Datum: | Artikel 2014

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USB-Sticks verdrängen langsam aber sicher immer mehr optische Datenträger und bringen durch die höhere Kapazität, einfaches Bespielen und Löschen von Inhalten ungeahnte Möglichkeiten. Zu einer der Königsdisziplinen gehört der Multiboot von verschiedenen Systemen über den USB-Stick. In dem folgenden Artikel stellen wir drei Möglichkeiten vor, wie Sie Live-Systeme, Windows-Installations-DVDs und sogar Windows PE auf einen USB-Stick packen, automatisch oder individuell, wie unser WinTotal USB-Support-Stick.

BIOS oder UEFI

Ein Großteil der hier vorgestellten Lösungen funktioniert auf UEFI-Systemen nicht auf Anhieb, da in aller Regel kein signierter Bootloader für Secure Boot vorhanden ist. In unserem Artikel EFI – der BIOS-Nachfolger: Grundlagen und Hilfestellung finden Sie viele Hintergrundinformationen und auch den Hinweis, dass sich solche Systeme auch im Compatibility Support Mode starten lassen und sich dann wie normale BIOS-Systeme verhalten, die Sticks demnach hier booten.

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Bootfähiger USB-Stick

Zunächst benötigen Sie einen USB-Stick, welcher bootfähig ist. Dies können Sie mit Bordmitteln von Windows erledigen.

Starten Sie dazu die Kommandozeile als Administrator und geben Sie den Befehl diskpart ein. Mit list disk erfahren Sie die Datenträgernummer des USB-Sticks, in unserem Fall der Datenträger Nummer 3.

Anzeige der Datenträger

Anzeige der Datenträger

Wählen Sie mit select disk 3 den Datenträger Nummer 3 aus (ggf. anpassen). Mit list partition können Sie sich nochmals die Partitionen auf dem Stick anzeigen lassen. Wenn es wirklich der richtige Stick ist, können Sie mit clean alle Daten darauf löschen.

Datenträger gelöscht

Datenträger gelöscht

Mit create partition primary erstellen Sie nun eine primäre Partition. Der Befehl format fs=FAT32 Label=“MultiUSB“ Quick Override formatiert den Datenträger mit FAT32, welches die universellere Lösung statt NTFS ist.

Zuletzt wird die primäre Partition noch mit active als aktiv markiert.

Mit dem Befehl list partition können Sie nochmals kontrollieren, ob alles richtig übernommen wurde. Die primäre Partition sollte mit dem Asterix-Symbol auch als aktiv markiert sein.

Eingerichtet und aktiviert

Eingerichtet und aktiviert

Statt zur manuellen Variante kann man auch zu Hilfsprogrammen wie dem HP USB Disk Storage Format Tool oder Rufus greifen, welche unter einer grafischen Oberfläche die notwendigen Einstellungen vornehmen.

HP USB Disk Storage Format Tool

HP USB Disk Storage Format Tool

Bei Nutzung beider Tools muss man aber zum Abschluss die primäre Partition mit Diskpart noch aktiv setzen (siehe oben). Ein weiteres Tool dieser Art ist RMPrepUSB, welches wir im späteren Verlauf des Artikels nochmals ansprechen.

Automatisierte Lösungen

Sardu

Download unter http://www.wintotal.de/softwarearchiv/?id=5401

Mit Shardana Antivirus Rescue Disk Utility (kurz SARDU) können über 50 Live-Systeme zur Schädlingsbekämpfung und Diagnose/Wartung auf ein Medium wie CD/DVD oder auf einen USB-Stick gepackt werden.

Dazu wählt man aus den Bereichen Antivirus, Werkzeuge, Linux und Windows PE die gewünschten Komponenten aus, welche dann direkt heruntergeladen werden können. Sind diese Dateien an der richtigen Stelle eingebunden (im Unterordner ISO von SARDU), können sie in den Notfalldatenträger mit aufgenommen werden. SARDU speichert das fertiggestellte Medium als ISO-Datei oder erstellt einen bootfähigen USB-Stick. Die heruntergeladenen Komponenten löscht SARDU selbstständig.

Die Bedienung ist relativ einfach. Sie klicken auf den verschiedenen Registerkarten die Live-Systeme an, welche Sie gerne auf dem Stick hätten. SARDU meldet dann, dass die Dateien heruntergeladen werden müssen. Ist kein direkter Download möglich, leitet das Tool auf die Herstellerseite.

