Datum: | Artikel 2016, WT-News

Systemwiederherstellung

Bereits seit Windows 7 bietet das Betriebssystem mehrere Schutzmechanismen, welche mit Windows 8.x und Windows 10 weiter ausgebaut und verfeinert wurden. Wir stellen die Systemwiederherstellung über Wiederherstellungspunkte oder ein Systemabbild sowie das  Zurücksetzen von Windows 10 näher vor. Der Artikel ist im Grunde auch für Windows 7 und Windows 8.x geeignet.

Systemwiederherstellungspunkte

Die erste Schutzmaßnahme sind die Wiederherstellungspunkte. Diese legt Windows bei Installation eines Treibers oder eines Programms automatisch an. Der Anwender kann damit jederzeit zu einem dieser Punkte zurückkehren, sofern der Mechanismus aktiviert wird.

Anzeige

Sie können die Einstellungen für die Wiederherstellungspunkte in der Systemsteuerung unter System -> Computerschutz oder über die Eingabe von „SystemPropertiesProtection.exe“ kontrollieren.

Comuterschutz

Comuterschutz

Es öffnet sich die Registerkarte Computerschutz der Systemeigenschaften. In dem Bereich Schutzeinstellungen sehen Sie, für welche Laufwerke der Schutz aktiviert ist. Zumindest das Systemlaufwerk sollte geschützt sein.

Computerschutz, Schutzeinstellungen

Computerschutz, Schutzeinstellungen

Wie viel Speicherplatz Sie für die Schutzfunktion verwenden, kann für jedes Laufwerk mit dem Button „Konfigurieren“ festgelegt werden. Die voreingestellten 5% sollten ausreichen. Installieren Sie oft sehr große Programme, können Sie den Zwischenspeicher aber vergrößern.

Computerschutz, Schutzeinstellungen

Computerschutz, Schutzeinstellungen

Manuell einen Wiederherstellungspunkt anlegen

Eventuell nehmen Sie Änderungen an der Registry oder andere Eingriffe vor. In diesen Fällen empfiehlt es sich, selbst einen Wiederherstellungspunkt anzulegen. Dazu können Sie auf der Registerkarte Computerschutz den Button „Erstellen“ anklicken oder eine Verknüpfung zu einem Script auf den Desktop legen und damit einen Wiederstellungspunkt mit einem Klick anlegen.

Wiederherstellungspunkt erstellen

Wiederherstellungspunkt erstellen

Zu einem vorherigen Punkt wiederherstellen

Wenn nach Installation eines Treibers, Programms oder Änderungen am System Probleme auftreten, können Sie zu einem der vorherigen Wiederherstellungspunkte zurückkehren. Geben Sie dazu unter Start -> Ausführen rstrui.exe ein, worauf der Assistent für die Systemwiederherstellung startet.

Systemwiederherstellung

Systemwiederherstellung

Alternativ können Sie auch „Wiederherstellung“ in die Suche von Windows eingeben und bekommen dann die erweiterten Wiederherstellungstools der Systemsteuerung angezeigt. Dort können Sie den oben dargestellten Assistenten über „Systemwiederherstellung öffnen“ starten oder die Systemwiederherstellung konfigurieren.

Erweiterte Wiederherstellungstools

Erweiterte Wiederherstellungstools

Nach dem Klick auf „Weiter“ zeigt Ihnen der Assistent Wiederherstellungspunkte an. Wenn Sie die Funktion „Weitere Wiederherstellungspunkte anzeigen“ aktivieren, werden auch ältere noch eingeblendet.

Wiederherstellungspunkte

Wiederherstellungspunkte

Damit Sie sehen, welche eventuell nach dem Wiederherstellungspunkt installierten Programme wieder neu installiert oder aktualisiert werden müssen, gibt es die Funktion „nach betroffenen Programmen suchen“, welche Treiberdateien auflistet.

Von der Wiederherstellung betroffen

Von der Wiederherstellung betroffen

Eigene Dateien wie Musik, Bilder oder Texte werden bei einer Wiederherstellung nicht gelöscht oder überschrieben, wie unser Tipp „Welche Dateien schützt die Systemwiederherstellung“ beschreibt.

Windows startet nicht mehr

Die Wiederherstellung ist selbst dann möglich, wenn Windows gar nicht mehr startet, indem man die erweiterten Startmöglichkeiten der Computerreparatur des Installationsmediums nutzt, welche auch über den erweiterten Start von Windows zu erreichen sind.

