Laptop mit Warenkorb und Kreditkarte auf einem Schreibtisch

Sicher online bezahlen: 7 Methoden im Praxis-Check

Beim sicheren Bezahlen im Internet geht es nicht nur darum, ob die Daten verschlüsselt übertragen werden. Die wichtigere Frage lautet: Was passiert, wenn die Ware nie ankommt oder das Geld unberechtigt abgebucht wird? Genau darin unterscheiden sich die Methoden zum Bezahlen erheblich. Wer regelmäßig online einkauft und dabei auch Karten nutzt, findet unter aktuelle Kreditkarten im Vergleich eine Übersicht der Anbieter und ihrer Schutzmechanismen.

Fünf verbreitete Annahmen über sicheres Bezahlen halten einer Prüfung nicht stand.

Mythos 1: „Das Schloss im Browser bedeutet, der Shop ist seriös"

Das Schloss zeigt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Ihre Daten können auf dem Weg zum Händler also nicht mitgelesen werden. Über die Seriosität des Shops sagt es nichts aus.

Auch Betrüger nutzen HTTPS, weil Zertifikate kostenlos zu bekommen sind. Ein Fake-Shop mit Schlosssymbol ist heute die Regel, nicht die Ausnahme.

Diese Merkmale sind aussagekräftiger:

  • Vollständiges Impressum. Firmenname, Anschrift, Handelsregisternummer und Umsatzsteuer-ID müssen vorhanden sein. Ein Postfach allein genügt nicht.
  • Erreichbarer Kundenservice. Eine Telefonnummer, die tatsächlich jemand abnimmt.
  • Realistische Preise. Ein iPhone für 300 Euro ist kein Schnäppchen, sondern ein Warnsignal.
  • Mehrere Zahlungsmethoden. Bietet ein Shop nur Vorkasse per Überweisung an, ist Vorsicht geboten.
  • Echte Bewertungen. Prüfen Sie, ob die Rezensionen unterschiedlich formuliert sind und auch Kritik enthalten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt in seinen Empfehlungen zum Onlineshopping weitere Hinweise, woran sich unseriöse Angebote erkennen lassen.

Mythos 2: „Vorkasse ist sicher, weil ich die Kontrolle habe"

Das Gegenteil trifft zu. Bei der Zahlung per Überweisung im Voraus geben Sie Ihr Geld aus der Hand, bevor Sie irgendetwas erhalten haben. Kommt die Ware nicht, hilft nur der Rechtsweg, und der lohnt sich bei kleinen Beträgen selten.

Ein Vergleich der gängigen Zahlungsmethoden nach Schutzniveau:

ZahlungsmethodeSchutz für KäuferGeld zurück bei Problemen
Kauf auf Rechnungsehr hochSie zahlen erst nach Erhalt
PayPal (Waren und Dienstleistungen)hochKäuferschutz, 180 Tage
KreditkartehochChargeback über die Bank
LastschriftmittelRückbuchung binnen 8 Wochen
Sofortüberweisungniedrigkein eigener Schutz
Vorkasse per Überweisungsehr niedrignur über Rechtsweg
Geschenkkarten und GutscheincodeskeinerGeld ist verloren

Die Zahlungsmethode entscheidet darüber, wie leicht Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Der Kauf auf Rechnung bleibt die sicherste Variante, um online zu bezahlen. Sie prüfen die Ware und bezahlen erst danach. Viele Händler bieten diese Option allerdings nur bei guter Bonität an, oft neben PayPal und Lastschrift.

Mythos 3: „PayPal schützt mich immer"

Der PayPal-Käuferschutz greift nur unter bestimmten Bedingungen, und die kennen viele Nutzer nicht.

Der Schutz gilt für die Option „Waren und Dienstleistungen", nicht wenn Sie mit PayPal an Freunde und Familie bezahlen. Genau diese Unterscheidung nutzen Betrüger: Sie bitten darum, die Freundschaftsoption zu wählen, weil dabei keine Gebühren anfallen. Wer darauf eingeht, verliert jeden Schutz.