Sardu

Sardu

Haben Sie alle Dateien für den Stick ausgewählt, klicken Sie auf den Downloadbutton in der Menüleiste oben.

Download

Download

SARDU startet dann den Downloadmanager.

Downloadmanager

Downloadmanager

Sollten Sie bereits die ISO-Abbilder anderweitig heruntergeladen haben, können Sie diese auch manuell in den Ordner „ISO“ als Unterordner von SARDU kopieren. Beachten Sie hierbei die Tooltipps des Programms, wie die ISO-Datei benannt sein muss, damit SARDU diese richtig erkennt.

Namen der ISO-Dateien

Namen der ISO-Dateien

Erst nach einem Neustart des Tools werden die Dateien dann erkannt.

Richtig erkannt

Richtig erkannt

Neben den bekannten Live-Systemen lassen sich unter „Windows“ auch verschiedene Windows-PE-Systeme, Reparaturdatenträger von Windows oder selbst erstellte „AllinOne“-Installer-DVDs als ISO einbinden.

In dem Screenshot oben sehen Sie bei 1, welcher Stick derzeit benutzt wird. Den notwendigen Speicherplatz der Zusammenstellung sehen Sie bei 2 und mit Klick auf den Button auf 3 wird der Stick beschrieben.

Live Linux USB Creator

Live Linux USB Creator (LiLi) installiert aus einer Auswahl von mehreren hundert Distributionen gewünschte Live-Linux-Systeme auf sehr einfache Weise in 5 Schritten auf jedem USB-Stick. Die 5 Schritte sind bereits in der Programmoberfläche ersichtlich:

  • Stick auswählen
  • Quelle wählen (ggf. wird diese heruntergeladen)
  • Persistenz auswählen (Dateien für Veränderungen am Live-System)
  • Optionen festlegen
  • Erstellen – „Auf den Blitz klicken, um die Installation zu starten“
Live Linux USB Creator

Live Linux USB Creator

Durch die einfache Bedienung richtet sich das Tool vor allem an Gelegenheitsnutzer und PC-Anfänger.

YUMI – Multiboot USB Creator

Mit YUMI (Your Universal Multiboot Installer) können mehrere Distributionen und andere angebotene Tools von der Homepage auf einem USB-Stick installiert werden. Zur Auswahl stehen viele bekannte Linux-Distributionen. Auch mit Windows-Versionen wie Vista, Windows 7 und Windows 8 arbeitet YUMI zusammen – darüber hinaus mit zahlreichen Tools wie den Partitionierungstools GParted, Parted Magic und Partition Wizard, mit Antiviren-Programmen, anderen OS und Systemtools, die zum Download zur Verfügung stehen. Möchten Sie mehrere Distributionen auf einen Stick packen, muss das Tool mehrfach gestartet werden.

Yumi

Yumi

Yumi Bootmenü

Yumi Bootmenü

Universal USB Installer

Universal USB Installer ist wie der kleine Bruder von YUMI und kann nur jeweils ein System auf den Stick packen.

Universal USB Installer

Universal USB Installer

WinSetupFromUSB

Das Tool WinSetupFromUSB erstellt auf einem Rechner unter Windows XP ff. einen USB-Installations-Stick für alle Windows-Versionen ab 2000 und kann darüber hinaus auch Windows-PE-Systeme sowie andere Rettungssysteme auf ISO-Basis einbinden. Die Möglichkeiten des einfachen Tools sind aber beschränkt. Flexibler erstellen Sie mit unserem Artikel „Windows-Setup-Stick mit verschiedenen Versionen und Editionen erstellen“ einen individuellen Installations-Stick für Windows.

winsetupfromusb

winsetupfromusb

Nur Windows PE?

Wer vorwiegend ein Windows-PE-Notfallsystem benötigt und dieses noch mit eigenen ISO-Rettungssystemen garnieren will, sollte einen Blick in unseren Artikel „Komfortables Notfallwindows auf Basis von Windows PE erstellen“ werfen. Dort wird auch beschrieben, wie ein Notfallmedium auf Windows-Basis erstellt wird, welches auch weitere Notfallsysteme wie Parted Magic und Co. aufnehmen kann.

Windows PE eingebunden

Windows PE eingebunden

Hinweis: Wollen Sie aber auch Windows PE mit in den Multiboot-Stick aufnehmen, verzichten Sie bei der PE-Erstellung in Schritt 5 unseres Artikels auf das Hinzufügen von Einträgen unter „Other OS“.

