versionen Home, Professional und Business, die noch mehr Features beinhalten. Eine Vergleichstabelle können Sie auf dieser Seite einsehen.

NTLite Basic können Sie aus unserem Softwarearchiv herunterladen.

2.0 Installation

Das Tool erfordert kein Microsoft .NET Framework oder Sonstiges wie die Vorgänger. Nach dem Download der NTLite_setup.exe rufen Sie die „Eigenschaften“ auf, unter der Registerkarte „Allgemein“ klicken Sie auf den Button „Zulassen„, dann auf „Übernehmen“ und noch auf „OK“.

02.NTLite-Basic

Eigenschaften der NTLite Basic

Danach führen Sie die NTLite_setup.exe mit Rechtsklick als Administrator aus. Im Setup können Sie sich entscheiden, ob Sie NTLite Basic normal unter „C:\Program Files\“ installieren oder als Portabel-Fassung in einen extra dafür angelegten Ordner kopieren wollen. Geben Sie bei „Ziel-Ordner wählen“ den neu angelegten Ordner an, in den die Portabel-Fassung kopiert werden soll. Wollen Sie NTLite Basic ganz normal installieren, belassen Sie den Pfad in der Zeile „C:\Program Files\NTLiteBasic\NTLite“.

03.NTLite-Basic

Ziel-Ordner wählen

Nach „Weiter“ aktivieren Sie „Portable Mode“ für die Portabel-Fassung – für die Installer-Version darf die Option nicht aktiviert sein.

NTLite-Basic

Setup: Portable Mode

Nun müssen Sie nur noch die „Free“ bestätigen und es kann losgehen. Da NTLite regelmäßig updatet, kann es sein, dass der nachfolgende Dialog nicht mehr vorhanden ist.

NTLite-Basic

Free

3.0 Die Oberfläche

Die Oberfläche ist einfach gehalten, übersichtlich ohne Schnickschnacks – und sie hat alles, was man für eine angepasste Installations-DVD braucht.

NTLite Basic Oberfläche - Target

NTLite Basic Oberfläche – Target

Unter der Registerkarte „File“ können Sie über „Check for updates“ nach einer neuen Version suchen.

4.0 Die Vorgehensweise – Target (Ziel)

Es ist egal, ob Sie eine DVD-Scheibe oder eine ISO-Datei haben, die angepasst werden soll. Unter Windows 8.x können Sie die ISO mit Rechtsklick „Bereitstellen“ (oder einfach entpacken) und den Ordnerinhalt auf Ihre Festplatte in einen extra dafür angelegten Ordner kopieren (damit Sie die Daten wiederfinden). Haben Sie eine DVD, legen Sie Ihr Medium ins DVD-ROM-Laufwerk ein und kopieren den Inhalt ebenfalls in einen extra dafür angelegten Ordner. Über „Add“ – „Image folder“ von NTLite Basic fügen Sie dann den kompletten neu angelegten Ordner zum Bearbeiten ein. Unter „Image history“ sehen Sie den Pfad und die Editionen, die auf der DVD/ISO enthalten sind. Im diesen Pfad wird später die NTLite.log abgespeichert.

Hinweis: Das Tool benötigt zwingend eine install.wim auf dem Datenträger. Downloadversionen von Windows 8.x nutzen dagegen eine install.esd. Um das Problem zu lösen, muss die install.esd mit dem Tool ESD File Converter in eine install.wim umgewandelt werden.

NTLite-Basic

Ordner Windows 7 hinzugefügt

Statt des Ordners können Sie auch nur die install.wim aus dem Ordner „sources“ über „Add“ – „Image file (WIM)“ hinzufügen.

NTLite-Basic

install.wim von Windows 8.1 hinzugefügt

Markieren Sie die Edition, die Sie anpassen möchten, und klicken Sie dann auf „Load„.

NTLite-Basic

Auswahl treffen und Load

NTLite Basic lädt dann das Image zum Bearbeiten. Unter „Status“ sehen Sie in Prozent, wie weit NTLite Basic das Image geladen hat.

NTLite-Basic

NTLite Basic lädt das Image

Nach ein paar Sekunden ist das Image bereit, erkennbar an dem grünen Punkt vor dem Eintrag und an dem Status „Loaded“.

