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Das perfekte Foto für Instagram oder der Schnappschuss als animiertes GIF: Smartphone-Apps für die Bildbearbeitung werden zunehmend beliebter, denn ein schönes Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Mit den nützlichen Werkzeugen retuschieren Sie kleine Schönheitsfehler, verändern Helligkeit und Kontrast oder wenden Filter an, um so das beste aus Ihren Aufnahmen herauszuholen. Dabei reicht das Angebot vom klassischen Fotoeditor bis hin zur App für anspruchsvolle Fotomontagen. Wir haben uns einmal umgesehen und in diesem Beitrag die besten Bildbearbeitungs-Apps für iOS und Android zusammengetragen.

Was sollte eine gute Bildbearbeitungs-App können?

Neben den Basis-Funktionen wie Belichtungs-, Größen-, Kontrast- und Farbanpassung sollte ein gutes Bildbearbeitungs-Tool beispielsweise verschiedene Filter und Effekte bieten und das Ändern einzelner Bildzonen erlauben.

Können Bilder auf dem Smartphone genauso professionell bearbeiten werden wie am PC?

Der Leistungsumfang einer mobilen Bildbearbeitungssoftware reicht zwar nicht an eine Desktop-Version heran, dennoch lassen sich mit Apps durchaus auch anspruchsvollere Änderungsarbeiten durchführen.

Können die Apps auch Bilder im Rohdatenformat (RAW) bearbeiten?

Ja. Die in diesem Beitrag vorgestellten Tools sind allesamt dazu in der Lage, mit RAW-Dateien umzugehen.

1. Lightroom Mobile: Adobe-Bildbearbeitung für unterwegs

Lightroom Mobile ist die App Version von Adobes starker Bildbearbeitungssoftware und bietet ein Reihe professioneller Funktionen, die die Herzen ambitionierter Handy-Fotografen höherschlagen lassen dürften. Das Tool fotografiert JPG, HDR (auf Basis von drei Einzelbildern) und RAW in höchster Qualität und produziert erstklassige DNG- und DNG-HDR-Dateien. Letztere benötigen allerdings Nachbearbeitung. Laut Adobe verwendet Lightroom Mobile bei der HDR-Erzeugung dieselben Berechnungen, wie Lightroom oder das Photoshop-RAW-Modul am PC. Die Technik stellt hohe Anforderungen an die Prozessorleistung, daher muss Ihr Gerät entsprechend leistungsfähig sein.

Gut zu wissen: Bis Version 1.4. waren für die Nutzung von Lightroom Mobile ein Adobe-Creative Cloud-Abo und eine Desktop-Version erforderlich. Mittlerweile arbeitet die App in Sachen Bildbearbeitung aber auch autark.

1.1. Verlustfreie Änderungen mit Lightroom Mobile

Screenshot von Adobe Lightroom mit Test-Presets

Lightroom Mobile bringt bereits eine Reihe von Presets mit, Sie können bei Bedarf aber auch noch weitere hinzufügen.

Neben einem hohen Funktionsumfang glänzt Lightroom Mobile aber auch durch seine komfortable Bedienung. Die Einstellungen für Kontrast und Farbe werden über fünf getrennte Schieberegler vorgenommen und decken alle Helligkeitsbereiche ab. Alternativ können Sie Tonwerte (auch einzelne Grundfarben) aber auch mithilfe der Gradationskurve justieren. Einzelne Bildzonen bearbeiten Sie zum Beispiel mit Korrekturpinseln oder Verlaufs- und Radialfiltern. Diese Funktion ist allerdings den Nutzern der kostenpflichtigen Version vorbehalten. Sämtliche Änderungen bleiben dabei verlustfrei und lassen sich zurücksetzen oder auf andere Fotos übertragen.

Leider wurde in Lightroom Mobile auf eine manuelle oder automatische Perspektivkorrektur verzichtet und auch in Sachen Rauschunterdrückung und Scharfzeichen muss sich die App aktuell noch hinter der Konkurrenz einreihen. Für die Inhaber eines Creative-Cloud-Abos eröffnen sich jedoch weitere Möglichkeiten. Denn damit sendet Lightroom Mobile Bilder in voller Auflösung automatisch an Ihren Rechner und holt auswählte Fotosammlungen aus der Desktop-Version auf Ihr Mobilgeräte. Auf Wunsch werden überdies auch Bilder synchronisiert, die mit anderen Kamera-Apps aufgenommen wurden.

2. Snapseed: Das Komplettpaket

Snapseed ist eine der besten Bildbearbeitungs-Apps für Android, iPhone und iPad, was nicht zuletzt an den vielen praktischen Funktionen und der intuitiven Benutzeroberfläche liegt. Das Gratis-Tool bietet nicht nur grundlegende Bearbeitungsfunktionen wie Helligkeit, Sättigung oder Kontrast, sondern auch eine Vielzahl ansprechender Effekte, Rahmen und Schärfeoptionen, die sich für noch individuellere Ergebnisse detailliert anpassen lassen. Zudem kommt Snapseed als eine von wenigen Bildbearbeitungs-Apps auch mit RAW-Dateien klar.

https://www.youtube.com/watch?v=VcWbGOznmR8

Als Google-eigenes Tool kann Snapseed direkt aus Google Fotos heraus aufgerufen werden und bietet dabei sogar bessere (verlustfreie) Korrekturen als die eigentliche Anwendung. Um die einzelnen Funktionen anzuwenden, ziehen Sie diese einfach senkrecht über das Bild. Den Wert der gewählten Funktion ändern Sie hingegen durch horizontales Ziehen.

