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Animierter Webbrowser

Trotz der Übermacht von Google Chrome, welcher im April 2019 von 66 Prozent aller Internet-Nutzer verwendet wurde, macht ein Browser-Vergleich auch 2019 noch Sinn. Hierbei geht es vor allem um Fragen wie Benutzeroberfläche, Benutzerführung, Komfortfunktionen und natürlich die Erweiterbarkeit. Der folgende Browser-Vergleich bietet einen kleinen Rückblick auf die Entwicklung des Browsermarktes, stellt die Platzhirsche, aber auch weniger bekannte Geschwister vor und gibt Ihnen damit einen guten Überblick, welcher Internet-Browser 2019 für Sie der beste ist.

  • Die Auswahl an Internet-Browser ist kaum zu überblicken, sodass wir im Browser-Vergleich nur häufig genutzten Programme berücksichtigt haben.
  • Nutzen Sie einen bekannten Web-Browser, da durch häufige Updates auch die Sicherheit des Browsers gewährleistet ist.
  • Ein guter Web-Browser sollte darüber hinaus auch ressourcenschonend arbeiten.

1. Der Browsermarkt ist immer in Bewegung

1.1. Netscape Navigator und Internet Explorer im Kampf

Bereits seit Mitte der 90er Jahre herrscht ein harter Kampf um die Krone des besten oder vielmehr beliebtesten Browsers. Damals war noch Netscape Navigator die Wahl aller Surfer, wenngleich Microsoft mit dem Internet Explorer und dessen Integration in das Betriebssystem Windows dafür sorgte, dass viele Anwender das Interesse an einem alternativen Webbrowser verloren.

Netscape Navigator 7

Netscape Navigator 7

Mit jeder Version wurde der Internet Explorer um weitere Funktionen ergänzt und verdrängte immer mehr den Netscape Navigator, dessen Geschäftsmodell insgesamt ins Wanken geriet. Zu Spitzenzeiten nutzen mehr als 70 Prozent aller Windows-Nutzer im Netz den Browser von Microsoft.

Internet Explorer 3 unter Windows 95

Internet Explorer 3 unter Windows 95

1.2. Firefox als Erbe von Netscape greift an

Die Firma Netscape stellte in der Folge den Code des Browsers unter eine Open-Source-Lizenz und gab dessen weiteres Schicksal in die Hände der Mozilla Foundation, welche aus dem Erbe den ersten freien Browser unter dem Namen Firefox entwickelte.

Mozilla Firefox 3.5

Mozilla Firefox 3.5

Fortan kämpften vor allem der Internet Explorer und der freie Firefox, welcher auch für andere Plattformen wie Linux, MacOS und sogar Android oder iOS verfügbar ist, um die Vorherrschaft im Web, wenngleich Firefox den Internet Explorer nie wirklich ernsthaft gefährden konnte.

1.3. Der neue Star am Browserhimmel: Google Chrome

Unter Windows war der Internet Explorer bis zum Jahr 2012 noch der beliebteste Browser im Internet, wurde hier aber vom Konkurrenten Google Chrome abgelöst, welcher 2008 vom Suchmaschinenhersteller auch entwickelt wurde, um die Performance eigener Online Dienste wie Google Docs auf Basis von JavaScript im Browser zu verbessern.

Google Chrome konnte 2008 zunächst in Sachen Funktionsumfang und Bedienungskomfort noch nicht mit Mozilla Firefox oder dem Internet Explorer mithalten, wurde aber von Google in sehr kurzen Zyklen immer mehr erweitert und verbessert. Die kurzen Abstände, zeitweise gab es alle sechs Wochen eine neue Version, brachten die anderen Hersteller immer mehr unter Zugzwang und sorgten dafür, dass sowohl Nutzer des Internet Explorers, aber auch von Firefox auf den modernen Google-Chrome-Browser wechselten.

