| Microsoft Security Essentials (MSE) - kostenloser Virenscanner von Microsoft |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2009 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Virenscanner sind PflichtIm Zeitalter der totalen Vernetzung ist die Gefahr, sich einen Schädling auf dem System einzufangen, größer denn je: Sicherheitslücken in Browsern, Plugins und dem Betriebssystem, aber auch unbedarfter Umgang mit Mailanhängen sind die häufigsten Quellen von Infektionen. Ein Virenscanner mit aktuellen Signaturen ist daher heute auf jedem System eigentlich Pflicht – das Betriebssystem selbst unterstreicht dies mit Warnungen bei fehlendem oder nicht mehr aktuellem Virenschutz. Der Markt an Virenscannern ist für Laien kaum noch zu überschauen. Neben den üblichen Verdächtigen (GData, Symantec, ESET, Avira, Kaspersky, McAfee etc.) werben auch kleinere Hersteller mit ihren Produkten um die Gunst der Käufer. Ob es sich hierbei um Eigenentwicklungen oder schlicht um Lizenzeinkäufe der Virenerkennung anderer Hersteller unter einer neuen Oberfläche handelt, wird dem Käufer meist nicht bekannt. Zuletzt gibt es auf dem Markt keinen transparenten Vergleich der Erkennungsraten, wenn man die Testberichte der verschiedenen PC-Magazine nicht berücksichtigt, deren Testmethoden untereinander nicht immer vergleichbar sind. Der Kauf von Virenschutz-Software ist daher meist Vertrauenssache oder durch positive bzw. negative Erfahrungen geprägt, wobei diese nicht unbedingt etwas mit der eigentlichen Leistung als Virenscanner, sondern oft auch mit Problemen bei der Installation oder im Zusammenspiel mit anderen Applikationen begründet werden. Kostenlos und gut?Die Frage, ob es auch ein kostenloser Virenscanner tut, können wir hier nicht mit einem schlichten Ja oder Nein beantworten. Zunächst ist ein kostenloser Virenscanner immer besser als gar kein Schutz. Viele der kostenlosen Produkte sind allerdings im Leistungsumfang häufig der „Vollversion“ unterlegen. Dies kann den proaktiven Virenwächter betreffen, die Einbindung in Mailclients, Systembelastung, Zusatztools oder ganz banal die Frequenz der Signaturupdates und Modernisierung des Programmkerns. Die Frage, ob jemand bereit ist, für das „mehr“ an Leistung und Komfort Geld zu bezahlen, muss daher jeder für sich selbst beantworten. Die Microsoft Security Essentials werden auch kostenlos unters Volk gebracht (Download über WinTotal). Dennoch sieht hier die Situation etwas anders aus als bei üblichen kostenlosen Virenscannern, da Microsoft keine erweiterte „Vollversion“ des Produkts vertreibt und mit dieser Maßnahme vorrangig erreichen möchte, dass insbesondere Systeme von Endanwendern „sicherer“ werden. Der schlechte Ruf von Windows rührt vor allem daher, dass Windows Hauptziel von Viren geworden ist. Viele der Maßnahmen von Microsoft (Firewall, UAC etc.) können ohne aktiven und aktuellen Virenscanner die Flut der Schädlinge alleine nicht eindämmen. Mit einem kostenlosen Virenscanner schließt Microsoft damit die verbleibende Lücke und bietet mit den übrigen kostenlose Zugaben wie Windows Defender sowie dem Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software einen brauchbaren Grundschutz. Mittelfristig könnte Microsoft mit den MSE daher für einen besseren Ruf von Windows selbst und damit für weniger Virenbefall auf Systemen sorgen. Da die Schutzlösung nur optional angeboten wird, kann sich jeder Anwender auch für andere Schutzsysteme entscheiden. Alter Bekannter?Security Essentials (MSE) sind nicht nur ein kostenloser Virenscanner, sondern auch Antispyware-, Antimalware-Tool und der Nachfolger von Windows Defender und ersetzen zugleich den bisher erhältlichen Windows Live OneCare Virenscanner, der noch bis Ende 2010 mit Updates versorgt wird. Sie setzen auf die gleiche Virenerkennungstechnik wie der Vorgänger. Windows Live OneCare konnte in der Vergangenheit als kostenpflichtiges Produkt die Fachpresse nicht recht überzeugen. Microsoft hat die Entwicklung daher fortgeführt und verbreitet MSE nun als kostenlosen Basisschutz für Windows. Umfang und BedienungMSE wird in acht Sprachen für 19 Länder angeboten und ist für die Betriebssysteme Windows XP, Windows Vista und Windows 7 verfügbar, wobei für die beiden zuletzt genannten Systeme sowohl eine 32- wie auch eine 64-Bit-Variante zur Verfügung steht. Eine Registrierung ist nicht erforderlich. Download über WinTotal, MSE Startseite bei Microsoft Vor der Installation wird das System allerdings einer Gültigkeitsprüfung unterzogen - die Installation auf illegale Windows-Kopien wird verweigert.
