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Windows Reparatur Tool

Wenn Windows mit Problemen nicht mehr starten will oder Fehler anzeigt, schlägt die Stunde von einem Windows Reparatur Tool. In Netz gibt es einige davon gratis zum Download, auch als ISO-Datei oder für USB-Sticks zum Booten. Wir stellen in diesem Artikel die kostenlosen Helfer vor und erklären auch, welche Hilfe zur Problemlösung Microsoft selbst anbietet.

Welche Probleme können ein Windows Reparatur-Tool notwendig machen?

Häufige Probleme von Windows 10 sind beschädigte Startdateien, beschädigte Systemdateien, fehlerhafte Treiber oder Patches. Für diese Fehler bieten sich Windows Reparatur-Tools an.

1. Diese Probleme können auftreten

Wenn Windows nicht mehr problemlos startet oder sich nicht mehr vernünftig arbeiten lässt, ist Hilfe gefragt. Glücklicherweise haben sich die Probleme mit Windows 10 gegenüber seinen Vorgängern wie Windows 7 oder Windows XP drastisch minimiert. Trotzdem ist auch Windows 10 nicht vor den häufigsten Problemen geschützt, welche den Einsatz eines Windows Reparatur-Tools notwendig machen können:

  • Beschädigte Bootumgebung
    Wenn Windows nicht mehr starten kann, ist häufig der Bootmanager durch Installation anderer Systeme oder dubioser Tuning-Tools beschädigt.
  • Malware und Trojaner
    Egal ob Windows Defender oder ein anderer Virenscanner: Trotz solcher Schutzmaßnahmen kann es zu einem Virusbefall kommen. Als Folge lässt sich Windows nicht mehr starten oder verwehrt Zugriff auf viele Funktionen, darunter auch den Task-Manager, um den Schädling wieder loszuwerden.
  • Gelöschte oder beschädigte Systemdateien
    Fehlt Windows eine wesentliche Systemdatei oder wurde diese beschädigt, kann das System nicht mehr vollständig geladen werden und bricht ab.
  • Windows startet nach einem Update oder Treiberinstallation nicht mehr
    Ein neuer Grafikkartentreiber oder auch ein Update im Rahmen des monatlichen Patchdays von Microsoft kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das System mit Bluescreen stehen bleibt.
page fault in nonpaged area windows 10

Ein gefürchteter Bluescreen in Windows kann viele Ursachen haben.

2. Eine vorherige Fehleranalyse ist wichtig

Es macht keinen Sinn, einfach alle Möglichkeiten der Reparatur gleichzeitig oder nacheinander anzuwenden, ohne die Ursache des Problems zu kennen. Eventuell liegt auch ein Hardware-Defekt an der Festplatte, Arbeitsspeicher oder anderen Komponenten vor und hat gar nichts mit einem Fehler in Windows zu tun.

Folgende Überlegungen sollten Sie daher im Vorfeld anstellen:

  1. Was habe ich zuletzt gemacht, dass den Fehler verursachen könnte?
  2. Wurden neue Programme, Patches oder Treiber installiert?
  3. Gab es im Vorfeld bereits Anzeichen für einen Defekt wie beispielsweise unerklärliche Abstürze oder Geräusche an der Festplatte?

3. Windows Reparatur-Tool ist ein unbestimmter Begriff

Was versteht man unter einem Windows Reparatur-Tool oder was sollte dieses Tool können? Die Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Im Kern sollten und müssen die Tools aber dabei helfen, ein beschädigtes Windows-System wieder „flott“ zu bekommen.

Damit scheiden bestimmte Tools wie "Registry-Cleaner" oder "Tweaking-Suites" aus. Registry-Cleaner können zwar fehlerhafte Einträge in der Registry beheben und löschen. Diese sind aber in aller Regel nicht dafür verantwortlich, wenn Windows nicht mehr startet. Auch Tuning-Programme haben andere Aufgabenbereiche und sind primär nicht dafür ausgelegt, ein streikendes Windows wieder gangbar zu machen.

Alle Module vom Ashampoo WinOptimizer 19

Tuning- und Tweak-Suites wie der Ashampoo WinOptimizer sind nur bedingt die richtigen Helfer, wenn Windows Probleme macht.

Die beste Software bringt nichts, wenn Windows gar nicht mehr startet. Essenziell für ein Windows Reparatur-Tool ist daher, dass sich das Tool auch ohne laufendes Betriebssystem von USB oder als ISO von DVD/CD starten lässt.

4. Diese Tools bietet Windows zur Problemlösung an

Windows bietet mehrere Reparatur-Tools, welche den meisten Anwendern gar nicht bekannt sind.