1.4. Abwanderung vom Internet Explorer und Firefox zu Google Chrome

Trotz datenschutzrechtlicher Bedenken im Zusammenhang mit Google Chrome und der engen Bindung an Google konnte Chrome vor allem durch Performance und hohe Sicherheitsstandards überzeugen. Ein weiterer Grund für die hohe Verbreitung dürften allerdings auch massive Werbemaßnahmen seitens Google gewesen sein. Viele kostenlose Programme schleppten sichtbar oder weniger sichtbar bei der Installation nun auch Google Chrome auf die Windows-Systeme der Anwender. Dazu kamen noch Android und die dortigen Google-Dienste, welche für eine Akzeptanz von Google nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch auf dem Desktop sorgten.

1.5. Der erfolglose Versuch von Microsoft, mit Edge wieder Anschluss zu finden

Mit Windows 10 gab Microsoft den Internet Explorer endlich auf und präsentierte mit Microsoft Edge einen modernen Nachfolger als Standardbrowser unter Windows. Edge krankte aber bereits zu Beginn an fehlenden Komfortfunktionen gegenüber anderen Browsern und vor allem zu wenig Unterstützung von Entwicklern in Sachen Erweiterungen. Es gab für die „Umsteiger“ auf Google Chrome oder Firefox schlicht keinen Grund, künftig wieder einen Microsoft-Browser zu verwenden.

Startseite Edge in Windows 10 im Jahr 2015

Startseite Edge in Windows 10 im Jahr 2015

1.6. Google Chrome als neuer Internet Browser uneinholbar die Nummer 1 im Netz

Nach Zahlen von Marktshare nutzten im April 2019 fast 66 Prozent aller Internet-Nutzer Google Chrome, während Firefox nur von knapp über 10 Prozent und Edge sogar nur von etwas mehr als 5 Prozent der Nutzer verwendet wurde. Opera und auch Safari waren sogar noch weniger verbreitet als der alte Internet Explorer.

Browsernutzer 04-2019, Marketshare

Browsernutzer 04-2019, Marketshare

In Deutschland sieht das Bild Nach Zahlen von Statista etwas anders aus. Auch hier ist Chrome Spitzenreiter, führt aber nur mit einem Marktanteil von 44,6 Prozent, gefolgt von Firefox mit 26 Prozent.

Statistik: Marktanteile der führenden Browserfamilien an der Internetnutzung in Deutschland von Januar 2009 bis Mai 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

1.7. Microsoft wechselt auf Chromium als Internet Browser

Microsoft hat die Zeichen der Zeit erkannt und den Kampf um den besten Browser im Grunde nun aufgegeben: Künftig wird auch Microsoft Edge die Chromium-Engine von Google Chrome verwenden und ist damit nicht nur in Sachen Performance, sondern auch in puncto Bedienung und Erweiterungen mit Chrome im Grunde kompatibel.

Die Zukunft wird zeigen, ob die Vormachtstellung von Chrome von langer Dauer ist. Derzeit ist aber kein Mitbewerber in Sicht, welcher Google hier noch erfolgreich angreifen könnte.

Die Marktmacht von Google ist aber trotzdem kein Grund, einen Blick auf die anderen Browser zu unterlassen, da sich die Browser vor allem in Sachen Bedienkonzept, Erweiterungen und Workflow doch erheblich unterscheiden.

2. Browser-Vergleich 2019: Die besten Browser im Test

Die Zahl kostenloser Internet-Browser für PC ist durch die freie Engine aus Google Chrome und Mozilla Firefox auf eine stattliche Höhe gestiegen, wie eine Liste von Webbrowsern auf Wikipedia zeigt. Viele der Brüder und Schwestern von Google oder Firefox fristen aber ein Schattendasein, werden diese doch nicht so zeitnah wie die großen Vorbilder gepflegt oder sind für ganz bestimmte Spezialaufgaben – ein Beispiel ist der Tor Browser – spezialisiert.

Aus der Masse ragen einzig Opera und Vivaldi heraus, welche auf Chromium basieren. Alternativen wie CLIQZ, SeaMonkey oder Midori haben wir daher für diesen Vergleich nicht berücksichtigt, sie wurden aber bereits in unserem Test „6 alternative Browser zu Chrome, Firefox & Co: Vor- und Nachteile“ vorgestellt.

