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Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003 können bei der Installation mit F6 Treiber für Massenspeicher wie SATA oder SCSI per Diskette nachladen. Leider bieten alle drei Systeme – im Gegensatz zu Windows Vista – keine Möglichkeit, den Treiber von einer anderen Quelle einzuspielen. Gerade beim Betrieb des SATA-Controllers im AHCI- („Advanced Host Controller Interface“) oder Raid-Modus ist es daher erforderlich, die Treiber bereits in das Installationsmedium zu integrieren. Wir erklären, wie man am einfachsten vorgeht.

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SATA und die Probleme

Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003 bieten auf dem Installationsmedium bereits eine große Menge an Systemtreibern. Allerdings ist auf neueren Systemen zu beobachten, dass beim Booten von dem Installationsmedium das Setup scheitert, da kein Massenspeicher (sprich keine Festplatte) gefunden wurde.

Ursache des Problems sind fehlende Treiber für den Betrieb des SATA-Controllers im AHCI- („Advanced Host Controller Interface“) oder Raid-Modus.

Vielleicht fragen sich nun einige Nutzer, wieso sich auf ihrem System z.B. Windows XP dennoch installieren ließ, obwohl die Festplatte per SATA mit dem Motherboard verbunden ist.

Dazu bedarf es etwas Hintergrundwissens:

Im BIOS vieler Mainboards kennt der SATA-Controller mehrere Betriebsarten:

  • AHCI
    Dieser Modus sollte der Standardbetriebsmodus bei modernen Mainboards sein. In dieser und in der RAID-Betriebsart können Festplatten mit Hilfe von NCQ (Native Command Queuing) die kommenden Lese- und Schreibbefehle umsortieren, um sie in der optimalen Reihenfolge auszuführen. Dies erhöht vor allem den Datendurchsatz und damit die Gesamtperformance des Systems – zumindest bei sehr festplattenlastigen Aufgaben (BAPCo SYSmark 2007 bis zu 7 % schneller). Bei entsprechender Spezifikation ist in dieser Betriebsart auch Hot-Plugging von Datenträgern möglich.
  • RAID
    Bei der RAID-Betriebsart können mehrere Festplatten im Verbund benutzt werden, was bei RAID 1 die Datensicherheit und bei RAID 0 den Durchsatz erhöht (bzw. RAID 5 beides). Auch im RAID-Modus nutzen moderne Chipsätze das NCQ-Feature.
  • IDE (Compatible- & Enhanced-Modus oder Legacy und Native bezeichnet)
    In dieser Betriebsbart verhält sich der SATA-Controller wie ein „normaler“ Festplattencontroller und wird damit von den meisten Systemen auch ohne spezielle SATA-Treiber erkannt. Gerade ältere Betriebssysteme, zu denen auch Windows XP zählt, können die Platten so ohne spezielle Treiber ansprechen, müssen dabei aber auch auf NCQ und Raid-Betrieb verzichten. Zudem können in diesen Betriebsarten meist nur 4 Laufwerke angeschlossen werden.

Die Bezeichnungen und Funktionen können von Board zu Board und Chipsatz zu Chipsatz abweichen!

Der aufmerksame Leser würde nun zu dem Schluss kommen, dass man z.B. Windows XP doch in der „IDE-Betriebsart“ installiert und später – nach Einspielung eines SATA-Treibers die Betriebsart im BIOS einfach ändert. Davon müssen wir aber dringend abraten. Mit Änderung der Betriebsart ändert sich für Windows auch die PCI-ID. Da für den Bootvorgang hier kein neuer Treiber bekannt ist, bricht das System mit einem 0x0000007b STOP-Fehler ab. Den gleichen Effekt kennen Benutzer, welche das Mainboard mit einem anderen Chipsatz gewechselt haben. Es gibt zwar einige „Workarounds“, die aber nicht ganz trivial sind und vor allem nicht mit allen Chipsätzen funktionieren. Wer sich dennoch daran wagen möchte, findet im KB-Artikel 314082 eine Hilfestellung.

Die Zeitschrift c`t hat in Ausgabe 23/2005 dazu einen gesonderten Artikel veröffentlicht und bietet unter http://www.heise.de/ct/05/23/links/210.shtml ein Registry-Script sowie Treiber zum Download, um einen Wechsel im laufenden Betrieb für Intel-Chipsätze zu ermöglichen. Wie gesagt: Benutzung auf eigene Gefahr!

Die Lösung – Integration ins Installationsmedium mit nLite

Um all diesen Problemen zu entgehen, sollte man sein Windows daher am besten gleich im AHCI-Modus mit entsprechenden Treibern installieren. Natürlich kann man den Treiber bei der Installation per F6 von Diskette ins System einspielen. Dumm nur, wenn man diese Diskette oder gar kein Diskettenlaufwerk hat. In diesem Fall integriert man die Treiber am besten in das Installationsmedium, hier mit nLite.

Treiber herunterladen

Für Intel-Chipsätze findet man diesen unter
. Laden Sie sich hier die Diskettenversion „Floppy Configuration Utility for Intel® Matrix Storage Manager“ für Ihr Betriebssystem herunter.

Floppy Configuration Utility for Intel® Matrix Storage Manager

Diese können Sie bequem mit einem Packprogramm entpacken und die Treiber so freilegen.

