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Das kostenlose Videokonferenz-Tool Zoom erfreut sich großer Beliebtheit und bietet bereits in der Basis-Version einen großen Funktionsumfang. Im Jahr 2020 geriet die Software jedoch in die Kritik, da Nutzerdaten ohne vorherige Information und Zustimmung an Facebook weitergegeben wurden. Die Datenweitergabe wurde zwar zwischenzeitlich unterbunden, trotzdem sind viele Anwender verunsichert und auf der Suche nach einer anderen Lösung zum Veranstalten von Videokonferenzen, Webinaren und Online-Meetings. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen vier sichere Alternativen zu Zoom vor und zeigen, ob diese in Sachen Features und Funktionen dem „Original“ das Wasser reichen können.

Welche Funktionen sollte eine gute Videokonferenzsoftware bieten?

Der Funktionsumfang eines Videokonferenz-Tools richtet sich nach Ihren individuellen Anforderungen. Generell erweisen sich die Möglichkeiten zum Teilen des Bildschirms, separate Sitzungen (sogenannte Breakout Rooms) oder das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten aber immer als recht hilfreich. Ein weiteres beliebtes Feature ist das digitale Whiteboard, auf dem Sie gemeinsam mit Ihrem Team Ideen zusammentragen können.

Wie sicher sind Videokonferenzen?

Bei Videokonferenz-Tools bestehen signifikante Unterschiede in Bezug auf die Sicherheit. So können Unternehmen beispielsweise bei Cisco Webex Meeting eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anfordern, die bei Zoom schon von Haus aus integriert ist. Microsoft Teams, Google Meet und Skype verschlüsseln die Calls zwar auch, allerdings nicht Ende-zu-Ende. Von der Verwendung einer Open-Source-Lösung raten wir aus Sicherheitsgründen generell ab.

Für welche Betriebssysteme eignen sich die Zoom-Alternativen?

Die Tools aus diesem Beitrag sind alle Desktop-Client für Windows und Mac, als Web-App oder mobile Version für iOS und Android verfügbar. Zudem sind einige Programme, wie beispielsweise Microsoft Teams oder Skype, unter Windows bereits vorinstalliert.

1. Skype: Die beliebte Zoom-Alternative

Eine der beliebtesten Zoom-Alternativen ist das kostenlose Videokonferenz-Tool Skype, das schon seit 2003 auf dem Markt ist und sich vorwiegend für den privaten Gebrauch eignet. Mit Skype for Business stand zwar auch lange eine Version für das geschäftliche Umfeld zur Verfügung, die aber inzwischen durch Microsoft Teams ersetzt wurde.

Frau nutzt die Zoom-Alternative Skype

Skype ist in erster Linie eine Lösung für den Privatbereich, also ein Tool, um mit Freunden und der Familie zu kommunizieren. Die Version für das geschäftliche Umfeld wurde inzwischen durch Microsoft Teams ersetzt.

Die Nutzung von Skype ist grundsätzlich kostenlos, für Telefonate ins Fest- und Mobilfunknetz werden allerdings Gebühren fällig. Um Chats und Anrufe durchzuführen müssen Sie zudem für einen (ebenfalls kostenlosen) Skype-Account registrieren. Das Host Limit liegt bei 100 Personen pro Videokonferenz. Auf dem Bildschirm sind dabei immer bis zu vier Personen gleichzeitig sichtbar. Genau wie bei Microsoft Teams haben Sie auch in Skype die Möglichkeit, Anpassungen am Hintergrund vorzunehmen.

Darüber hinaus können Anrufe aufgezeichnet, der Bildschirm geteilt oder Untertitel und sogar Live-Übersetzungen eingestellt werden. Für private Gespräche können Sie sich ein einen separaten Raum zurückziehen, der mittels End-to-End-Verschlüsselung gesichert ist.

Skype gibt es als Download für Windows, Linux, iOS und Android und in einer Portable Version, mit der Sie die Software auch unterwegs auf einem USB-Stick parat haben. Bei vielen Windows-Geräten ist Skype auch bereits vorinstalliert.

Tipp: Damit Sie nicht von Dritten über die Suchfunktion gefunden werden können, bietet Skype die Möglichkeit, andere Nutzer oder den Standort zu blockieren.

2. Microsoft Teams: Die umfangreiche Zoom-Alternative

Microsoft Office 365 Business

Als Bestandteil von Microsoft Office 365 bietet Teams auch Zugriff auf andere Microsoft-Dienste wie OneDrive oder den Microsoft Planner.

In Sachen Funktionsumfang hat die Lösung aus dem Hause Microsoft definitiv die Nase vorne. Das Tool ist als eigenständige Plattform oder Teil von Microsoft Office 365 erhältlich und eignet sich für alle Unternehmensgrößen und Branchen.

Neben den Grundfunktionen für Chats, Anrufen und Besprechungen bietet das Tool auch Zugriff auf zahlreiche andere Microsoft-Dienste, wie beispielsweise Share Point, OneDrive oder den Microsoft Planner. So können die Teilnehmer eines Chats gemeinsam an Word-Dokumenten arbeiten oder die Aufgabenmanagement-Funktionen des Microsoft Planners auch innerhalb von Teams nutzen.