Nicht abgedeckt sind außerdem:

  • Fahrzeuge, Immobilien und individuell angefertigte Artikel
  • Käufe, die Sie persönlich abholen
  • Beschwerden, die später als 180 Tage nach der Zahlung eingereicht werden
  • Streitigkeiten über die Qualität digitaler Inhalte in bestimmten Fällen

Innerhalb dieser Grenzen funktioniert der Käuferschutz zuverlässig. Mit PayPal bezahlen rund 65 Prozent der Nutzer im deutschen Onlinehandel, was auch daran liegt, dass das Verfahren im Streitfall pragmatisch abläuft.

Mythos 4: „Mit der Kreditkarte gebe ich zu viele Daten preis"

Bei der Kreditkarte übermitteln Sie Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer an den Händler. Das klingt riskant, wird aber durch zwei Mechanismen entschärft.

3D Secure. Seit der Zahlungsdiensterichtlinie ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung Pflicht. Jede Zahlung muss zusätzlich in der Banking-App oder per TAN bestätigt werden. Ohne diese Bestätigung geht die Zahlung nicht durch, selbst wenn jemand Ihre Kartendaten hat.

Chargeback. Kommt es zu einer unberechtigten Abbuchung oder liefert der Händler nicht, holen Sie die Zahlung über Ihre Bank zurück, ähnlich wie bei einer Lastschrift. Die Frist beträgt je nach Kartenanbieter 60 bis 120 Tage. Dieses Verfahren ist einer der stärksten Schutzmechanismen überhaupt.

Die Haftung bei Missbrauch ist zudem auf 50 Euro begrenzt, sofern Sie den Vorfall unverzüglich melden. Bei grober Fahrlässigkeit, etwa wenn Sie die PIN notiert haben, entfällt dieser Schutz.

Wer noch sicherer bezahlen möchte, nutzt virtuelle Kartennummern. Viele Anbieter erlauben es, für einzelne Käufe eine Einwegnummer zu erzeugen, die danach verfällt.

Die Lastschrift: unterschätzt und praktisch

Die Lastschrift führt in Ratgebern oft ein Schattendasein, obwohl sie beim Bezahlen im Internet einen erheblichen Vorteil bietet. Sie erteilen dem Händler ein Mandat, er zieht den Betrag ein, und Sie können die Lastschrift innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zurückbuchen lassen.

Diese Rückbuchung funktioniert über das Online-Banking oder mit einem Anruf bei der Bank. Sie brauchen keine Begründung und müssen nicht mit dem Händler diskutieren. Bei einer nicht autorisierten Lastschrift, also einer Abbuchung ohne gültiges Mandat, verlängert sich die Frist sogar auf 13 Monate.

Zwei Einschränkungen gibt es. Die Rückbuchung löst den Streit mit dem Händler nicht auf, sie verschafft Ihnen nur zunächst Ihr Geld zurück. Und wer die Lastschrift ohne guten Grund widerruft, muss mit einer Mahnung rechnen.

Für Abonnements und wiederkehrende Zahlungen ist die Lastschrift trotzdem die praktischste Lösung. Sie sehen jede Abbuchung auf dem Kontoauszug und behalten die Kontrolle, ohne für jede Zahlung erneut Daten eingeben zu müssen.

Mythos 5: „Sofortüberweisung ist wie eine normale Überweisung"

Bei diesem Verfahren geben Sie Ihre Online-Banking-Zugangsdaten auf einer Seite des Zahlungsdienstleisters ein, nicht bei Ihrer Bank. Der Dienst loggt sich damit in Ihr Konto ein, prüft den Kontostand und löst die Überweisung aus.

Technisch ist das Verfahren abgesichert, und Gerichte haben es für zulässig erklärt. Zwei Punkte bleiben trotzdem:

Ihre Bankzugangsdaten verlassen die Bank-Umgebung. Manche Institute sehen darin einen Verstoß gegen ihre Nutzungsbedingungen, was im Schadensfall zu Diskussionen führen kann.

