| Stream Catcher 2 |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2009 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
GrundproblemWar früher Videostream in hoher Auflösung eher noch Zukunftsmusik, sind heute selbst HD-Inhalte per Stream verfügbar. Die Qualität ist dabei meist von der Plattform sowie der Zielgruppe abhängig. Alle Videoangebote haben gemeinsam, dass sie meist nur als Stream – also nicht als eigenständiger Download - verfügbar sind. Dies löst auf der Konsumentenseite das Problem der Wartezeit für den Download und für den Anbieter sichert es die Wahrung seiner Rechte und damit den Schutz vor ungewollter Verbreitung der Inhalte. Dennoch lässt sich eine Vielzahl der Videoangebote auch dauerhaft sichern, ohne dass man hierfür besondere Anstrengungen unternehmen müsste: Die Rede ist von FLV-Videos, ein VideoFlash-Format, welches vor allem die großen Portale wie YouTube, MyVideo und Co. nutzen. Kostenlose Programme und Erweiterungen für die gängigen Browser fangen die FLV-Datei ab und speichern diese auf dem lokalen Rechner, wenn sie eh nicht schon im Browsercache schlummert. Komplizierter wird das Speichern von Streams über andere Techniken. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder analysiert man den Datenstrom der Webseite und filtert so z.B. die Video-Datei heraus, welche als Objekt in der HTML-Seite gestreamt wird, oder man „filmt“ quasi das Ausgabefenster mit entsprechender Software ab. Beide Vorgehensweisen sind nicht sehr trivial und erfordern spezielle Software und Kenntnisse. Und die Lösung?Stream Catcher von Data Becker erscheint nun in der Version 2 und nimmt sich laut Werbung all dieser Probleme an.
Der TestWir haben die Software in der Praxis getestet und zu diesem Zweck unter Windows XP (SP3) und Windows Vista installiert. Für Windows Vista gab es nur als Besonderheit, dass bei der Audiowiedergabe eine Anpassung notwendig war, auf welche aber das Handbuch und auch die Software selbst hinweisen. Während der Installation wurde auch das kostenlose WinPcap installiert. WinPcap erlaubt Applikationen unter Windows das Mitschneiden und Durchleiten von Netzwerk-Paketen. WinPcap installiert sich als Treiber in das System und bietet für die Programme noch weitere Features wie Netzwerk-Statistiken, Remote Paket-Capture usw. Die Komponente benötigt Stream Catcher für die später vorgestellte Netzwerkanalyse.
Der Codec ist notwendig, wenn Videomaterial als MPEG2 (z.B. für die Verwendung auf einer DVD) konvertiert werden soll. Die Lizenz kann online für 5 Euro erworben werden. Auf der Verpackungsrückseite von Stream Catcher ist unter 2 Sternchen in 3er-Schrift zwar ein Hinweis darauf, 5 Euro mehr an der Kasse würden das Problem aber eleganter lösen. Nun denn: Nach der Installation und einem Reboot wurde die Software gleich noch mit einem Update aus dem Internet aktualisiert und stand dann zur Verfügung:
Der Schnellstart-Assistent zeigt sich eher langweilig, ist für die eigentliche Benutzung aber nicht notwendig, da alle Funktionen auch über die Medienverwaltung zugänglich sind. Direkter DownloadDie einfachste Disziplin ist der direkte Download von bekannten Videoportalen. Stream Catcher 2 unterstützt neben YouTube, MyVideo und und Clipfish über Plugins, welche von der Webseite Stream-Catcher.de nach Registrierung heruntergeladen werden können, noch weitere Seiten. Derzeit stehen dort Plugins für Sevenload.de und Break.com bereit, weitere sollen folgen. Ein Template ermöglicht dem interessierten Anwender auch eigene Plugins zu erstellen. Surft der Anwender auf einem der direkt unterstützen Portale, erkennt die Direktdownload-Überwachung dies und bietet mit dem Download-Button die lokale Sicherung an.
Cache durchsuchenDaneben kann Stream Catcher mit dem Tool „Zwischenspeicher durchsuchen“ den Browsercache vom Internet Explorer, Firefox und Google Chrome nach Videoinhalten durchsuchen und diese in die Medienverwaltung übernehmen. Welchen Cache Stream Catcher durchsuchen soll, legt man in den Einstellungen der Medienverwaltung fest.
Netzwerk-AnalyseDie Netzwerk-Analyse versagte zunächst im Test unter Windows XP und Windows Vista. Statt einer Anzeige, welche Dateien gerade im Browser geladen werden, blieb das Überwachungsfenster leer. Die Ursache war schnell gefunden: Moderne Virenscanner überwachen in Echtzeit auch die Webinhalte, um so vor gefährlichen Viren, ausgeliefert über Webseiten, zu schützen. In unserem Fall bekam der Winpcap-Treiber wohl keine Daten mehr angeliefert, nachdem der Virenscanner (hier ESET NOD32 Antivirus) diese geprüft hatte. Mit deaktiviertem Webschutz funktionierte die Netzwerkanalyse. Ob sich dies mit allen Virenscannern mit Webschutz so verhält, können wir nicht sagen. Dies sollte vom Hersteller aber nochmals überprüft werden, da die wenigsten Anwender bereit sind, auf einen permanenten Virenschutz zu verzichten.
