Digitaler Alltag: Wie Computer, Smartphone und Sitzen sich auf die Gesundheit auswirken

Digitaler Alltag: Wie Computer, Smartphone und Sitzen sich auf die Gesundheit auswirken

Viele Menschen mit sitzenden Tätigkeiten arbeiten am Laptop, beantworten Nachrichten auf dem Smartphone, lesen Nachrichten auf dem Tablet und verbringen den Abend vor dem Fernseher. Digitale Geräte verbinden uns mit der Welt. Sie haben aber einen problematischen Nebeneffekt, weil sie eine Lebensweise ermöglichen, bei der man sich kaum noch bewegt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass langes Sitzen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und einige Krebserkrankungen verbunden ist.

Vom Bürostuhl aufs Sofa

Früher war körperliche Aktivität ganz selbstverständlich in den Alltag eingebunden. Man ging mehr zu Fuß, musste körperlich arbeiten und saß selten herum. Heute kann man dagegen fast alles im Sitzen erledigen.

Der Computer ist ein gutes Beispiel. Wer beruflich schreibt, programmiert, recherchiert oder Meetings per Videokonferenz absolviert, kann viele Stunden praktisch ohne Bewegung verbringen. Selbst die Wege zum Drucker oder in die Kantine fallen im Homeoffice weg.

Nach Feierabend geht das digitale Leben weiter. Ein paar Nachrichten auf dem Smartphone, ein Video auf YouTube, eine Serie bei Netflix oder eine Stunde Minecraft wirken zunächst harmlos. Zusammengenommen werden daraus viele Stunden im Sitzen.

Dabei sollte man zwei Dinge unterscheiden: Bewegungsmangel und langes Sitzen sind nicht dasselbe. Auch jemand, der viel Sport treibt, kann einen großen Teil seines Alltags im Sitzen verbringen.

Wenn gesunde Bewegung einfach wegfällt

Regelmäßige Bewegung beeinflusst das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel, den Blutdruck und das psychische Wohlbefinden.

Ein typisches Problem des digitalen Lebensstils besteht darin, dass Bewegung normalerweise nicht durch eine bewusste Entscheidung verschwindet. Es passiert einfach. Der Aufzug ersetzt die Treppe, die Online-Bestellung den Weg zum Geschäft und die Videokonferenz den Gang ins Besprechungszimmer.

Rücken, Nacken und Augen spüren die Bildschirmzeit

Neben langfristigen Gesundheitsrisiken gibt es Beschwerden, die viele Betroffene unmittelbar bemerken. Stundenlanges Sitzen kann beispielsweise Verspannungen und Fehlhaltungen begünstigen. Besonders ungünstig wird es, wenn der Arbeitsplatz ergonomisch schlecht eingerichtet ist.

Auch die Augen leiden unter langen Bildschirmphasen. Ständiges Nahsehen, seltenes Blinzeln und eine ungünstige Beleuchtung führen zu müden oder trockenen Augen. Regelmäßige Pausen helfen dabei, diese Belastung zu reduzieren.

Eine einfache Regel lautet: Nicht darauf warten, dass der Körper protestiert. Lieber regelmäßig aufstehen, ein paar Schritte gehen, die Haltung verändern oder aus dem Fenster schauen.

Belastungen durch das Smartphone

Das Smartphone ist immer griffbereit und liefert ständig neue Reize. Nachrichten, E-Mails, Reaktionen auf sozialen Netzwerken und andere Benachrichtigungen führen dazu, dass wir immer wieder auf das Display schauen.

Das kann die Konzentration beeinträchtigen und erzeugt den Eindruck, ständig erreichbar sein zu müssen. Besonders am Abend erschwert die intensive Smartphone-Nutzung das Abschalten.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Digitale Angebote sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Stress gehört zum digitalen Lebensstil

Auch ständige Erreichbarkeit und mentaler Stress haben Auswirkungen auf die Gesundheit. E-Mails kommen am Abend, Nachrichten am Wochenende und viele Menschen denken in ihrer Freizeit an berufliche Aufgaben.

Das Smartphone und der Computer verursachen nicht automatisch Stress. Entscheidend ist der Umgang damit. Klare Zeiten ohne berufliche Kommunikation helfen dabei, die Freizeit von der Arbeit abzugrenzen.

Auch die Sexualität kann betroffen sein

Bewegungsmangel, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und psychischer Stress können sich auch auf die Sexualität auswirken. Bei Männern können diese Faktoren beispielsweise mit Erektionsproblemen in Zusammenhang stehen.

Potenzprobleme sind ein Frühwarnsystem für körperliche oder psychische Beschwerden. Obwohl moderne Medikamente, beispielsweise Sildenafil in einer niedrigen Dosierung von 25 mg, Erektionsprobleme in vielen Fällen lindern können, ist es wichtig, die Ursachen ärztlich abklären zu lassen und bei wiederkehrenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Bewegung muss nicht anstrengend sein

Niemand muss zum Leistungssportler werden, um den digitalen Alltag gesünder zu gestalten. Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied. Ein Spaziergang in der Mittagspause, die Treppe statt des Aufzugs, ein kurzer Weg zu Fuß oder ein paar Minuten Gymnastik zwischen zwei Aufgaben bringen Aktivität in einen sitzenden Tag.

Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche oder alternativ 75 bis 150 Minuten intensives Training. Zusätzlich wird Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche empfohlen.

Dabei muss man nicht ins Fitnessstudio gehen. Radfahren, zügiges Gehen, Wandern oder Gartenarbeit zählen ebenfalls.

Kleine digitale Auszeiten

Der vielleicht wichtigste Schritt besteht darin, den eigenen Alltag überhaupt einmal bewusst zu beobachten. Wie viele Stunden sitzt du täglich? Wie oft greifst du zum Smartphone? Wie viel Zeit verbringst du draußen oder gehst zu Fuß?

Schon ein paar kleine Veränderungen helfen der Gesundheit: Steh regelmäßig vom Schreibtisch auf. Geh zu Fuß. Unterbrich längere Sitzphasen. Lass das Smartphone in der Tasche. Und plane Bewegung als festen Bestandteil des Alltags ein.

Was den Computer und das Smartphone betrifft, lautet die entscheidende Frage: Bestimmt die digitale Welt unseren ganzen Tagesablauf?

Ein gesunder digitaler Lebensstil bedeutet, Technik so zu nutzen, dass neben der Bildschirmzeit auch Bewegung, Erholung, Schlaf und echte Begegnungen ihren Platz behalten.

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