Schwarz-Weiß und Retro-Bilder sind damit kein Problem. Zuschnitte, Gesichts-Retuschen und sonstige Änderungen nehmen Sie einfach bequem mit zwei Fingern vor. Über die Anzeige rechts oben am Bildschirm können Sie nachvollziehen, wie viele Befehle Sie bereits auf Ihr Bild angewendet haben. Tippen Sie darauf, listet Snapseed Ihnen die verwendeten Funktionen chronologisch auf.

Im Gegensatz zu Lightroom Mobile kann Snapseed auch einzelne Bildzonen ändern (z.B. unterbelichtete Gesichter, verschwommene Hintergründe oder ausgefranste Wolken) und seitliche Verkantungen bzw. stürzende Linien korrigieren. Eine Gradationskurve suchen Sie allerdings vergeblich.

Snapseed ist komplett kostenlos und perfekt für Einsteiger, die nicht erst lange herumexperimentieren, sondern möglichst schnell und einfach ansprechende Ergebnisse erzielen möchten.

3. Bildbearbeitungs-App VSCO: Kompaktes Werkzeug ohne Werbung

Die kompakte VSCO App eignet sich ausgezeichnet zur schnellen und hochwertigen Bildbearbeitung. Dazu bringt das Tool neben einer Reihe von Werkzeugen auch eine großen Anzahl an Filtern mit und erfreut sich aus diesem Grund vor allem bei Hobbyfotografen und Instagram-Nutzern größter Beliebtheit.

Um Bilder mit VSCO zu bearbeiten, können Sie diese entweder direkt über die Smartphone-Kamera aufnehmen oder bestehende Aufnahmen aus dem Speicher hochladen. Die Filter werden mit Buchstaben und Zahlen betitelt und sind jeweils auf bestimmte fotografische Verhältnisse abgestimmt. So wurde beispielsweise die Filterreihe U1 bis U6 für urbane Fotografien entwickelt, wohingegen die Reihe G4 bis G9 bei Portrait-Aufnahmen zum Einsatz kommen soll. Die Anwendung der einzelnen Filter erfolgt per Fingertipp.

Tipp: Sollten die bereits vorhandenen Filter für Ihre Zwecke nicht ausreichen, können weitere Filtersammlung direkt über In-App-Käufe erworben werden

Screenshot der VSCO Bildbearbeitungs-App auf einem Apple iPhone

Die Filter in VSCO werden mit Buchstaben und Zahlen betitelt und sind jeweils auf bestimmte fotografische Verhältnisse abgestimmt.

Die bearbeiten Aufnahmen können wahlweise in der App oder in einem zentralen Smartphone-Ordner gespeichert werden. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Werke auf Facebook, Instagram und Co. oder im VSCO-Netzwerk zu teilen. Denn neben der klassischen Bildbearbeitung verfügt die App auch noch über eine Community-Funktion. Damit können Sie, ähnlich wie bei Instagram, anderen Nutzern folgen und deren Bilder liken oder Ihre eigenen Aufnahmen mit anderen teilen.

VSCO kann für Android-Handy und iPhones aus dem jeweiligen Store heruntergeladen werden. Besonders erfreulich: Im Gegensatz zu den meisten anderen Apps kommt VSCO auch in der kostenlosen Version gänzlich ohne Werbung aus.

Noch mehr Möglichkeiten und Funktionen bietet die gebührenpflichtige Premium-Version VSCO X. Dazu zählen unter anderem ein verbessertes Rahmentool, monatliche App-Ergänzungen und verschiedene Film X-Voreinstellungen. Mit einem Preis von 19,99 USD im Jahr ist die App sogar recht erschwinglich.

4. Pixlr Bildbearbeitungs-App: Einfach aber gut

Screenshot der Pixrl Bildbeabeitungsapp

Die App bietet zahlreiche Filter, Bearbeitungswerkzeuge und mehr als 600 Effekte, die sich kinderleicht über das intuitive Interface verwenden lassen.

Pixlr ist die App-Version des gleichnamigen Online-Editors, die zwar recht übersichtlich aufgebaut, dabei gleichzeitig aber auch sehr vielfältig ist. Das Tool bietet zahlreiche Filter, Bearbeitungswerkzeuge und mehr als 600 Effekte, die sich kinderleicht über das intuitive Interface verwenden lassen. Sogar Collagen können damit im Handumdrehen erstellt werden.

Der Menüaufbau ist gewollt einfach gehalten, dadurch finden sich auch Pixlr-Einsteiger schnell zurecht. Aus diesem Grund eignet sich Pixlr vor allem für Nutzer, die vorher noch nie mit einer Bildbearbeitungs-App gearbeitet haben, aber trotzdem möglichst viele Funktionen zur Auswahl haben möchten.

Nach dem Starten der Kamera können Sie vor der digitalen Erfassung eines Fotos einen von insgesamt 8 verschiedenen Filtern wählen. Für die Bearbeitung stehen alle grundlegenden Funktionen wie beispielsweise das Ändern der Größe, Ausschneiden, Farbanpassungen oder Rotieren zur Verfügung. Bei Bedarf können optional noch Rahmen oder bestimmte Schriftarten heruntergeladen werden. Ihre fertig bearbeiteten Bilder teilen Sie anschließend direkt auf Facebook oder Instagram.

Die Pixlr Bildbearbeitungs-App kann überwiegend kostenlos genutzt werden, die zusätzlichen Rahmen oder Schriftarten kosten allerdings extra und können einzeln oder im Paket erworben werden. Zudem ist die App leider nicht werbefrei.

 

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Bildbearbeitungs-Apps für iOS und Android im Vergleich
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