NTLite-Basic

Image bereit zum Bearbeiten

5.0 Die neuen Rubriken

Auf der linken Seite sind nun neue Rubriken zu „Target“ hinzugekommen.

  • Removals – Hier können Sie überflüssige Sprachpakete, Treiber, Hardware-Support, Multimedia-Komponenten, Netzwerke oder Dienste entfernen.
  • Features – Hier können Sie Windows-7-Spiele, Media-Features, Microsoft .NET Framework, Windows PowerShell, Windows-Suche und auch den Internet Explorer entfernen, die unter „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ (Win8) bzw. „Windows-Funktionen aktivieren oder deaktivieren“ (Win7) zu finden sind.
  • Updates – Hier können Sie Updates, Service-Packs und Sprachpakete einbinden.
  • Drivers – Hier können Sie auf die eigene Hardware abgestimmte Treiber hinzufügen. NTLite Basic zeigt mit der „Hardware Checkliste“ sogar an, welche Treiber der eigenen Hardware noch fehlen.
  • Settings – Hier können benutzerdefinierte und maschinenbezogene Einstellungen angepasst sowie Dienste bearbeitet werden.
  • Unattended – Windows vorkonfigurieren für eine unbeaufsichtigte Installation
  • PostSetup – Nach der Installation Ausführung von Befehlen, Batch und Anwendungsinstallationen
  • Apply – (Anwenden) Hier können noch Einstellungen gespeichert werden (Log-Datei erstellen, Image exportieren, Änderungen am Image speichern, Backup anlegen), bevor Sie auf „Start“ klicken und Ihre neue angepasste Windows-ISO erstellt wird.

6.0 Removals

Wenn Sie nun auf „Removals“ klicken, bekommen Sie evtl. noch einen Warnhinweis, dass Sie vorsichtig sein sollen. NTLite Basic übernimmt keine Garantie.

NTLite-Basic

Warnhinweis

Ziehen Sie das Fenster mit der Maus groß, damit Sie alles lesen können, oder fahren Sie mit der Maus über einen Eintrag, der nicht komplett zu sehen ist, damit er Ihnen vollständig angezeigt wird. Erweitern Sie zum Beispiel den Zweig „Accessories“, damit Sie die weiteren Zubehör-Einträge sehen können. Am rechten Bildschirmrand sehen Sie, wie viel Platz die einzelnen Komponenten benötigen.

NTLite-Basic

Removals

Zum Entfernen der Komponenten deaktivieren Sie die Einträge. Hellblaue Einträge, wie im Zweig „Accessories“, sind für die lizenzierte Version geschützt und nicht entfernbar. Schließen Sie den Zweig „Accessories“ wieder und erweitern Sie „Drivers“. Sie können beispielweise alle Druckertreiber auf einmal deaktivieren (entfernen) oder Sie erweitern „Drucker“ und entfernen nur spezielle Druckertreiber.

NTLite-Basic

Removals – Alle Druckertreiber entfernen

Removals - Nur spezielle Canon-Drucker-Treiber entfernen

Removals – Nur spezielle Canon-Drucker-Treiber entfernen

7.0 Features

Die Einträge unter „Features“ kommen Ihnen bestimmt bekannt vor. Das sind die Einträge von „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ (Win8) bzw. „Windows-Funktionen aktivieren oder deaktivieren“ (Win7). Was Sie später auf Ihrer neuen DVD nicht haben möchten, deaktivieren Sie.

NTLite-Basic

Features – von Windows 8.1

8.0 Updates

Updates und Service-Packs sowie Sprachpakete können hier hinzugefügt und dann später in die neue DVD eingebunden werden. Lassen Sie das Fenster offen oder minimieren Sie NTLite Basic.

Um sich die Updates, Service-Packs oder Sprachpakete herunterzuladen, holen Sie sich das Tool „Windows Hotfix Downloader“ (WHD). Es muss nicht installiert werden. Legen Sie sich einen Ordner für WHD an und entpacken das Tool. Führen Sie WindowsHotfixDownloader.exe als Administrator aus.

Im Hauptfenster klicken Sie auf den gelben Ordner (1) und geben einen Pfad an, unter dem die Updates gespeichert werden sollen. Am besten geben Sie den Pfad an, unter dem auch WDH liegt. Danach klicken Sie auf das Symbol „Update Lists“ (2) und wählen Ihr Betriebssystem und die Architektur aus. Es passiert nicht viel, im Menü steht immer noch „Select Updates“, aber das Dropdown-Menü ist nun aktiv.