Die Netzwerkanalyse zeigte in unserem Test (http://www.heise.de/ct-tv/) neben den Grafiken auch den Videostream an (.flv), der gesondert gespeichert werden konnte. Ein Filter erleichtert die Suche in der Netzwerkanalyse. Und Aufnahme!Aber nicht alle Portale lassen sich so einfach in die Karten schauen. In unserem Test gelang es uns mit den bisherigen Verfahren nicht, Inhalte der ZDF-Mediathek zu sichern. Hier musste Stream Catcher 2 beweisen, was die Echtzeitaufnahme taugt. Zunächst legt der Anwender hier den Aufnahmebereich fest, wobei die automatische Kantenerkennung hilfreich unterstützt.
Für die Aufnahme kann neben dem Ausgabeformat und der –Qualität auch ein Countdown vorgegeben werden, nach dem die Aufnahme startet. Auf unserem Testsystem war zunächst nur ein schwarzes Bild mit dem Originalton in der Aufnahme. Abhilfe schafft hier im Regelfall das Reduzieren der Hardwarebeschleunigung. Der Tipp steht so auch im Handbuch.
Neben Videos lassen sich auf diesem Wege auch andere Quellen wie zum Beispiel abgespielte DVDs oder DVB-T Sendungen aufnehmen. Ein weiteres Profil erlaubt auch die Aufnahme der reinen Audiodaten, welche dann wahlweise in WAV oder MP3 gesichert werden.
MedienverwaltungDie Medienverwaltung ist das Herzstück von Stream Catcher. Hier verwaltet das Programm alle gesicherten Inhalte, welche sich beim Abspeichern noch in verschiedenen Rubriken gruppieren lassen. Die Inhalte können über das Vorschaufenster oben links oder im Vollbild betrachtet werden. Unter dem Vorschaufenster finden sich die 4 Überwachungswerkzeuge, welche auch über den Schnellstart-Assistenten abrufbar sind. Unter den 4 Werkzeugen findet sich der Downloadmanager, welcher Auskunft über die bereits abgeschlossenen und noch ausstehenden Downloads gibt.
Über das Kontextmenü der gespeicherten Inhalte bietet Stream Catcher weitere Funktionen:
Der Anwender kann beispielsweise das Thumbnail in der Ansicht ändern, die Vorschau des Materials starten oder Informationen zu dem Medieninhalt bearbeiten.
Der Eintrag Bearbeiten im Kontextmenü einer Mediendatei öffnet den Video- bzw. Audioeditor, welcher nur Schnittfunktionen bietet, um das Material zu trimmen oder am Ende den Sound schön auszublenden.
Leider steht der Schnitteditor nicht für FLV-Videos zur Verfügung. Diese müssten erst in ein anderes Format konvertiert werden, bevor eine Bearbeitung möglich ist. Ein tolles Feature ist der Export von Medieninhalten, abrufbar über das Kontextmenü in der Medienverwaltung. Stream Catcher bietet hier verschiedene Voreinstellungen.
Wählt man für ein Musikvideo beispielsweise DVD Video, wird als Ausgabeformat automatisch ein MPEG2-Video mit PAL-Auflösung angeboten. Am universellsten ist aber der Export als File. Hier lässt Stream Catcher dem Anwender freie Hand in der Wahl des Formats, der Auflösung sowie der verwendeten Bitrate.
Eine Ausgabe als HD-Film ist mit Stream Catcher nur über Umwege möglich, da das Programm einen notwendigen MPEG-4/AVC-Encoder nicht mitliefert. Die Ausgabe in HD ist aber als WMV oder im AVI-Format möglich, sofern entsprechende Codecs auf dem System installiert sind. Wer von einem Musikvideo nur die Audiospur möchte, kann diese nur als WAV ausgeben, anschließend aber mit dem Konverter in ein anderes Zielformat umwandeln.
Die Konvertierung steht über das Kontextmenü auch für Videoinhalte zur Verfügung. FazitDer Stream Catcher hält, was die Werbung verspricht, und grenzt sich positiv von kostenlosen Alternativen ab. Neben dem einfachen Download von Videos aus den bekannten Portalen überzeugen auch die Netzwerkanalyse sowie das Screenrecording in Echtzeit, welches auch für andere Quellen wie DVB-T oder abgespielte DVDs verwendet werden kann. Die Bedienung ist dabei sehr eingängig und bietet den notwendigen Komfort. Die Medienverwaltung kann ebenfalls überzeugen und bringt mit den Rubriken Ordnung ins Chaos. Dank Export und Konverter können die Inhalte auch problemlos weiterverwendet werden. Einzig die fehlende Vollversion des MPEG2-Encoders stört das Gesamtbild, wenngleich die Lizenz mit 5 Euro überaus günstig ist. Data Becker bietet auch eine kostenlose Variante des Stream Catchers 2 an, welche gegenüber der Vollversion aber in vielen Bereichen beschnitten wurde und zum Test daher wenig taugt.
PCDMicha, 29.01.2009
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