Keine Auswahl anderer Systeme bei der PE-Erstellung

Keine Auswahl anderer Systeme bei der PE-Erstellung

Der eigene Stick

Auf Grundlage der folgenden Informationen haben wir den WinTotal USB-Support-Stick erstellt, welchen Sie mit weiteren Zugaben als Mitglied kostenlos downloaden, sonst als Download oder in einer Hardware-Fassung käuflich erwerben können.

Die Zutaten

Grundlage des Sticks ist Grub4Dos. Grub4Dos basiert auf GNU Grub und kann als Bootmanager zum Starten von DOS oder Linux-Systemen von CD oder USB-Sticks dienen. Als Besonderheit ist Grub4Dos auch in der Lage, CD-Images direkt zu booten. Das Tool ist daher ideal für die Erstellung mobiler Notfall-Sticks. Eine Auswahl an Notfallsystemen finden Sie z.B. in unserer Rubrik „Live- und Rettungssysteme“.

Grub4Dos ist sehr mächtig und an verschiedenen Stellen ausführlich dokumentiert, was vor allem für den Menüaufbau von Relevanz ist:

Da die Installation nicht ganz trivial ist, bieten Tools wie RMPrepUSB die Möglichkeit, die Installation selbst vorzunehmen.

RMPrepUSB steht für „The All-in-One USB drive Preparation Utility from RM“ und partitioniert, formatiert und modifiziert USB-Datenträger so, dass diese danach bootfähig sind. Über die grafische Oberfläche legt der Anwender alle Parameter wie Bootoptionen und Dateisystem fest und kann bestimmen, welche Dateien ergänzend auf den Datenträger kopiert werden (z.B. MS-DOS-Startdateien, um eine „Bootdiskette“ alter Art zu erstellen).

Grub4Dos hat aber auch den Nachteil, dass es derzeit nicht UEFI-tauglich ist (siehe Artikelanfang). Für Diagnose- und Notfallsysteme sollte dies aber verschmerzbar sein, da man auch auf UEFI-Systemen im Kompatibilitätsmodus starten und so vom Stick booten kann.

Einrichtung

Sofern der Stick bereits wie zu Anfang beschrieben partitioniert und formatiert wurde, muss Grub4Dos nur noch auf den Stick.

Starten Sie dazu RMPrepUSB, wählen Sie oben das richtige Laufwerk aus und klicken Sie dann auf „Installiere Grub4Dos“.

Grub4Dos installieren

Grub4Dos installieren

Es erscheint eine Rückfrage, wo der Bootloader installiert werden soll. Geben Sie hier den MBR an.

Installation im MBR

Installation im MBR

Die Einrichtung wird dann über die Kommandozeile selbstständig vorgenommen.

Einbindung über CMD

Einbindung über CMD

Verzeichnisstruktur

Auf dem Stick finden Sie dann den Ordner Boot mit den Bootdateien, den Ordner Images, welcher später die ISO- oder Diskettenabbilder enthält, sowie den Grubloader und die menu.lst, welche das Menü darstellt und steuert.

Verzeichnisstruktur

Verzeichnisstruktur

Menü

Das Menü von Grub4Dos ist relativ einfach aufgebaut. Die menu.lst und windows.lst von dem Artikel können hier heruntergeladen werden.

menu.lst

color magenta/white white/magenta black/white black/white
timeout 10
### MENU START
title Slitaz 4.0\nVollwertiges kleines Live-Linux
find --set-root --ignore-floppies --ignore-cd /images/slitaz.iso
map /images/slitaz.iso (0xff) 
map --hook
chainloader (0xff)
### MENU END

### MENU START
title Parted Magic 10082013\nLinux-System mit GParted und weiteren Festplattentools
find --set-root --ignore-floppies --ignore-cd /images/pmagic.iso
map /images/pmagic.iso (0xff) 
map --hook
chainloader (0xff)
### MENU END
### MENU START
title Memtest86+\nMemory-Test fuer PC
ls /images/MEMTEST.IMG || find --set-root /images/MEMTEST.IMG
map /images/MEMTEST.IMG (fd0) || map --mem /images/MEMTEST.IMG (fd0)
map --hook
chainloader (fd0)+1
rootnoverify (fd0)
### MENU END

### MENU START
title Windows
configfile /boot/grub4dos/windows.lst
### MENU END
grub4menu

Grub4Dos Hauptmenü

Jeder Eintrag wird mit ### MENU START und ## Menu END zur besseren Übersicht umschlossen. Darin findet sich der Title-Befehl, welcher den Namen des Menüeintrags wiedergibt. Der Text hinter \n blendet eine Detailbeschreibung am unteren Bildschirmrand in Auswahlmenü ein.