Computerreparaturoptionen

Computerreparaturoptionen

Dahinter verbirgt sich ein Notfallsystem, welches auch die Systemwiederherstellung unter dem ersten Punkt „System wiederherstellen“ bietet.

Erweiterte Optionen Windows 10

Erweiterte Optionen Windows 10

Komplette Systemwiederherstellung

Statt einfacher Wiederherstellungspunkte kann auch das ganze System wiederhergestellt werden, sofern man ein komplettes Systemimage angelegt hat. Die Funktion aus Windows Vista und Windows 7 ist auch in den späteren Windows-Versionen noch enthalten und versteckt sich in der Systemsteuerung unter „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“. Ganz oben links finden Sie die Funktion „Systemabbild erstellen“, welche wir in dem Artikel „Sichern und Wiederherstellen unter Windows 7“ näher beschrieben haben.

Systemabbild

Systemabbild

Ein solches Abbild lässt sich über die Computerreparaturoptionen oder den erweiterten Start in den Einstellungen unter „Update und Sicherheit“ zurücklesen.

Erweiterter Start Windows 10

Erweiterter Start Windows 10

Die Funktion ersetzt aus unserer Sicht aber kein Image-Programm, von denen wir mehrere in unserem Artikel „Imageprogramme im Vergleich – es muss nicht immer kostenpflichtig sein“  vorgestellt haben. Der Grund liegt in den geringen Möglichkeiten der Imageerstellung wie schwacher bis keiner  Komprimierung, keine Ausnahmen für bestimmte Dateitypen wie die Auslagerungsdatei vom Backup und vielem mehr.

PC zurücksetzen oder auffrischen

In dem Menü „Update und Sicherheit“ in den Einstellungen finden Sie auch die Möglichkeit, den PC zurückzusetzen.

Beim Zurücksetzen wird Windows quasi neu installiert. Windows nutzt dabei die Installationsdateien, welche bei der damaligen Installation auf die Festplatte kopiert wurden. Sie können dabei nur wählen, ob Sie eigene Dateien behalten möchten. Die installierten Programme und Apps sind auf jeden Fall verloren. Die noch aus Windows 8 bekannte „Auffrischen-Funktion“, welche auch die installierten Programme retten sollte, gibt es mit Windows 10 nicht mehr.

Zurücksetzen Windows 10

Zurücksetzen Windows 10

Microsoft bietet alternativ noch das Windows 10 Refresh Tool an. Das Windows 10 Refresh Tool führt auch eine Neuinstallation des aktuellen Windows 10 durch.

Windows 10 Refresh Tool

Windows 10 Refresh Tool

Im Prinzip entspricht dieses Tool der „Zurücksetzen“-Funktion von Windows 10, lädt aber ein aktuelles, frisches Image von Microsoft herunter.

Oder nur die Build-Version

Wer eine neue Windows-Build-Version installiert, sei es über Windows Update oder durch die Teilnahme am Insider-Programm, kann innerhalb von 28 Tagen jeweils wieder zur alten Build-Version  zurückwechseln. Auch dieses Vorgehen lässt sich über „Update und Sicherheit“ oder die Computerreparaturoptionen bzw. den erweiterten Start anstoßen.

Zum vorherigen Build zurückkehren

Zum vorherigen Build zurückkehren

Letzter Ausweg – Neuinstallation

Als letzte Option können Sie das System vom Installationsdatenträger booten und das Setup neu starten. Dieses erkennt dann das bereits installierte Windows und bietet ein Upgrade an. Hierbei bleiben Anwendungen, Daten und Einstellungen erhalten.

Neuinstallation Windows 10

Neuinstallation Windows 10

Mit „Benutzerdefiniert“ können Sie ein bestehendes Windows aber auch überschreiben und komplett neu installieren. Damit gehen aber auch die eigenen Dateien verloren, sofern diese sich auf dem Windows-Laufwerk befinden.

Fazit

Mit Kenntnis der Rettungsmöglichkeiten von Windows 10, sollten sich Totalausfälle des Systems vermeiden lassen. Im nächsten Artikel stellen wir weitere Notfallwerkzeuge von Windows vor.

Hinterlasse eine Antwort

(wird nicht veröffentlicht)

Nutzungsrichtlinien beachten