Screenshot

Archiv im Packer geöffnet
Klick aufs Bild zum Vergrößern

Sollte der Massenspeicher an einem SATA-Anschluss eines anderen Herstellers angeschlossen sein (bei Intel u.U. JMicron), benötigen Sie von diesen Herstellern entsprechende Treiber, welche bereits im Textmode funktionieren. Diese erkennen Sie daran, dass dort der Hinweis „F6 during Windows setup“ oder Ähnliches vermerkt ist. Ein „normaler“ Windows-Treiber funktioniert in diesem Fall daher nicht. Weitere Downloadquellen finden Sie am Ende des Artikels.

Am besten identifizieren Sie den vorhandenen Chipsatz mit Tools wie CPU-Z oder SIV.

nLite im Einsatz

Für die eigentliche Integration der Treiber in das Installationsmedium verwenden wir die Freeware nLite. Mit diesem kleinen Tool können Sie neben eigenen Treibern auch Patches oder Service Packs, Addons und vieles mehr in das Installationsmedium integrieren. Es gibt noch alternative Tools wie den WinFuture xp-Iso-Builder, welche wir für diesen Zweck aber nicht getestet haben.

Die Vorgehensweise mit nLite ist sehr einfach.

  1. Windows CD auf die Festplatte kopieren
    Legen Sie die Windows-CD ein und starten Sie dann nLite. Das Programm verlangt nach dem Pfad des Datenträgers und meldet dann, dass die CD erst auf die Festplatte kopiert werden muss. Geben Sie hier den Zielordner an, worauf nLite mit dem Kopieren beginnt.

    Screenshot

    Automatische Kopie der Dateien auf die Festplatte
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    Alternativ können Sie die Inhalte der Windows-CD auch selbst auf die Festplatte kopieren. Damit Sie auch beim folgenden Kopiervorgang alle Dateien erfassen, sollten Sie darauf achten, dass Sie im Arbeitsplatz oder Explorer auch wirklich alle Dateien sehen und damit kopieren können. Sie finden die notwendigen Einstellungen zur Ansicht aller Dateien im Arbeitsplatz oder Explorer unter Extras -> Optionen. Geschützte Systemdateien sollten sichtbar sein und versteckte Dateien und Ordner angezeigt werden.

    Screenshot

    Alle Dateien anzeigen lassen

  2. Treiber einbinden
    Im 2. Schritt bietet nLite dann mehrere Möglichkeiten an, von denen wir „Treiber“ wählen.

    Screenshot

    Treiber einbinden
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    Hier geben Sie nun die Treiber oder den Treiberordner an, in den Sie die Treiber zuvor heruntergeladen und entpackt haben (hier f6fply32 von Intel). Wichtig ist den Textmode-Treiber bei „Modus“ zu aktivieren. Mischen Sie hier auch keine 32- und 64-Bit-Treiber.

    Screenshot

    Treiber einbinden
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  3. Neue CD erstellen
    Wenn die Integration der Treiber und weitere Einstellungen abgeschlossen sind, modifiziert nLite beim Klick auf „Weiter“ die Inhalte im Windows-Ordner und bindet die neuen Treiber direkt ein.

    Screenshot

    Einbindung abgeschlossen
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  4. Neue CD brennen
    Im letzten Schritt brennen Sie den gesamten Inhalt (siehe Hinweis bei Punkt 1) auf einen Datenträger. Damit die CD wieder bootfähig wird, sollten Sie eine bootfähige CD brennen (keine Emulation, Anzahl der zu ladenden Sektoren 4) und das Boot-Image für Windows XP nehmen. Für andere Windows-Versionen können Sie mit dem BBIE – Bart’s Boot Image Extractor das Boot-Image vom Original-Datenträger extrahieren. Eventuell funktioniert aber auch das Windows XP Bootimage. Wir haben es nicht getestet. Zudem ist im Programmordner von nLite ein weiteres „boot.bin“ enthalten, welches wir aber nicht getestet haben.

    Screenshot

    Boot-CD mit Nero
    Klick aufs Bild zum Vergrößern

    Eine ausführliche Brennanleitung finden Sie Sie im Artikel zur Integration des Service Pack 3 in das Bootmedium von Windows XP.

Erfolgskontrolle

Im Idealfall bootet das System von der erstellten Windows-CD und erkennt bei der Installation nun die angeschlossene Festplatte ohne weitere Treiberinstallationen.

Welchen Treiber und damit welche Betriebsart das System verwendet, kann man im Gerätemanager unter IDE ATA/ATAPI-Controller und hier unter den Treiberdetails des jeweiligen Controllers nachprüfen. Der „normale“ IDE-Modus verwendet die Treiber atapi.sys und pciide.sys sowie pciidex.sys. Im AHCI-Betrieb dagegen wird für einen Intel-Controller der Treiber iastor.sys verwendet.

Screenshot

SATA-Treiber wird verwendet

Weiterführende Links

3 Antworten auf “SATA-Treiber in das Installationsmedium von Windows 2000, XP, 2003 Server integrieren”

  1. Jamy S.

    hallo,

    ich möchte mich schon einmal im Voraus für die Tolle Erklärung, bedanke =D … war echt Ratlos ^^ Vielen liebe dank !

    – ob ich es jetzt auch so hinbekommen werde ? Bin ich mal gespannt 😉

  2. axel kasparscheck

    Werde es mal versuchen…Anleitung + Erläuterung waren gut Vielen Dank!!! Frohe Weihnacht ,guten Rutsch……Axel K.,Hbg

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