MSE umfasst neben dem On-Demand-Scanner (auf Abruf) auch einen Echtzeitschutz für alle Dateiaktivitäten und Downloads aus dem Netz. MSE schützt und entfernt dabei neben Viren auch Würmer, Bots, Spyware und anderes Ungeziefer. Der Scanner aktualisiert sich mehrmals täglich selbst.
Die Oberfläche ist sehr einfach gehalten und wirkt etwas veraltet. Vom derzeit angesagten „Ribbon“-Design ist bei MSE leider nichts zu sehen. Auf der Startseite informiert MSE über den Status des Scanners und der Signaturen sowie den Zeitpunkt der nächsten automatischen Systemprüfung. Auf der rechten Seite kann der Anwender die Art der Prüfung festlegen. Hier stehen 3 verschiedene Einstellungen zur Wahl:
Der Link „Einstellungen zur Überprüfung ändern“ führt zu den Einstellungen, welche auch über die Registerkarte oben rechts zu erreichen sind. In den Einstellungen kann der Anwender
Aktualität und SystembelastungZusammen mit dem schlichten Erscheinungsbild zeigt sich der Scanner auch sonst sehr zurückhaltend. Von dem zwischen 5 und 8 MB großen Download landen etwa 10 bis 12 MB installiert im MSE-Programmordner. Der Speicherverbrauch bewegt sich zwischen 35 und 70 MByte, die Systembelastung ist beim Hintergrundwächter nicht spürbar. Erkennungsarten und VirenfundWie zu Anfang schon genannt, sind Tests von Virenscannern nur schwer vergleichbar, wenn die Testmethodik sich unterscheidet. Es gibt daher im Netz mehrere Anbieter, welche im Auftrag von Kunden (darunter auch PC-Magazine) Tests von Virenscannern und anderen Sicherheitsprodukten nach gleichen Standards durchführen (z.B. http://www.av-test.org oder http://www.av-comparatives.org). Für die finale Fassung liegen noch keine Testergebnisse vor. AV-Test.org hat die Beta MSE hinsichtlich der Erkennungsleistung aber einem Kurztest unterzogen, bei dem die verbreiteten Viren, Würmer und Bots erkannt und beseitigt wurden. Dabei kam es auch zu keinen Fehlalarmen. Die wahre Qualität des Scanners wird sich in Zukunft zeigen. Alarm!Ohne Virenfund zeugt nur ein Icon im Systray von der Anwesenheit des Virenscanners. Kommt es zu einem Befall, erscheint ein rotes Hinweisfenster im Vordergrund.
Der Anwender hat hier die Möglichkeit, den Computer direkt zu bereinigen oder sich weitere Details anzeigen zu lassen.
Hier informiert MSE dann ausführlich über die gefundene Bedrohung und notwendige Gegenmaßnahmen. Hat der Virenscanner den Schädling beseitigt, wird die Aktion im Verlauf gespeichert.
FazitIn Sachen Bedienung und Funktionsumfang ist der neue Virenscanner von Microsoft eher unauffällig und spartanisch, erfüllt aber dennoch seinen Zweck und bietet einen brauchbaren Grundschutz. Ob der Scanner gegen andere, insbesondere kostenlose Vertreter seiner Art bestehen kann, wird die Zukunft zeigen. Die bisherigen Ergebnisse stimmen aber zuversichtlich. Es liegt nun an Microsoft daran, MSE unters Volk zu bringen, um alle nicht geschützten Systeme damit sicherer zu machen. Da das Betriebssystem seit Windows XP selbstständig erkennt, ob eine aktuelle Virenlösung installiert ist, könnte man bei Warnmeldungen alternativ auf MSE verweisen. Mit einem kleinen Patch sollte dies problemlos umsetzbar sein.
Nachtrag vom 26.10.2009Die von Microsoft kostenlos angebotene Virenschutzlösung Microsoft Security Essentials (kurz MSE) verschläft unter bestimmten Voraussetzungen das Nachladen neuer Signaturen (Siehe Heise.de-Meldung). Dies kann dann passieren, wenn das System sich zum Zeitpunkt einer geplanten Prüfung im Ruhezustand befindet. Die Signatur-Updates werden dann nicht nachgeladen und können bereits einige Tage alt sein, bevor MSE dann doch neue Signatur-Updates aus dem Netz lädt. Bis ein Patch für das Problem verfügbar ist kann man sich aber auf Systemen, die den Ruhezustand nutzen, mit folgender Lösung als Tipp behelfen: Stündliche Signaturupdates für Microsoft Security Essentials erzwingen, welcher die MPCMDRun.exe aus dem Verzeichnis der MSE mit dem Parameter SignatureUpdate stündlich startet.
PCDMicha, 07.10.2009
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