Safari, der Webbrowser von Apple, spielt unter Windows im Grunde keine Rolle und profitiert in Statistiken nur von der hohen Verbreitung auf mobilen Apple-Plattformen. Für diesen Vergleich haben wir Safari daher nicht berücksichtigt, wenngleich der Browser in Sachen Performance überzeugen kann und auffällig „schlank“ daherkommt.

Gut zu wissen: Alle Browser lassen sich problemlos nebenher installieren und auch gleichzeitig nutzen. Durch den Import der Favoriten/Lesezeichen anderer Browser ist ein dauerhafter Umstieg auch problemlos möglich.

Funktion Edge Chrome Firefox Opera Vivaldi
Anbieter Microsoft Google Mozilla Opera Vivaldi
Preis Free Free Free Free Free
Getestete Version 1903 75.0 67.0.4 60.0 2.5
Betriebssysteme Windows 10 Windows, Mac, Linux, Android, iOS Windows, Mac, Linux, Android, iOS Windows, Mac, Linux, Android, iOS Windows, Mac, Linux,
Speicherverbrauch
(4 Testseiten geöffnet)
950 MB 620 MB 700 MB 900 MB 900 MB
Performance (Tests von ZDNet) +
+ + +
+ + + +
Anpassbare Oberfläche + + + + + + + +
Skins
Anzahl Erweiterungen - - + + + + + + + +
Import Lesezeichen anderer Browser
Export von Lesezeichen
Integrierter Werbeblocker
Downloadmanager
Private-Modus
Benutzerprofile
Dark Theme
Tabs gruppieren
Mehrere Tabs als Lesezeichen
Synchronisation
PDF-Viewer
Autofill für Formulare
Reset-Funktion
VPN
Screenshot-Tool

3. Web-Browser und Windows: Internet Explorer, Edge und Co.

Mit Windows 10 hat Microsoft auch den alten Internet Explorer in die Ecke geschoben und prominent durch Microsoft Edge ersetzt. Der Internet Explorer ist aber noch weiterhin verfügbar, da er gerade im gewerblichen und behördlichen Umfeld noch immer für speziell entwickelte Intranet-Anwendungen benötigt wird, die damals speziell an den mit zahleichen Eigenheiten gespickten Internet Explorer angepasst wurden.

Der Internet Explorer ist gefährlich: Aus Sicherheitsgründen sollten Sie den Internet Explorer aber nicht mehr im Internet verwenden. Der Browser ist technisch total veraltet. Fast monatlich müssen Sicherheitslücken im Rahmen des Patch-Days von Microsoft immer wieder geflickt werden.

3.1. So können Sie in Windows 10 den Standardbrowser ändern

Unter Windows 10 reicht es für die Frage, welcher Browser als Standardbrowser fungiert, nicht mehr aus, einen alternativen Browser zu installieren. Sie müssen nach der Installation aktiv in den Einstellungen unter Apps -> Standard-Apps festlegen, welcher Browser fortan als Standardbrowser agiert.

Standard-Apps Webbrowser in Windows 10

Browser Apps: Auswahl vom Webbrowser in Windows 10

Sind mehrere Browser installiert, haben Sie in der Liste eine größere Auswahl.

Auswahl vom Standard-Webbrowser

Browser Apps: Auswahl vom Standard-Webbrowser in Windows 10

4. Microsoft Edge ist der Standardbrowser in Windows 10

Microsoft Edge LogoDie von Microsoft mit Windows 10 neu eingeführte EdgeHTML-Renderengine wurde in den Browser Edge in Windows 10 integriert, wirkte in den ersten Versionen aber noch sehr funktionsarm und wenig ausgereift. Zudem machte Microsoft mit Edge den Fehler, den Browser als Teil des Betriebssystems anzubieten, statt auf eine eigenständige Installation zu setzen. Gegenüber Firefox oder Chrome, welche in viel kürzeren Abständen gepflegt werden, macht dies Microsoft nur im Rahmen des monatlichen Patchdays marginal oder im Rahmen von Feature-Upgrades etwas offensichtlicher wie beispielsweise zum Windows 10 Oktober 2018 Update.