Die Software bietet Platz für insgesamt 300 Teilnehmer. Zum Vergleich: Bei Zoom können bereits in der Gratisversion bis zu 100 Personen parallel an einem Videochat teilnehmen. Während der Anrufe werden bis zu neun Teilnehmer auf dem Bildschirm angezeigt. So können Sie die aktiven Teilnehmer Ihrer Konferenz immer genau im Auge behalten. Hintergründe und Bilder sind individuell anpassbar, außerdem können Sie Gruppen erstellen und eigene Funktionen darin anlegen.

https://www.youtube.com/watch?v=qyZK0aocicI

Microsoft Teams ist als Desktop-Client für Windows und Mac, als Web-App oder mobile Version für iOS und Android verfügbar und ist ab Windows 10 schon vorinstalliert. Für eine reibungslose Nutzung empfehlen wir zusätzlich ein Office 365-Konto. Teams bietet bereits in der kostenlosen Version einen beachtlichen Funktionsumfang. Wem das nicht reicht, der kann mithilfe von Office-365-Paketen weitere Features freischalten. Dafür werden pro Nutzer monatlich zwischen 5 und 20 Euro fällig.

3. Google Meet: Die einfache Zoom-Alternative

Google Meet Smartphone-App

Um an einer Konferenz in Google Meet teilzunehmen, ist nicht zwingend eine Anmeldung erforderlich. Mithilfe eines Einladungslinks können Sie sich auch direkt über die Web-Anwendung oder eine der mobilen Apps einklinken.

Bei Meet by Google handelt es sich um eine frei verfügbare Videokonferenz-Lösung auf Unternehmensniveau. Das Tool kann direkt über den Browser gestartet werden, alternativ stehen auch noch Apps für iOS und Android zur Verfügung.

Für die Erstellung von Online-Konferenzen ist ein Google-Konto erforderlich. In der gratis Version sind diese auf maximal 100 Teilnehmer und eine Dauer von 60 Minuten begrenzt. In den kostenpflichtigen Abos sind bis zu 250 Teilnehmer ohne Zeitlimit möglich. Davon werden bis zu 16 Personen gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt.

Um an Konferenzen teilzunehmen benötigen Sie kein Konto, sondern können sich stattdessen ohne Anmeldung mithilfe eines Einladungslinks direkt über die Web-Anwendung oder eine der mobilen Apps mit einklinken. Zum Zwecke der Sicherheit setzt Google hier auf komplexe IDs und verwehrt unbekannten Teilnehmern den Zutritt zum Chat. Innerhalb eines Chats können Sie den Bildschirm teilen, gemeinsam an Google-Docs-Dokumenten arbeiten oder Untertitel einblenden. Als Teil der G-Suite lässt sich Google Meet zudem mit einer Vielzahl weiterer nützlicher Business-Anwendungen wie dem Google Kalender oder Gmail verknüpfen.

Für Privatpersonen ist die Nutzung der Plattform kostenlos. Unternehmen oder Organisationen mit mehr als 100 Teilnehmern müssen ein Premium-Abo für rund 8 Euro monatlich abschließen. Sollen mehr als 150 aktive Nutzer involviert werden, muss bei Google ein individuelles Angebot eingeholt werden.

Gut zu wissen: Laut Google soll Meet mithilfe von Algorithmen maschinell hinzuzulernen und beispielsweise dazu in der Lage sein, störende Hintergrundgeräusche herauszufiltern oder das Licht automatisch an die Umgebungsverhältnisse anzupassen.

4. Webex Meetings: Die Business-Lösung

Webex Meetings ist ein cloudbasiertes Videokonferenz-System von Cisco, mit dem Sie Anrufe tätigen und entgegennehmen und an Online-Meetings teilnehmen können. Darüber hinaus lassen sich mit dem Tool Nachrichten verschicken, virtuelle Events mit bis 100.000 Teilnehmern planen und veranstalten und Umfragen und FAQs erstellen. Außerdem lässt sich Webex mit zahlreichen Drittanbieter-Programmen wie Salesforce, Slack oder Google Kalender verbinden. Zum Funktionsumfang der Software zählen außerdem HD-Videos, Bildschirmfreigaben, Konferenz-Mitschnitte oder das Streaming als Facebook-Live-Event.

Die Zoom-Alternative Cisco Webex auf einem Android-Smartphone

Mithilfe der Cisco Webex App für iOS und Android können Sie sich auch von unterwegs eine Verbindung zu einem Webex-Meeting herstellen.

Moderatoren benötigen für das Erstellen von Meetings einen kostenlosen Webex-Account. Über die Option „Als Gast teilnehmen“ können Sie aber auch ohne Anmeldung an Videokonferenzen teilnehmen - allerdings mit Einschränkungen. Daneben bietet das Tool auch die Möglichkeit für die Zusammenarbeit in Gruppen (analog zu den Breakout Rooms in Zoom), 1-zu-1-Gespräche oder die gemeinsame Arbeit am digitalen Whiteboard.

Desktop-Client zum Erstellen von Meetings erforderlich: Cisco Webex Meeting kann als Desktop-Client, mobile App oder im Browser genutzt werden. Moderatoren benötigen jeweils eine Lizenz, zudem muss für das Starten von Meetings zwingend der Desktop-Client installiert sein. In der kostenlosen Version (mit eingeschränktem Funktionsumfang) ist eine beliebige Anzahl von Videokonferenzen mit jeweils 100 Teilnehmern ohne Zeitlimit möglich.

Mehr Features bekommen Sie mit einem kostenpflichtigen Paket für kleine bis große Unternehmen. Im Paket „Starter“ sind Meetings mit bis zu 150 Teilnehmern möglich, im Paket „Business“ liegt das Host Limit bei 200 Teilnehmern. Die Preise liegen zwischen 14 und 29 Euro pro Monat und Host. Zudem bietet Cisco noch einen individuellen „Enterprise“-Tarif an, für den die Konditionen direkt beim Hersteller erfragt werden müssen.

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Zoom Alternative: 4 Tools für Videokonferenzen
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