Datum: | WT-News

Adblock Plus, Logo, News

Der beliebte Werbeblocker AdBlock Plus ist massiven Vorwürfen ausgesetzt. Wie Recherchen von Mobilegeeks.de beschreiben, handelt es sich bei AdBlock Plus eher um ein mafiöses Werbenetzwerk, da  30% der Gewinne aus der angezeigten „nicht aufdringlichen Werbung“ indirekt wieder den Machern von AdBlock Plus zufließen sollen.Der Blogger Sascha Pallenberg will recherchiert haben, dass hinter Adblock Plus „…offenbar finanzstarke ,strategische Partner‘ aus der Werbeindustrie stehen, die nun endlich ihre bisherigen Investitionen zu Geld machen wollen. Das erfolgreiche Add-on entpuppt sich damit schlagartig als perfide konzipiertes Hintertürchen, das sich zudem als Erpressungswerkzeug für jeden Website-Betreiber einsetzen lässt.“

AdBlock Plus hat als Plugin für Firefox und Chrome eine riesige Verbreitung und wird für Betreiber von Webseiten immer mehr zum Problem, da es keine Werbungen mehr anzeigt und die Nutzer kaum davon Gebrauch machen, bestimmte Webseiten von der Blockade auszunehmen.

Als eine Art Hilferuf veröffentlichten daher mehrere Onlineseiten, darunter auch Golem oder der Spiegel, einen Artikel, um die Probleme darzustellen, welche sich mit dem Blockieren der Werbung für die Betreiber ergeben.

Der weiße Ritter

AdBlock Plus zeigt nur „nicht aufdringliche Werbung“ an. Wie diese festgelegt wird, bleibt ebenso undurchsichtig wie das Firmengeflecht um die beteiligten Personen. Der Autor der Enthüllung Pallenberg will nun aufgedeckt haben, dass die Macher hinter AdBlock Plus indirekt an den Erlösen aus dieser „akzeptablen Werbung“ mitverdienen: “Wir sperren Dir als Seitenbetreiber alle Werbelinks auf Deiner Website, die wir dann aber gerne ,unauffaellig‘ wieder freischalten, wenn Du uns 30% von den eigentlich nur Dir allein zustehenden Einnahmen abgibst, in dem Du Deine Werbung ueber eine Firma von … umleitest. Gleichzeitig entziehen wir dadurch natuerlich die Moeglichkeit, direkt mit Unternehmen ueber Werbeanzeigen zu verhandeln, denn durch uns bist Du ja eine werbebefreite Zone.”

Eine Stellungnahme von Till Faida, Mitgründer und Geschäftsführer von Adblock Plus kam prompt am 26.06.2013 als Reaktion. Darin wird festgestellt,“ein Großteil der Informationen zu der Zusammenarbeit mit unseren Partnern ist korrekt recherchiert, einiges nicht….Das Whitelisting ist kostenlos für kleine und mittelgroße Webseiten. Namhafte Unternehmen wie Reddit, 1&1 und Web.de sind unserer Initiative beigetreten. Dabei haben wir immer transparent geäußert, dass große Unternehmen unsere Initiative finanziell unterstützen, damit Werbeinhalte angezeigt werden, z.B. gegenüber der New York Times oder auch auf unserer Webseite. Eine Bevorzugung dieser Firmen gibt es jedoch nicht, jede Website kann sich bewerben und die Kriterien sind für alle gleich.“

Damit haben die Macher hinter AdBlock Plus im Grunde bestätigt, was Pallenberg recherchierte: Der Eigentümer von AdBlock Plus ist mit 15 Mitarbeitern, davon zwei Geschäftsführern und einem Büro in Köln weniger der weiße Ritter des Internets, sondern ein profitables Unternehmen mit möglicherweise ganz anderen Absichten. Auch sehr interessant sind die übrigen Verhaltensweisen des Plugins in Bezug auf Amazon-Partnerlinks und Co., welche der Autor beschreibt. Demnach ändert das Plugin die PartnerID und auch die Session-Cookies, so dass nicht der Amazon-Partner, sondern die Betreiber von Adblock Plus an Käufen verdienen.

Wer AdBlock Plus nicht vertraut, sollte sich die Alternative AdBlock Edge anschauen. Diese Erweiterung basiert auf AdBlock Plus, verzichtet aber auf die Anzeige der in der Kritik stehenden „nicht aufdringlichen Werbung“ oder URL-Umleitungen etc.

Nachtrag 29.06.2013: Wir haben AdBlockPlus aus unserem Softwarearchiv entfernt. Die Tatsache, dass das Plugin Partner-IDs von Amazon und Co. zu eigenen Zwecken umschreiben soll, ist für uns mit der eigentlich Aufgabe von AdBlockPlus „Werbung zu unterbinden“ nicht vereinbar.

Probleme für viele Webseiten durch Wegfall der Einnahmen

Diese Vorwürfe und die aktuelle Debatte über Werbeblocker und den damit verbundenen, mittelfristigen Tod vieler kleinerer Webseiten möchten auch wir zum Anlass nehmen, ein paar Zeilen über Werbung auf WinTotal zu verlieren.

Internetwerbung ist zwischenzeitlich für fast alle Webangebote – einige „erotische“ Inhalte mal ausgenommen – der einzige Weg, wie Seitenbetreiber Einnahmen erzielen. Es ist dabei nicht die Gier nach Reichtum, sondern alleine die Notwendigkeit, die Kosten für den Betrieb einer Webseite zu decken. Alleine für den Betrieb von WinTotal fallen monatlich Kosten in bis zu vierstelliger Höhe an, welche sich aus Hostinggebühren, Softwarelizenzen, Telefon und Internet, Honorare für Gastautoren, Aufwandsentschädigungen für viele Helfer im Hintergrund, Kosten für Fremdaufträge an Entwickler und Designer und auch Anwaltskosten zusammensetzen. Wie viele andere Webseiten ist WinTotal als Hobby von einigen Windows-Nerds entstanden und hat diesen „Hobby“-Status nie richtig verlassen. Sprich: Jeder der Helfer hier geht einer geregelten Arbeit nach und opfert einen Teil seinen Freizeit für die Besucher; ohne ein sattes Zusatzeinkommen.

Wir haben uns mit dem Redesign auch Gedanken über die Integration von Werbung gemacht und diese größtenteils vom Content getrennt. Dass es dennoch einige Werbeformen gibt, die vielleicht nicht jedermann schmecken, ist leider die Realität und dem Umstand geschuldet, dass wir nur mittelbar Einfluss darauf haben, was bei uns überhaupt angezeigt wird. Wer daher die Anzeige von Bannern auf WinTotal unterbindet, schadet damit letztlich unserem Angebot, da uns die Finanzierungsgrundlage entzogen wird.

Neue Geschäftsmodelle, ohne Werbung

Wir bieten aber einen – nach unserer Meinung – fairen Alternativvorschlag: eine Mitgliedschaft! Diese erlaubt unter anderem, die Werbung auf WinTotal weitestgehend zu deaktivieren. Dies zu einem Preis von etwa einem Euro im Monat (bei einer Mitgliedschaft von 2 Jahren zu 25 Euro).

Daneben bietet die Mitgliedschaft noch weitere Vorteile. Lassen Sie sich doch überzeugen.
Bildquelle: Adblock

Hinterlasse eine Antwort

(wird nicht veröffentlicht)

Nutzungsrichtlinien beachten