Datum: | Tests 2011

CyberLink, bekannt durch viele Multimedia-Produkte, hat auch seit Jahren den PowerDirector als Videoschnittlösung im Portfolio, welcher sich an Einsteiger, mit den verfügbaren Funktionen aber auch an ambitionierte Videofans richtet. Wir stellen Version 9 näher vor, welche vor allem in Sachen Performance zugelegt hat.

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Video für alle

Für Gelegenheits-Filmer braucht es heute keine teure Videokamera mehr:  Fast jede Digitalkamera und Handys der mittleren Preisklasse bieten Aufnahmemöglichkeiten (fast) in HD-Qualität. Sicherlich sind damit keine abendfüllenden Urlaubsdokus zu meistern. Für eine Sammlung lustiger Kurz-Clips sollte es aber allemal reichen. Um das fertige Videomaterial auch ansprechend zu präsentieren, braucht es aber Spezialsoftware: Schnitt, Bildoptimierung und Export in verschiedene Formate oder auf Datenträger müssen so zu bewerkstelligen sein, dass auch Einsteiger sich ohne stundenlanges Studium von Handbüchern zurechtfinden.

Während einige Hersteller mit ihren Produkten und entsprechender Preisgestaltung gezielt nur diese Gruppe ansprechen, gehen Hersteller wie CyberLink einen anderen Weg: Die Videoschnittsoftware PowerDirector richtet sich zwar an Einsteiger, kann mit Features wie Keyframe-Animation oder aufwändigen Schnitt- und Blendeneffekten auch anspruchsvollere Videofans zufrieden stellen.

Featureliste

CyberLink PowerDirector importiert Videos in den Formaten AVCHD, AVI, DVD, Adobe Flash, MOV, MPEG2, MPEG4 sowie WMV von Datenträgern oder direkt von (DV)-Kameras. Weiter werden die gängigen Audio- und Bildformate importiert. Die Medien können einzeln oder ordnerweise in die  Medienbibliothek übernommen werden. Der Export des fertigen Videos ist als AVCD, AVI, HDV, MPEG 1/2/4/H.264, QT und WMV möglich, wobei hier die Datenrate und Qualität vom Anwender noch beeinflusst werden kann. Die Videos können auch mit Menüs als DVD oder BD gebrannt oder in soziale Netzwerke hochgeladen werden.

PowerDirector bietet eine Timeline mit Spuren für Video und Audio, Titelgenerator mit Keyframe-Editierung, zahlreiche Effekte wie Blenden, Bild- und Farbanpassungen, BiB-Funktionen und Chroma-Key, Filter und vieles mehr.  "Magic"-Assistenten für einen automatischen Videoschnitt, passende Musikuntermalung, Bildoptimierung usw. helfen vor allem Einsteigern, bei der Funktionsfülle nicht den Durchblick zu verlieren und auch ungeübt im Umfang mit PowerDirector dessen Möglichkeiten zu nutzen.

CyberLink nutzt in PowerDirector auch einige seiner Kerntechnologien aus anderen Produkten (PowerDVD) wie z.B. die "TrueTheater"-Technologie, welche optisches Rauschen verringert, die Lichtverhältnisse optimiert und SD-Videos in verbesserter Qualität auf HD-Format bringt.

Was gibt es Neues?

Am Erscheinungsbild von PowerDirector hat sich gegenüber der Vorversion wenig geändert.

Hauptmaske

Hauptmaske

Der Workdesk ist im CyberLink-typischem Grau gehalten: ganz links Icons für Schnellzugriff auf den Workflow wie Effekte, Schnitt und Co, daneben die importieren Medien und ganz rechts die Vorschau. Darunter findet sich die Timeline, welche bis zu 100 Spuren aufnehmen kann. Neu ist hier eine Möglichkeit, Video- und Tonspur eines Clips direkt in der Timeline zu trennen.

Für die Audiobearbeitung verfügt PowerDirector 9 über den neuen New WaveEditor, welcher Audiotracks mit Effekten bearbeiten kann und für professionelle Nutzer sogar eine VST-Plugin-Schnittstelle bietet, so dass Effekte von Drittherstellern mit dem WaveEditor genutzt werden können. Der als eigenständiges Programm realisierte New WaveEditor bietet so viel Funktionalität, dass  er  sich für alle Aufgaben rund um Audio-Dateien anbietet und nicht nur auf die Nutzung über PowerDirector beschränkt wird.