Beschreibung am unteren Rand

Beschreibung am unteren Rand

Die weiteren Parameter geben den Pfad und Namen zu der ISO-Datei bzw. dem Disk-Abbild an, wie es der Eintrag für Memtest86+ macht.

Statt eines Eintrags können Sie aber auch ein Untermenü öffnen, wie  wir es im Beispiel-Menü mit dem Eintrag „Windows“ machen. Dieser lädt eine Liste nach, welche sich im Ordner boot\grub4dos\windows.lst befindet und ein eigenes Untermenü für einen Windows Rettungsdatenträger oder Windows-PE-Umgebung einblendet.

color white/blue white/magenta black/white black/white 
timeout 30
default 0

### MENU END
title MAIN MENU 
configfile /menu.lst
### MENU END

### MENU START
title Windows PE\nLaedt ein selbst erstelltes Windows PE
find --set-root --ignore-floppies --ignore-cd /images/winpe.iso
map /images/winpe.iso (0xff) 
map --hook
chainloader (0xff)
### MENU END

### MENU START
title Windows 7 Systemreparatur CD\nStartet den Systemreparatur-Datentraeer von Windows
find --set-root --ignore-floppies --ignore-cd /images/sysrep7.iso
map /images/sysrep7.iso (0xff)
map --hook
chainloader (0xff)
### MENU END

### MENU START
title Windows 7 Systemreparatur CD 32Bit\nStartet den Systemreparatur-Datentraeer von Windows
find --set-root --ignore-floppies --ignore-cd /images/sysrep732.iso
map /images/sysrep732.iso (0xff)
map --hook
chainloader (0xff)
### MENU END

### MENU START
title Windows 8 Systemreparatur CD\nStartet den Systemreparatur-Datentraeer von Windows
find --set-root --ignore-floppies --ignore-cd /images/sysrep8.iso
map /images/sysrep8.iso (0xff)
map --hook
chainloader (0xff)
### MENU END

Mit diesem Sample-Menü können Sie ganz einfach das Menü den eigenen Wünschen anpassen. Beispiele für weitere Anpassungen finden Sie unter den oben genannten Links oder am Artikelende bei den weiterführenden Links. Auch ein Blick in das User-Manual zu Grub4Dos klärt einige, aber leider nicht alle Fragen. Welche Parameter für die Einträge möglich sind, erklärt die Befehlsübersicht zu Grub4Dos.

Die Einbindung ist leider nicht immer ganz trivial und unterscheidet sich sogar von Version zu Version, beispielsweise bei Parted Magic. Eine erste Anlaufstelle sind daher die HowTo-Guides von RMPrepUSB.

Problemfall Windows-Installationsdatenträger

Wer hier einen Hinweis vermisst wie er eine Installations-ISO von Windows einbindet, wird leider enttäuscht. Ohne sehr viel „Fummelaufwand“ lässt sich Windows nicht aus einer ISO installieren. Zunächst funktioniert der Windows Installer, kann dann aber keine Treiber, welche für die Massenspeicher notwendig sind, aus der ISO nachladen.

Der einzige, problemlose Weg ist der, die Inhalte des Installationsdatenträgers direkt auf den Stick zu kopieren, wie sie normalerweise auf der ISO liegen. Tools wie  WinSetupFromUSB oder dem Windows 7 USB/DVD Download Tool für Windows 7 bzw. dem Media Creation Tool für Windows 8.x. lösen diese Aufgabe für einen USB-Stick.

Um einen Installationsdatenträger in Grub4Dos einzubinden, müssen Sie also den Inhalt der DVD komplett auf den Stick kopieren und dabei die Ordnerstruktur übernehmen. Im Hauptverzeichnis des Sticks müssen demnach die gleichen Dateien und Ordner wie auf der DVD vorhanden sein.

Daten auf Stick von Windows-Installation

Daten auf Stick von Windows-Installation

Im Bootmenü von Grub4Dos fügen Sie dann folgenden Eintrag hinzu:

### MENU START
title Windows Installer\nInstalliert Windows
root (hd0,0)
chainloader (hd0,0)/bootmgr
### MENU END

Unsere Lösung hat die Einschränkung, dass Sie nur einen Windows-Installationsdatenträger einbinden können. Wer es mit viel Bastelarbeit dennoch versuchen will eine oder mehrere ISO-Abbilder von Windows-Installations-DVDs einzubinden, findet hier passende Anleitungen: Vorschlag 1, Vorschlag 2,

Alternativ bietet sich die Erstellung eines Windows-Setup-Sticks mit verschiedenen Versionen und Editionen an.