NTLite-Basic

WHD – Betriebssystem und Architektur auswählen

Klicken Sie auf den kleinen „nach-unten-Pfeil“ des Dropdown-Menüs und wählen abermals Ihr Betriebssystem und die Architektur aus. Nun noch ein Klick auf den gelben Stern „Downloader“ und WHD lädt die Updates in verschiedenen Kategorien herunter.

NTLite-Basic

WHD – Dropdown-Menü

Erweitern Sie die Kategorien (auf der rechten Seite) und aktivieren Sie die Updates, die Sie in Ihre neue DVD einbinden möchten.

NTLite-Basic

WHD – Kategorien erweitern

Wenn Sie einen Eintrag markieren (nicht aktivieren), können Sie über „KBArticle“ mehr über das Update erfahren. Es öffnet sich die Microsoft-Webseite zu dem KB-Eintrag. Haben Sie Ihre Auswahl getroffen, klicken Sie den „Downloadbutton“ unten links an. Die Updates werden in den Ordner heruntergeladen, den Sie zu Anfang angegeben haben.

NTLite-Basic

WHD – Updates downloaden

Schließen Sie WHD und kehren Sie zu NTLite Basic zurück. Über „Add“ – „Package files“ können Sie einzelne Updates einfügen. Haben Sie mehrere Updates, wählen Sie „Add“ – „Folder and subfolders found packages“ und den Ordner, den Sie bei WHD als Pfad für Updates angegeben haben. NTLite Basic erkennt die Updates im Ordner und fügt diese (ohne Ordner) ins Fenster ein.

NTLite-Basic

NTLite Updates – Updates eingefügt

Erlaubt sind bei NTLite Basic Microsoft Cabinet File (*.cab), Microsoft Windows Update Package (*.msu), Microsoft Windows Updates (*.mum) und Microsoft Language Interface Pack (*.mlc).

9.0 Drivers

Hier können Sie eigene Treiber (*.inf) hinzufügen. Nebenbei checkt NTLite Basic auf der entpackten DVD/ISO, welche Treiber fehlen. Dem alten Drucker Lexmark fehlten die Treiber und NTLite Basic markierte dies mit „Missing“ (fehlt) in Rot. Als die Lexmark-Treiber hinzugefügt wurden, änderte sich der Eintrag in „Found“ (gefunden). Sie können Ordner auswählen, die *.inf Dateien beinhalten, NTLite Basic erkennt automatisch die inf-Treiber im Ordner und bindet sie ein.

NTLite-Basic

Drivers – Treiber einbinden (*.inf)

10.0 Settings

Es gibt 2 Optionen unter „Settings“: „Für alle Benutzer“ (All users) oder „systemweit“ (Machine).

Benutzerdefinierte Einstellungen sind zum Beispiel die Abschaltung von Autoplay oder die Aktivierung der klassischen Systemsteuerung. Sie können die Einträge voreingestellt belassen, aktivieren oder deaktivieren.

NTLite-Basic

Settings – All users

Systembezogene Einstellungen sehen zuerst etwas mager aus, aber wenn Sie „Services“ erweitern, sehen Sie alle Dienste, die auch unter „services.msc“ in Windows zu finden sind.

NTLite-Basic

Settings – Machine

Wie Sie es auch auf dem üblichen Weg unter „Dienste“ kennen, können Sie diese auf manuell, automatisch oder deaktiviert stellen. Der Starttyp „Boot“ und „System“ sollte nicht verändert werden.

NTLite-Basic

Settings – Machine – Services

11.0 Unattended

Unter „Unattended“ können Sie Windows vorkonfigurieren für eine unbeaufsichtigte Installation. Dadurch wird eine Windows-Installation ohne Rückfragen möglich. Standardmäßig ist der Punkt „Default“ aktiviert, erst wenn Sie den Punkt „Enable“ aktivieren, können Sie die Seite bearbeiten.

NTLite-Basic

Unattended – Enable

Erweitern Sie die Oberbegriffe, die Sie interessieren. Lesen Sie die Einträge wie eine Frage, beispielweise „Skip EULA page?“ (EULA-Seite überspringen?). Für Ja wählen Sie „true“, für Nein „false“.