Anpassbare Startseite von Microsoft Edge

Anpassbare Startseite von Microsoft Edge

Zwischenzeitlich bietet Edge viele Funktionen, welche auch andere Browser kennen, und lässt sich dem Standard entsprechend mit Tabs auch flüssig bedienen. Edge bietet auch den beliebten Dark Mode, vielfältige Möglichkeiten, die Leseansicht – beispielsweise das Farbdesign oder den Textabstand einer Seite – anzupassen, einen Zeilenfokus oder Lerntools sowie einen sehr guten PDF-Reader.

Vor allem auf Windows-Geräten mit Touch-Bedienung kann Edge punkten, da der Microsoft-Browser hierfür viel besser als seine Konkurrenten optimiert wurde und darüber hinaus das Ökosystem wie die Stifteingabe von Windows mit Notizen und Markierungen viel besser nutzen kann.

Edge im Dark Theme

Edge im Dark Theme

Schwachstellen in Edge sind die nicht immer fehlerfreie oder die fehlende Implementierung von HTML-Standards, sodass für einige Webseiten noch immer ein alternativer Browser notwendig ist, wenn man eventuelle Darstellungsfehler nicht akzeptieren will. In Sachen Performance braucht sich Edge dagegen nicht zu verstecken, wie Messungen zeigen.

Größter Schwachpunkt an Edge ist und bleibt aber die mangelhafte Zahl der Erweiterungen. Entwickler sind seit Jahren für Google Chrome und Mozilla Firefox aktiv und sehen auch keinen Grund, Edge großzügig zu berücksichtigen.

Erweiterungen für Edge

Erweiterungen für Edge

  • Schneller und stabiler Browser
  • Gute Integration in Windows
  • Viele Lesehilfen und sehr guter PDF-Viewer
  • Probleme mit manchen HTML-Standards
  • Wenig Erweiterungen
  • Im Bereich Bedienung und Komfort noch ausbaufähig

4.1. Microsoft Edge auf Basis von Chromium kommt

Microsoft hat nun akzeptiert, dass der Browser so keinen Anklang findet, und erklärt, in Kürze mit Edge auf die Basis von Chromium, die Engine von Google Chrome zu wechseln. Damit löst Microsoft nicht nur das Problem der lückenhaften Umsetzung von HTML-Standards, sondern kann Edge-Nutzern auch die riesige Sammlung von Erweiterungen für Chrome bieten.

Edge mit Chromium

Edge mit Chromium

Wer bereits Interesse an einem Test hat, kann Microsoft Edge auf Basis von Chromium bereits in einer Testversion für Windows herunterladen. Der Browser kann gefahrlos zu einem bestehenden Edge installiert werden. Sie haben dann nach der Installation einen zweiten Browser mit dem Namen Microsoft Edge Dev auf dem System.

5. Google Chrome im Browser-Vergleich

ChromeGoogle Chrome ist derzeit der am meisten genutzte Webbrowser im Netz. Die Eigenentwicklung von Google basiert auf dem freien Open-Source-Projekt Chromium, welches unter BSD-Lizenz zur Verfügung gestellt wird. Neben Microsoft mit dem kommenden Edge nutzen auch Opera, Vivaldi und andere Anbieter Chromium als Basis für eigene Web-Browser.

Der Browser von Google war zu seinem Erscheinen im Jahr 2008 vor allem eines: sehr schnell. Gerade die bis dahin mangelnde Geschwindigkeit für JavaScript war einer der Gründe von Google, überhaupt einen eigenen Browser zu entwickeln. Zwischenzeitlich haben die Mitbewerber aufgeholt und können mit Chrome mithalten, sind in Teilbereichen verschiedener Benchmarks mitunter sogar schneller. Dennoch hat Chrome weiterhin den Ruf als schnellster Browser, was auch an der Reduzierung auf das Wesentliche liegen dürfte.

