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O&O Software, Anbieter von zahlreichen Festplattenprodukten wie O&O Defrag, hat den O&O PartitionManager Professional in der Version 3 veröffentlicht, den es nun nicht nur für Desktop-, sondern auch Serversysteme gibt. Wir stellen das Produkt kurz vor.

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Datenträgerverwaltung vs. Speziallösung

Die Datenträgerverwaltung von Windows bietet von Haus aus verschiedene Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Handling von Partitionen und Festplatten.  Die Datenträgerverwaltung hat seit Windows XP auch Funktionen zum Vergrößern und Verkleinern von Volumes erfahren und reicht für die meisten Einsatzgebiete damit aus.

Allerdings stößt auch die Datenträgerverwaltung an ihre Grenzen und kann beispielsweise eine primäre Partition nicht in ein logisches Laufwerk umwandeln oder Partitionen innerhalb der Festplatte verschieben (ausreichend Platz vorausgesetzt). Auch ein sicheres Löschen von Partitionen (durch Überschreiben mit  z.B. „0“) ist nicht vorgesehen.

Für diese und andere Aufgaben bieten sich Speziallösungen wie das für Privatanwender (in der 32-Bit-Version) kostenlose Partition Master Home Edition, die OpenSource GParted oder kommerzielle Tools wie der Paragon Partition Manager oder eben der O&O PartitionManager an.

Features und Design

Der O&O PartitionManager orientiert sich im Aussehen an der Datenträgerverwaltung, kombiniert mit der typischen Exploreransicht für Aufgaben und Details. Unterhalb der Partitionen wird die tatsächliche Belegung mit einem Statusbalken angezeigt.

PartitionManager 3

PartitionManager 3

Zu den Funktionen des O&O PartitionManager zählen unter anderem:

  • Vergrößern, Verkleinern, Verschieben von Partitionen
  • Umwandeln von primären Partitionen in logische Partitionen, Basisdatenträger in dynamische Datenträger umwandeln
  • Eigenschaften von physikalischen Datenträgern incl. SMART-Werte anzeigen
  • Unterstützung aller Laufwerkstypen unter Windows, unter anderem Basis- und dynamische Datenträger, jeweils im MBR- oder GPT-Format
  • Sicheres Löschen von Partitionen
  • Eine auf Windows Preinstallation Environment (PE) basierende Start-CD zum Editieren der Systempartition
  • Version für Server-Betriebssysteme, welche auch Mirrored und RAID-5-Volumes bearbeiten kann

Leider haben die Entwickler neben der Optik auch die Bedienung der Datenträgerverwaltung zum Teil übernommen. So kann man nicht – wie in vielen anderen Produkten üblich – die Größe und Position von Partitionen mit einem Anfasser direkt in der Ansicht verändern, sondern ist auf Kopfrechnen angewiesen:

Größe ändern

Größe ändern ohne visuelle Hilfe

Für das Vergrößern oder Verkleinern eines Volumes mag das noch ausreichend sein. Beim Verschieben einer Partition müsste man im Feld „Anfang der Partition“ noch den nicht zugewiesenen Speicher vom Ende der Festplatte aus der Abbildung dazurechnen, um die Partition mit den Daten ohne Größenänderung direkt ans Ende der Festplatte zu bekommen. Nach Aussage des Herstellers kommt beim Verkleinern von Partitionen die hauseigene Defrag-Technologie zum Einsatz, um die Dateien ggf. zu defragmentieren.

Die Funktion zum sicheren Löschen von Partitionen bietet mehrere Varianten, mit denen die Partition vor dem Löschen überschrieben werden kann.

Sicheres Löschen

Sicheres Löschen

Zumindest die letzte Variante ist seit Windows Vista mit dem normalen Formatieren von Partitionen (oder über die Kommandozeile) auch möglich.

Für den verlangten Preis ist der Leistungsumfang der Software erstaunlich übersichtlich. So gibt es keine Recovery-Funktion für verlorene Partitionen, keine Kopierfunktion für Partitionen, keinen Editor für den Bootloader von Windows Vista/Windows 7 und keine Funktion zum Zusammenführen von Partitionen. Die meisten der angeführten Funktionen bietet beispielsweise schon das (in der 32-Bit-Fassung) kostenlose Partition Master Home Edition.

Neben den Schwachstellen in der Bedienung (siehe oben) ist ein weiteres Problem, dass Aktionen direkt ausgeführt werden statt diese - wie bei anderen Programmen üblich - erst in einem Queue zu speichern und dann nach Klick auf einen Start-Button abzuarbeiten.

Fazit

Gegenüber der Datenträgerverwaltung von Windows bleibt der Mehrwert der Software sehr beschränkt – noch dazu auf Windows-Systeme, da andere Dateisysteme außer FAT und NTFS nicht unterstützt werden. Letztlich fährt der Anwender daher im Regelfall bei Spezialaufgaben mit der OpenSource-Lösung GParted, welche sich auf der hervorragenden Live-CD Parted Magic befindet, besser und kann sich die Ausgabe sparen. Der große Wurf ist O&O Software mit dem PartitionManager in der Version 3 jedenfalls nicht gelungen.

O&O PartitionManager 3 Professional Edition

Download der Demoversion

Hersteller: O&O Software
Preis 50 Euro, 30 Euro Einführungspreis
System: Windows 7, Vista, XP
Positiv: Primäre in logische Laufwerke umwandeln, PE-Medium zum Editieren der Systempartition
Negativ: Umständliche Bedienung, geringer Funktionsumfang

25 Bewertungen

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