NTLite-Basic

Unattended – true oder false

Bei anderen Einträgen können Sie direkt die „Antwort“ eingeben, zum Beispiel „Computername“ oder „Produktschlüssel“.

NTLite-Basic

Unattended – Produktkey eintippen

12.0 Post-Setup

Nach der Installation von Windows können Sie einmalig nach dem ersten Login noch Befehle ausführen lassen – z.B. Windows PowerShell-Skript, Batch-Datei, exe- oder msi-Installation, cmd-Befehl oder eine Reg-Datei. Erlaubt sind *.exe, *.msi, *.reg, *.ps1, *.ps2, *.bat, *.cmd und *.com mit Parameter. Post-Setup wird allgemein nur im Zuge von Windows-Neuinstallationen auf einem Computer verwendet.

NTLite-Basic

Post-Setup

13.0 Apply

Überprüfen Sie die aufgeführten Einträge und ändern Sie sie ggf. noch ab. Aktivieren Sie „Save changes to image“, „Export image“ und „Backup preset“. Wenn Sie dann „Create ISO image“ aktivieren, öffnet sich ein neues Fenster, in dem Sie einen Zielordner auswählen sollen für die NTLite.ISO. Nach Auswahl des Zielordners und „Speichern“ wird noch nach einer neuen Beschriftung für die ISO-Datei gefragt – gespeichert wird die ISO aber unter „NTLite.ISO“.

ISO Label

ISO Label

Klicken Sie „Start“ und nach „Start applying changes?“ auf „Yes“.

Apply

Apply

Warten Sie, bis alle Fortschrittsbalken fertig sind und alle Tasks grüne Punkte erhalten.

NTLite-Basic

Apply – Fortschrittsbalken

Grüne Einträge melden Erfolge, rote Einträge in der Anzeige werden erstmal übersprungen. Wichtig zum Schluss ist, dass alle Einträge in der Auflistung grün sind, dann wurde die Windows-DVD korrekt erstellt.

Die NTLite.log finden Sie unter dem Pfad, an dem Sie die DVD/ISO entpackt haben (Target – Image history).

NTLite-Basic

Apply – Done

Nun können Sie sich ganz einfach eine DVD brennen oder sich einen USB-Installations-Stick einrichten.

Fazit

Obwohl das Tool noch im Beta-Stadium ist, hat es einwandfrei und schnell gearbeitet. Mehrere Updates wurden durchgeführt (Versionsstand: 1.0.0 Build 2420), durch die Auto-saved-Session wurden aber die bereits geänderten Einstellungen beibehalten. Man kann sich also Zeit lassen und in Ruhe alles durchgehen, um eine perfekte, angepasste Windows-DVD zu erstellen.

Artikellogo: NTLite

5 Antworten auf “Angepasste Installations-DVD für Windows 7 und Windows 8.x mit dem Tool NTLite Basic erstellen”

  1. Thomas

    Hallo,
    Programm sehr übersichtlicht. Sieht sehr gut aus! Habe nLite damals bei XP gerne genutzt.
    Aktueller Stand: nLite erkennt die Win7.iso nicht. Testweise hab ich diese entpackt und scheint (Daten und setup.exe vorhanden) i.O. zu sein.
    Dateiname: X15-65813_Isoimage von Win7 64 bit
    Dateityp: ISO-Datei
    Größe: 3.117.446 KB
    Daran was nio?
    Toti

  2. Andre

    Hallo Ich habe das hier Gerade auch gemacht weil Windows 3 mal Alles Updates Wieder deinstalliert hat.

    Ich hab mir die Windows 7 x64 Runtergeladen und mit dem Windows Tool einen Bootbaren USB Stick gemacht.

    Das war aber schon im November 2015

    Und Heute dieses Anleitung Gefunden Danke dafür.

    Das Programm hat Einfach gleich denn Bootbaren Stick angenommen, hab bei Chip mir das 2gb Updates Packet runter geladen und eben alles Vereint hoffe das es geklappt hat. 🙂 Das Programm Arbeitet Noch 🙂

  3. Micha

    Habe es mit Ntlite und dem aktuellen Chip Update Paket testweise versucht. Variante A- x64- Gesamtpaket zu groß für eine DVD. Variante B- x86 ging soweit alles durch, aber im letzten Schritt der Win Testinstallation dann Fehlschlag.

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