Google Chrome

Google Chrome als bester Browser?

Google Chrome wirkt schlank, modern und vor allem nicht mit Funktionen überladen, welche die meisten Nutzer eh nicht brauchen. Was der Browser nicht bietet, kann über eine der vielen kostenlosen Erweiterungen von einer riesigen Entwicklergemeinde nachinstalliert werden. Dennoch sind dem Nutzer hier Grenzen gesetzt. Browser wie Firefox, aber auch Opera oder Vivaldi bieten dem Anwender insgesamt mehr Flexibilität, den Browser den eigenen Wünschen gezielt anzupassen.

Einstellungen für Google Chrome

Einstellungen für Google Chrome

Durch die sehr kurzen Releasezyklen von oft nur wenigen Wochen und den riesigen Datenschatz der Suchmaschine, kennt Google frühzeitig alle bekannten oder neuen Bedrohungen und kann mit dem eigenen Browser sehr rasch darauf reagieren. Auch deshalb gilt der Chrome-Browser noch als sehr sicher. Entwickler schätzen die integrierten Entwicklertools zur Analyse von Webseiten und deren Elementen.

  • Sehr schneller Browser
  • Übersichtlich, da auf das Wesentliche reduziert
  • Sehr viele Erweiterungen
  • Wenig Flexibilität, den Browser den eigenen Vorlieben anzupassen
  • Kein integrierter Lesemodus

6. Mozilla Firefox im Browser-Vergleich

Mozilla Firefox LogoFirefox kann, wie zu Anfang in unserem Rückblick dargestellt, auf eine lange Historie zurückblicken und war lange der Browser, welcher dem Internet Explorer die Stirn bot. Mit Chrome musste nicht nur der Internet Explorer massiv Federn lassen. Auch viele Firefox-User sind zu Google Chrome gewechselt und dort bisher geblieben, galt Firefox doch bis vor kurzem noch als behäbig und wenig modern.

Mit Firefox in Version 57, welche intern als Quantum bezeichnet wurde, haben die Entwickler den Browser aber erneut umfassend überarbeitet. Firefox wirkt nun nicht nur moderner, er arbeitet im Gegensatz zu früheren Versionen auch wesentlich schneller, kommt in Benchmarks in vielen Teilbereichen sogar an Google Chrome heran. Firefox wurde immer nachgesagt, dass er viel Speicher verbraucht. Auch das Problem wurde durch die Entwickler gelöst. Der Speicherverbrauch bei mehreren offenen Tabs unterscheidet sich nur marginal von Google Chrome oder Opera.

Firefox 67

Firefox 67

Die neue Oberfläche seit Version 57 wirkt modern und aufgeräumt. Firefox ist derzeit der flexibelste Browser, was die Anpassungsmöglichkeiten der Oberfläche betrifft. Weitere Schaltflächen und Funktionen können einfach in die Buttonleiste eingefügt werden, Skins verändern das Aussehen und Erweiterungen bauen Statusleisten um oder fügen diese an anderer Stelle ein.

Anpassen der Symbolleiste in Firefox

Anpassen der Symbolleiste in Firefox

Aber auch unter der Oberfläche bietet Firefox viele Einstellmöglichkeiten, welche über about:config geändert werden können, dort aber nicht dokumentiert sind und jeweils die Erklärung nur über die Webseite des Herstellers gefunden werden kann. Online finden sich auf vielen Webseiten zahlreiche Tipps zu verborgenen Einstellungen in Firefox.

In der Praxis ist Firefox von allen Webbrowsern nicht nur am einfachsten zu bedienen, sondern bietet auch viele praktische Funktionen, beispielsweise die Leseansicht oder ein Screenshot-Tool, welche dem Branchenprimus Chrome sogar fehlt. Als etwas schwierig empfanden wir aber die richtige Konfiguration der Cookie-Verwaltung in Mozilla Firefox.