4.1. Problembehandlungen in den Einstellungen

Viele kleine Probleme in Windows 10 lösen sich über die Problembehandlungen. Sie finden diese über die Einstellungen -> Update und Sicherheit -> Problembehandlung -> zusätzliche Problembehandlungen. Die kleinen Helfer sind dort sehr problemspezifisch, beispielsweise Probleme beim Drucken, Windows Update oder dem Netzwerkadapter. Die internen Helfer prüfen den Abschnitt auf eventuelle Fehler, setzen Werte zurück und leisten häufig sehr gute Dienste.

Windows-Reparatur-Tools in der Problembehandlung

Die Problembehandlungen sind kleine Windows-Reparatur-Tools und direkt in Windows integriert.

4.2. Computerreparaturoptionen beim Booten

Windows 10 bietet einen abgesicherten Modus mit erweiterten Startoptionen direkt beim Booten, indem Sie STRG+F8 drücken. Da moderne PC-Systeme aber sehr schnell starten, ist dieser Zeitpunkt kaum zu treffen. Alternativ kommen Sie in den erweiterten Start, wenn Sie drei Mal in Folge den PC auszuschalten, während Windows noch bootet (Einschalter lange gedrückt halten). Wenn Windows 10 noch startet, können Sie auch in die Einstellungen unter Update und Sicherheit -> Wiederherstellung wechseln und dort den erweiterten Start ausführen.

Der erweiterte Start in Windows 10 führt den den Windows-Reparatur-Tools von Microsoft

Der erweiterte Start in Windows 10 führt den den Windows-Reparatur-Tools von Microsoft.

Der erweiterte Start bietet verschiedene Windows Reparatur-Tools mit unterschiedlichen Aufgaben.

Systemreparaturdatenträger Windows 10

Erweiterte Optionen zeigt die verschiedenen Windows-Reparatur-Tools.

Die Starthilfe analysiert die Bootumgebung und kann den Bootloader wieder herstellen, damit Windows wieder startet. Die Eingabeaufforderung ermöglicht Befehle in der Kommandozeile wie sfc/scannow, um damit geschützte Systemdateien zu überprüfen und die beschädigten Dateien durch eine zwischengespeicherte Kopie zu ersetzen. „System wiederherstellen“ listet alte Wiederherstellungspunkte auf, zu denen ein Update oder Treiber installiert wurde. Sie können darüber zurückspringen und die Änderung wieder rückgängig machen.

Weitere Wiederherstellungspunkte anzeigen

Wiederherstellungspunkte setzen Windows zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück und machen weitere Windows-Reparatur-Tools häufig überflüssig.

Wenn sich der erweiterte Start bei Ihnen nicht mehr aufrufen lässt, können Sie diesen auch über das Installationsmedium von Windows 10 aufrufen, indem Sie statt „jetzt installieren“ die "Computerreparaturoptionen“ aufrufen.

computerreparaturoptionen in Windows 10

Die Computerreparaturoptionen in Windows 10 führten zu den Windows-Reparatur-Tools

Den Installationsdatenträger können Sie mit dem Windows 10 Media Creation Tool erstellen oder direkt bei Microsoft ein Windows 10 Datenträgerabbild als ISO-Datei herunterladen.

5. Eigenständige Windows Reparatur-Tools

Das kostenlose All in One – System Rescue Toolkit bietet neben Prüf und Checkfunktionen für Fehler in Windows auch viele Zusatzprogramme und Direktaufrufe zu Windows-Funktionen. Zu der portablen Fassung, welche direkt unter Windows gestartet werden kann, gibt es auch eine selbstständig bootfähige Technical-Edition, mit deren Hilfe sich Viren entfernen, Partitionen verwaltet oder gelöschte Dateien wiederherstellen lassen.

All in One – System Rescue Toolkit

Das All in One – System Rescue Toolkit ist ein umfangreiches Windows-Reparatur-Tool.

SystemRescue basiert auch auf Linux und bietet eine große Auswahl von Hilfsprogrammen wie Dateimanager, Stress- und Diagnosetools, Antivirus und vieles mehr, um Virenbefall zu entfernen oder Dateien zu sichern, bevor Windows neu installiert werden kann.

SystemRescue

SystemRescue ist ein Windows-Reparatur-Tool auf Linux-Basis.

Alle Linux-Distributionen, welche als bootfähige Live-CD verfügbar sind und damit direkt von USB oder einer DVD/CD ohne Installation gestartet werden können, sind im Notfall auch Helfer, da man mit diesen Betriebssystemen zumindest ins Internet kommt und dort nach Hilfe suchen kann, oder Daten einer beschädigten Windows-Installation auf andere Medien sichern kann.