WaveEditor

WaveEditor

Power satt

Wie schon die Vorgänger wird auch Version 9 in verschiedenen Editionen angeboten. Die günstigere Deluxe-Edition eignet sich dabei weniger für HD-Videos und kommt auch nicht mit den wichtigsten Features der Version 9 von CyberLink daher: nativer 64-Bit-Support und TrueVelocity. Darunter ist nicht zu verstehen, dass die Software nur auf einem 64-Bit-System läuft. Vielmehr wurde PowerDirector konsequent auf 64-Bit getrimmt und nutzt dabei nicht nur Arbeitsspeicher von mehr als 4 GByte RAM (sofern vorhanden). Auch die Thread-Verteilung wurde für solche Systeme optimiert und Routinen zur Nutzung von AMD Stream und NVIDIA Cuda in Grafik-Prozessoren wurden implementiert. CyberLink nennt dieses Technikpaket TrueVelocity (64, Parallel und Accelerator), welches sich vor allem in der ruckelfreien Echtzeitvorschau von HDV- und AVCHD-Material mit mehreren Videospuren bemerkbar macht.

Mit dem Patch (Version v2405) unterstützt PowerDirector 9 auch die neueste Intel-Prozessor-Generation (Sandy Bridge). Die Unterstützung bietet neben dem 64-Bit-Support einen weiteren Performance-Schub. CyberLink setzt auf die Intel Quick Sync Video Technology und kann damit die Kodierung- und De-Kodierung von MPEG2 und H.264 in “Hardware“ (also direkt auf dem Prozessor) nutzen. Wie auch bei AMD Stream und NVIDIA Cuda hat CyberLink wieder ausgesuchte spezielle Übergangs-Effekte, die direkt beschleunigt werden.

Das Ergebnis dieser Optimierungen ist beindruckend: Keine Videosoftware in dieser Preisklasse war bisher in der Lage, so flüssig Full-HD-Videos in der Echtzeitvorschau (entsprechende Hardware vorausgesetzt) darzustellen.

Überhaupt geht die Software bei vielen Arbeitsschritten wesentlich flinker zu Werke, als es noch Version 8 tat. In Sachen Stabilität und Performance müssen sich Mitbewerber wie Pinnacle Studio daher klar geschlagen geben.

Neue Effekte

In Version 9 bietet PowerDirector ein echtes Effektfeuerwerk. Partikeleffekte  wie Wolken, Blasen, Schnee, Pusteblumen oder Sterne können eigene Clips erheblich aufwerten und fügen sich dank passender Transparenz (bei Wolken z.B. im unteren Bereich) stimmig in die Clips ein.

Partikeleffekte

Partikeleffekte

Das neue Feature 3D MagicStyle erstellt aus Fotos und Videos und verschiedenen 3D-Vorlagen mit wenig Aufwand professionelle Filme mit Zoom- und Bewegungseffekten zu und in die Fotos und Videos. Ein Beispiel der Möglichkeiten findet sich in der Videovorschau bei CyberLink.

3D MagicStyle

3D MagicStyle

Mobil und online

Videos können in HD-Qualität in soziale Netzwerke oder bei YouTube hochgeladen werden. In  Version 9 wurde auch ein "YouTube Smart Uploader" integriert, welcher Uploads mit einer Länge von mehr als 15 Minuten splittet und automatisch eine Playlist dazu anlegt. Für die Wiedergabe auf mobilen Abspielgeräten kennt PowerDirector 9 verschiedene Profile (iPad, PSP usw.), um dem Anwender die Wahl der Auflösung und des Formats zu ersparen.

Produzieren

Produzieren

Fazit

Auf den ersten Blick hat sich bei PowerDirector von Version 8 auf Version 9 wenig getan. Erst bei der Arbeit mit HD-Material wird man aber feststellen, dass CyberLink seine Hausaufgaben gemacht und durch verschiedene Optimierungen die Software merklich beschleunigt hat. Das zeigt sich im Ergebnis vor allem an der ruckelfreien Echtzeitvorschau in HD. Die Erweiterung der maximalen Spuren ist zwar auf den ersten Blick nützlich, beeinträchtigt aber die Übersichtlichkeit, da es keinen Schnellumschalter für die Timeline im Vollbild gibt. Der Anwender muss die Verteilung der Bereiche im Programmfenster immer wieder anpassen. Der Funktionsumfang von PowerDirector ist in einigen Bereichen weiter gewachsen, so dass Einsteiger ohne die vielen Assistenten schnell den Überblick verlieren. Wohl auch deshalb legt CyberLink seinem PowerDirector noch ein gedrucktes Handbuch bei.

Wer auf Full-HD-Echtzeitvorschau und die sonstigen Neuerungen verzichten kann, sollte sich den Umstieg überlegen. Neukunden können aber bedenkenlos zugreifen. Für den Preis von knapp 90 Euro bietet derzeit kein Hersteller ein schöneres und besseres Gesamtpaket. Lassen Sie sich von der kostenlosen Testversion überzeugen.

CyberLink PowerDirector 9 Ultra 64

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Hersteller: Cyberlink
Preis ca. 80 Euro
System: Windows 7, Vista, XP
Positiv: ute Hardwareunterstützung, Assistenten für Einsteiger, sehr guter WaveEditor, enormer Leistungsumfang
Negativ: Bei vielen Spuren unübersichtlich

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