Für Verärgerung bei Nutzern und Entwicklern sorgte  die Tatsache, dass Firefox ab dem neuen Release nur noch Erweiterungen nach dem WebExtension-Standard, welchen auch Google Chrome verwendet, unterstützt und damit die alten Erweiterungen unbrauchbar wurden. In der Praxis führte das aber nur bei sehr alten, nicht mehr gepflegten Erweiterungen zu Problemen. Den Umstieg auf den neuen Standard haben die meisten Add-ons für Firefox überlebt.

  • Moderner, schneller Browser
  • Sehr flexible Anpassungsmöglichkeiten
  • Viele Erweiterungen
  • In Sachen Performance nur fast gleichauf mit Chrome
  • Viele Detaileinstellungen nicht direkt in der Oberfläche, sondern nur über about:config einstellbar

6.1. Tor Browser für das Darknet

Der Tor Browser basiert auf Mozilla Firefox und wäre als Standard-Browser keine gesonderte Erwähnung wert. Da mit ihm aber ein Zugriff auf das Onion-Netzwerk und damit mit fast vollständiger Anonymität das Surfen im „normalen“ Internet wie auch im Darknet möglich ist, bietet er sich  zumindest als sichere Ergänzung zum Standardbrowser an, zumal der Tor Browser auch als portable Fassung ohne Installation genutzt werden kann.

Tor Browser im Tor-Netzwerk

Tor Browser im Tor-Netzwerk

7. Opera im Browser-Vergleich

Opera LogoAuch Opera von dem norwegischen Unternehmen Opera Software kann auf eine lange Historie von nun fast 20 Jahren zurückblicken und war schon immer eine Alternative zu Firefox und Internet Explorer und galt bisweilen als Geheimtipp. Der Browser überzeugte schon damals mit vielen pfiffigen Funktionen und Bedienkonzepten und grenzte sich damit deutlich von den anderen Browsern ab.

Bis zur Version12.x nutze Opera eine eigene Renderengine. Mit Version 15 wechselte der Hersteller auf Chromium, die Basis von Google Chrome. Um aber nicht als Chrome-Klon zu verkümmern, bleiben die Norweger ihrer Tradition treu und bieten nicht nur eine erweiterte oder verbesserte Benutzerführung und Oberfläche, sondern auch im Kern viele großartige Funktionen und Möglichkeiten.

Startseite von Opera

Startseite von Opera

Opera bietet beispielsweise eine Seitenleiste mit Zugriff auf die Lesezeichen, den Download-Manger oder den Verlauf. Im Browser können Notizen angelegt werden und sogar WhatsApp oder der Facebook-Messenger können dort eingebunden werden.

Seitenleiste in Opera

Seitenleiste in Opera

Viele Funktionen können auch über integrierte Mausgesten ausgeführt werden, indem man die die Maus bei gedrückter rechter Maustaste in eine bestimmte Richtung bewegt.

Mausgesten in Opera

Mausgesten in Opera

Opera ist zudem der erste Webbrowser, welcher einen eingebauten Werbeblocker und ein Crypto Wallet bietet. Ein absolutes Novum ist aber die integrierte VPN-Funktion. Damit verbindet sich Ihr Rechner mit einem VPN-Netzwerk von Opera kostenlos, unbeschränkt und ohne Abonnement. Sobald VPN in den Einstellungen grundsätzlich aktiviert ist, können Sie den VPN-Dienst über ein Icon in der Adressleiste einfach ein- und ausschalten.

VPN in Opera

VPN in Opera

Sie können in einer Statistik die übertragenen Daten einsehen und sogar den virtuellen Standort ändern und so Geosperren beispielsweise für Inhalte auf Videoplattformen umgehen. Leider ist das VPN in unseren Tests sehr langsam und bietet sich derzeit für Streams daher weniger an.