Noch ein Hinweis: Grub4Dos unterstützt kein UEFI. Wenn Sie unbedingt ein UEFI-System installieren möchten, was nicht unbedingt notwendig ist, wie unser Artikel zu dem Thema zeigt, müssen Sie einen „echten“ Windows-Installationsstick mit den zuvor vorgestellten Tools erstellen.

Testen

Zum Testen von Menüs bietet sich das Tool Qemu Simple Boot an, welches den USB-Datenträger mit dem Menü „virtuell“ unter Windows starten kann. Aber vorsicht: Was in der virtuellen Umgebung funktioniert, muss auf Echtsystemen nicht klappen. Nicht jeder Rechner verhält sich beim Booten vom Stick gleich und auch der gewählte Stick kann eine Fehlerquelle sein. Hier hilft nur probieren.

qemu

Richtiges Laufwerk und Boot-Optionen HDD

Fertiges Menü mit Easy2Boot

Wer sich nicht mit eigenen Menüs beschäftigen will, aber dennoch maximale Flexibilität sucht, sollte sich Easy2Boot anschauen. Dieser Download ist kein eigenständiges Programm. Es ist vielmehr eine Menü- und Scriptsammlung für Grub4Dos. Die Besonderheit von Easy2Boot ist die Tatsache, dass der Anwender den Inhalt der ZIP-Datei nur auf einen bootfähigen USB-Stick entpacken muss und dann ISO-Dateien in die jeweiligen Unterverzeichnisse kopieren kann. Eine Anpassung von Dateien für das Menü ist nicht weiter notwendig, da Easy2Boot bei jedem Start erst die Verzeichnisse scannt und dann selbstständig die Menüeinträge erstellt. Mit Easy2Boot können auch Windows PE oder Installations-DVDs eingebunden werden.

Easy2Boot

Easy2Boot

Am einfachsten binden Sie Easy2Boot über RMPrepUSB ein, indem Sie den Pfad der ZIP-Datei unter Punkt 5 im Programm unten angeben und die ZIP-Datei auf den Stick extrahieren lassen. Bei Punkt 6 erstellen Sie dann den Stick und kopieren mit „Installiere Grub4DOS“ noch den Bootmanager hinzu.

Einbindung über RMPrepUSB

Einbindung über RMPrepUSB

Da Easy2Boot sehr mächtig ist und viele Funktionen bietet, um auch störrische Images zu laden, wird die Dokumentation auf der Herstellerseite empfohlen. Das COM!-Magazin hat zu Easy2Boot einen eigenen Artikel online.

Quickalternative XBoot

XBoot ist die schnelle Alternative zur manuellen Erstellung eines Grub4Dos-Bootmenüs, da das Tool auf einfache Weise einen Multiboot-Stick/CD/DVD erstellt, indem man ISO-Abbilder von Linux-Hilfssystemen per Drag and Drop in das Programmfenster zieht.

Zum Betrieb wird ein Microsoft .NET Framework ab Version 4 benötigt. Zudem muss der Stick – wie zu Anfang beschreiben – vorher bootfähig vorbereitet werden.

Sie können für jeden Eintrag auch eine Unterrubrik angeben bzw. die Vorgabe verändern. Soll der Eintrag direkt im Hauptmenü von Grub4Dos erscheinen, entfernen Sie einfach die Rubrikangabe. Der Listeintrag wird über das Feld Name geändert und weiter hinten können Sie im Feld Help-Text noch eine Beschreibung angeben, welche dann unter dem Menü erscheint

XBoot

XBoot

Sofern das Tool das Image nicht erkennt, erscheint eine Auswahl mit Möglichkeiten. Für nicht aufgelistete Einträge wählen Sie am besten „Add using Grub4Dos ISO Image Emulation“, für Windows PE einen der beiden PE-Einträge.

Auswahl der Einträge

Auswahl der Einträge

Auch der Download von Abbildern aus dem Internet ist für viele Hilfssysteme direkt möglich, wobei das Tool dann nur auf die Downloadseite verlinkt.