Spezielle Helfer-Systeme ist dabei GParted, mit dem Sie unter einer grafischen Oberfläche Festplatten und Partitionen verwalten können, Parted Magic mit vielen Tools rund um Datenträger oder Rescatux, mit welchem Bootprobleme mit Linux und Windows behoben werden können. Weitere Funktionen von Rescatux sind das Wiederherstellen gelöschter Dateien sowie ein Speichertest. Ein besonderes Feature von Rescatux ist darüber hinaus vergessene Windows-Kennwörter zurücksetzen, sofern es sich um lokale Konten handelt.

Rescatux mit Rescapp

Rescatux repariert die Bootumgebung und bietet weitere Funktionen.

5.1. Windows PE-Helfer

Auf Basis von Windows Preinstallation Environment (Windows PE) können Sie sich selbst ein Notfallwindows in Deutsch erstellen und mit eigenen Hilfsprogrammen befüllen. Wie Sie dazu vorgehen, haben wir in dem Artikel Komfortables Notfallwindows auf Basis von Windows PE erstellen beschrieben. Das c't-Notfall-Windows 2021 basiert auf der gleichen Technik und dient auch als Bausatz für ein Notfall-Windows, um Viren zu beseitigen oder Daten zu retten.

Windows PE als bootfähiges Windows

Windows PE startet vollständig von einem USB-Stick oder CD/DVD.

Mit Win10XPE und Win10PE SE gibt es zwei weitere Baukästen, welche Ihnen bei der Erstellung eines eigenen Notfallwindows unter die Arme greifen.

win10xpe

win10xpe ist ein Bausatz mit vielen Tools und damit ideal als bootfähiges Windows Reparatur-Tool.

5.2. Spezielle Lösungen bei Virenbefall

Für Virenbefall bieten alle großen Hersteller kostenlose Notfallsysteme an, mit denen ein beschädigtes Windows nach Viren untersucht und diese gelöscht werden können. Sehr gute Erfahrungen haben wir mir der Kaspersky Rescue Disk gemacht.

kaspersky Rescue Disk

Die Kaspersky Rescue Disk kann ein virenverseuchtes Windows wieder reparieren.

6. Andere Lösungen zur Fehlerbehebung und Diagnose

Wenn Ihr System noch startet, können Sie zu den folgenden Helfern greifen, um eventuelle Fehler aufzuspüren oder Windows zu reparieren.

Die portable Windows Repair Toolbox bietet unter einer gemeinsamen Oberfläche verschiedene Tools, mit deren Hilfe Sie Fehler in Windows aufspüren oder auch reparieren können. Verschiedene Tests, darunter auch ein Stresstest, sind ebenfalls integriert.

Windows Repair Toolbox

Windows Repair Toolbox mit vielen Tools und Helfern.

WSCC, das Windows System Control Center, ist eine Startoberfläche für Tools von Nirsoft, Sysinternals und Windows mit integrierter Update-Funktion und kann die vielen Hilfsprogramme vorab herunterladen, um alle über die gemeinsame Oberfläche von WSCC portabel zu nutzen. Der NirLauncher dagegen vereint „nur“ die über 220 Nirsoft-Hilfsprogramme rund um Windows unter einer eigenen Oberfläche.

WSCC - Windows System Control Center

WSCC - Windows System Control Center als Windows-Reparatur-Tool-Sammlung.

Um Hardwaredefekte aufzuspüren, gibt es zahlreiche Diagnoseprogramme, beispielsweise OCCT mit integriertem Stresstest für GPU und CPU. Dabei können Sie auch die CPU-Temperatur und GPU-Temperatur überwachen, um Hitzeprobleme am System aufzuspüren.

OCCT

OCCT zur Diagnose und Überwachung von Windows.

Tipp: In unserem Artikel „Hardware-Test: So überprüfen Sie Ihren PC auf Fehler“ finden Sie weitere Tools zur Fehlersuche an der Hardware.

Darüber hinaus finden Sie in unserem Tipparchiv Lösungen zu den häufigsten Problemen von Windows, welche sich auch ohne spezielle Reparaturtools beheben lassen, beispielsweise Fehlermeldung 0xc000021a oder „Page Fault in Nonpaged Area“, kein Sound in Windows 10, den Browser Microsoft Edge zurücksetzen oder Windows Explorer reagiert nicht. In einem weiteren Tipp haben wir auch beschrieben, wie Sie fehlerhafte Windows-Updates zurücksetzen.

Wenn ein Virus den Taskmanager deaktiviert, können Sie mit dem kleinen Task Manager Fix den Task-Manager wieder freischalten.

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Kostenlose Windows Reparatur-Tools: Diese Programme helfen Ihnen, wenn es brenzlig wird
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