Und: Es gibt keinen eigenen Käuferschutz. Kommt die Ware nicht an, müssen Sie sich direkt an den Händler wenden.

Für den Alltag heißt das: Sofortüberweisung ist keine schlechte Methode, aber sie gehört nicht zu den sichersten. Bei unbekannten Shops bezahlen Sie besser per Rechnung, PayPal oder Lastschrift.

So bezahlen Sie im Internet wirklich sicher

Acht Regeln decken die häufigsten Risiken ab:

  1. Passende Methode zum Bezahlen wählen. Bei unbekannten Händlern per Rechnung, PayPal oder Kreditkarte bezahlen. Niemals Vorkasse per Überweisung.
  2. Nie über öffentliches WLAN bezahlen. Im Café oder am Bahnhof lieber die mobilen Daten nutzen, wenn Sie online bezahlen.
  3. Eigenes Passwort pro Konto. Ein Datenleck bei einem Shop darf nicht Ihr PayPal-Konto gefährden. Die üblichen Tipps für sichere Passwörter gelten auch hier.
  4. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Bei PayPal, Amazon und allen Zahlungsdiensten, die es anbieten.
  5. Kontoauszüge regelmäßig prüfen. Kleine Testabbuchungen von wenigen Cent sind ein typisches Warnzeichen für kompromittierte Daten.
  6. Software aktuell halten. Browser und Betriebssystem gehören auf dem neuesten Stand, wie die regelmäßigen Windows-Updates zeigen, über die Sicherheitslücken geschlossen werden.
  7. Bestellbestätigungen aufbewahren. Im Streitfall brauchen Sie den Nachweis über Bestellung, Preis und Lieferzusage.
  8. Nie per Gutscheincode zahlen. Wenn ein Händler Bezahlung über Google-Play- oder Amazon-Gutscheine verlangt, handelt es sich immer um Betrug.

Der dritte Punkt wird am häufigsten vernachlässigt. Wer dasselbe Passwort für Shop und Zahlungsdienst nutzt, macht es Angreifern unnötig leicht.

Was tun, wenn doch etwas schiefgeht?

Handeln Sie in dieser Reihenfolge:

Sofort: Karte oder Konto sperren lassen, wenn unberechtigte Abbuchungen auftauchen. Der Sperr-Notruf 116 116 funktioniert rund um die Uhr.

Innerhalb von Tagen: Den Vorfall der Bank oder dem Zahlungsdienst melden. Bei PayPal läuft das über den Konfliktfall im Kundenkonto, bei der Kreditkarte über die Reklamationsstelle, bei einer Lastschrift über das Online-Banking.

Parallel: Anzeige bei der Polizei erstatten. Sie ist bei vielen Anbietern Voraussetzung für die Erstattung und lässt sich online erledigen.

Danach: Passwörter ändern, und zwar überall dort, wo Sie dasselbe verwendet haben.

Wichtig ist die Frist. Bei einer Lastschrift haben Sie acht Wochen Zeit für eine Rückbuchung, bei nicht autorisierten Zahlungen sogar 13 Monate. Beim Käuferschutz gelten dagegen deutlich kürzere Fristen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Schloss im Browser sagt nichts über die Seriosität eines Shops aus.
  • Kauf auf Rechnung ist die sicherste Art zu bezahlen, danach folgen PayPal, Kreditkarte und Lastschrift.
  • Der PayPal-Käuferschutz gilt nur bei „Waren und Dienstleistungen", nicht bei Zahlungen an Freunde.
  • Die Kreditkarte bietet mit 3D Secure und Chargeback einen starken Schutz.
  • Vorkasse per Überweisung und Zahlungen per Gutscheincode bieten keinerlei Absicherung.

Sicher online bezahlen ist am Ende weniger eine Frage der Technik als der Auswahl. Wer bei jedem Kauf kurz überlegt, wie er im Problemfall an sein Geld käme, wählt fast automatisch die richtige Methode zum Bezahlen.

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