  • Schneller und sicherer Browser über Chromium
  • Individuelle Seitenleiste mit WhatsApp, Facebook oder Telegram und vielen weiteren Funktionen
  • Integrierter Werbeblocker und VPN
  • VPN recht langsam und eignet sich nicht zum streamen

8. Vivaldi im Browser-Vergleich

Vivaldi BrowserMit Vivaldi ist ein weiterer Browser auf Basis von Chromium in unserem Vergleichs-Testfeld. Der Browser erlebt derzeit einen regelrechten Höhenflug und ist der Geheimtipp, wenn es um einen schnellen, sicheren, aber auch anpassbaren Browser geht.

Im Grunde ist Vivaldi ein aufgebohrter Chrome: Die Oberfläche ist sehr übersichtlich, bietet gegenüber Chrome aber einige Funktionen, welche der große Bruder vermissen lässt, beispielsweise einen Lesemodus, eine Seitenleiste mit Schnellzugriff auf Lesezeichen, Download-Manager, Notizen und Verlauf sowie weitere, anpassbare Elemente. Auch Mausgesten, wie sie Opera kennt, sind direkt in Vivaldi eingebaut.

Vivaldi Browser

Vivaldi Browser

Gut zu wissen: Die Nähe zu Opera kommt nicht zufällig. Der Entwickler von Vivaldi gehörte zu den Opera-Gründern, war mit der Entwicklung des Browsers aber irgendwann nicht mehr zufrieden.

Vivaldi bietet vielfältige Anpassungsmöglichkeiten wie Hintergrundfarbe, Hintergrundbild im Browser, Ansicht und Verteilung von Bedienelementen, welche in verschiedene Kategorien gegliedert sind.

Anpassungen in Vivaldi

Anpassungen in Vivaldi

Erweiterungen basieren auch hier auf Chrome, sind damit vielfältig verfügbar.

Die Sicherheit entspricht in etwa der von Opera. Die Performance liegt bei Vivaldi etwas hinter Chrome, wie die Benchmarks und Tests vom Speicherverbrauch zeigen.

  • Schneller und sicherer Browser auf Chromium
  • Sehr individuell anzupassen
  • Lässt gegenüber Opera einige „spannende“ Funktionen vermissen

9. Unser Fazit nach dem Browser-Vergleich

Alle Webbrowser sind kostenlos, haben fast identische Grundfunktionen und auch in Sachen Performance gibt es in der Praxis kaum feststellbare Unterschiede. Welchen Browser Sie verwenden, ist damit vor allem eine Frage Ihrer Vorlieben und Gewohnheiten. Wer bisher mit seinem Webbrowser zufrieden war, dürfte kaum einen Grund für einen Umstieg finden.

Wenn Sie allerdings die eine oder andere Funktion an Ihrem bisherigen Browser vermissen, sollten Sie zumindest temporär einen Teilumstieg wagen. Gerade Firefox oder Opera bieten viele Funktionen, welche entweder ein Alleinstellungsmerkmal sind (z.B. VPN in Opera) oder so gut gelöst (Änderungen an der Oberfläche bei Firefox), dass man diese schnell nicht mehr missen möchte.

Opera und Vivaldi nutzen die Stärken von Chrome, erweitern den Browser aber praktisch. Firefox dagegen bleibt seinem Konzept nach maximaler Flexibilität treu, ohne dabei in Sachen Performance den Anschluss zu verlieren.

Spannend könnte sich die Zukunft für Microsoft Edge entwickeln. Wenn es dem Hersteller von Windows 10 gelingt, zeitnah und ohne größere Probleme den bestehenden Browser durch die neue Version auf Basis von Chromium zu ersetzen, hätte Windows 10 auf einen Schlag den Unterbau, welchen man selbst über viele Jahre nicht geschafft hat zu entwickeln: schnell, kompatibel und sicher. Da mit Chromium auch das Problem der Erweiterungen gelöst sein dürfte, könnte Edge der große Gewinner werden und der Grund wegfallen, zusätzlich noch Google Chrome, Firefox oder einen anderen Browser zu installieren.

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