Haben Sie alle Einträge vorgenommen, sehen Sie oben rechts die Größe der Zusammenstellung und können über „Create USB“ den Stick erstellen.

Stick erstellen

Stick erstellen

Es erscheint dann nochmals ein Dialog, bei dem Sie den Stick und als Bootloader Grub4dos auswählen.

Grub4Dos wählen

Grub4Dos wählen

Erhalten Sie bei der Zusammenstellung eine Fehlermeldung, dass eine Datei nicht gefunden wurde (im Errorlog dann als PGK.Extensions bezeichnet), können Sie diese hier herunterladen und ins Programmverzeichnis kopieren.

Einen Schönheitsfehler hat XBoot: Änderungen an dem Stick sind mit dem Tool nicht möglich. Sie müssen vielmehr die Inhalte löschen und von neuem beginnen. Einfacher ist es da, wenn Sie die vorhandenen Menüeinträge nach dem Muster der vorherigen abändern oder erweitern.

Fehlermeldung Error 60

Wenn die ISO-Abbilder auf dem USB-Stick fragmentiert sind, kann Grub4Dos mit seiner Drive Emulation diese nicht am Stück lesen und meldet dies mit dem Fehler „Error 60: File for drive emulation must be in one contiguous disk area“. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, können Sie mit dem Tool RMPrepUSB über den Eintrag „Drive – > Make All Files on Drive Contiguous“ die Dateien defragmentieren.

Defragmentierung

Defragmentierung

Alternativ können Sie auch das Tool WinContig starten, welches die Arbeit für RMPrebUSB erledigt, aber auch eine grafische Oberfläche bietet. Sie fügen hier den Datenträger hinzu und können diesen dann über das Kontextmenü analysieren und dann die Dateien defragmentieren.

WinContig

WinContig

Fazit

Einen eigenen Multiboot-Stick selbst zu erstellen, ist gar nicht schwer und mit wenig Aufwand hat man einen feinen Helfer in der Not. Wenn Sie dazu noch ein Windows PE sowie einen Installationsdatenträger von Windows einbinden, haben Sie alles Notwendige immer am Mann/an der Frau.

Weiterführende Links

http://www.rmprepusb.com/tutorials/grub4dos

Diddy’s Guide Grub4Dos

Reboot-Pro-Forum Grub4Dos

Intrografik:dAKirby309

7 Antworten auf “Der universale Multiboot-Stick”

  1. PCDMicha

    Der Artikel wurde um einige Links ergänzt und die Problematik von Windows-Installations-ISOs näher thematisiert.

  2. Manuel U.

    Guten Tag,
    das ist ein sehr informativer und hilfreicher Artikel. Ich habe bei meinem Vorhaben ein paar Fragen. Ich habe vor ein Windows Live Stick zu machen mit der Windows 7 oder Windows 8.1 Version. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich die 32 Bit oder 64 Bit Version verwenden soll, da ich den Stick an verschiedenen Systemen verwenden möchte und darunter 64 und 32 Bit Rechner sind. Mein zweites Anliegen ist die Frage ob der Stick auch mit der verschiedenen Hardware der Einsatzrechner klarkommt. Ich bitte um hilfe und ggf. um verbesserungsvorschläge.

    MfG. Manuel

  3. PCDMicha

    Da heute eigentlich alle Systeme 64-Bit tauglich sind, würde ich auch zu einer solchen PE-Variante raten. Wird ein Gerät von Windows ohne Fremdtreiber erkannt, läuft es auch in PE.

  4. Thomas

    Hallo,

    habe eine unbeaufsichtigte Installation von Win7 zusammengebastelt und eine von Win10.
    Inklusive einiger Programme die direkt mit installiert werden.
    Gibt es auch eine Anleitung wie man daraus einen Multiboot Stick macht, und die „Autounattend.xml“ mit einbinden kann ?

    Gruß
    Thomas

  5. Jutta

    Interessanter Artikel.
    Ich hatte mein Win7 mit WinToUSB auf eine USB Festplatte geklont, das funktionierte super bis ich die RST Treiber und Software für Win 10 aktualisiert habe. Als ich danach mein Win 7 von der externen Festplatte starten wollte, hat der RST gearbeitet und jetzt startet die USB Festplatte nicht mehr respektive wird im Boot Menü nicht mehr aufgelistet.
    Kann ich da noch etwas machen – geht es überhaupt wenn auf dem PC RST installiert ist?

    Wäre froh für Rückmeldung
    Gruss Jutta

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