eBook Reader Test 2018

Die besten eBook-Reader im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • eBook-Reader bieten gegenüber der Papierversion deutliche Vorteile: Sie sind leicht, passen in jede Tasche, lassen sich auf die individuellen Lesepräferenzen einstellen und sparen bares Geld beim Bücherkauf.
  • Auf dem Markt sind zwei verschiedenen Kopierschutzformen vertreten, die ein offenes sowie ein geschlossenes System repräsentieren und untereinander nicht kompatibel sind.
  • Schon die günstigsten Geräte bereiten Konsumenten ein ungetrübtes Lesevergnügen. Die Anschaffung der Premiumgeräte lohnt sich nur für absolute Leseratten oder Käufer, die auf bestimmte Zusatzfunktionen großen Wert legen.

ebook reader test

Literaturbegeisterten Buchliebhaber standen und stehen teils nach wie vor dem Konzept eBook-Reader skeptisch gegenüber. Schließlich können eBooks weder dekorativ ins Regal gestellt werden, noch bringen sie den charakteristischen Büchergeruch frisch bedruckter Seiten mit sich.

Jede noch so große Leseratte kann sich allerdings nicht der Tatsache verwehren, dass die Digitalisierung von Büchern in praktischen Gesichtspunkten überlegen ist. Eine riesige Bibliothek kann jederzeit überall hin mitgenommen werden; um ein Buch zu kaufen, muss nicht einmal das Haus verlassen werden und nach dem Erwerb kann die Lesereise innerhalb weniger Minuten schon beginnen. Hinzu kommen Preisvorteile, da ein eBook (falls es sich nicht gerade um einen neuerschienenen Bestseller handelt) oftmals bedeutend günstiger ist als das physische Exemplar.

Diese Vorzüge haben dazu geführt, dass der Pionier von Amazon, der Kindle e-Reader, schon längst nicht mehr der einzige eBook-Reader auf dem Markt ist. Verschiedene andere Hersteller bieten längst ihre eigenen Geräte und eBooks an, was eine ausführliche Kaufberatung erforderlich macht. Deswegen informieren wir Sie im Folgenden über die unterschiedlichen e-Reader-Typen und ihre Vorzüge gegenüber regulären Tablet-PCs in unserem eBook-Reader-Vergleich 2018.

1. eBook-Reader vs. Tablet: Schonend für Augen und Akku

epaper
Die revolutionären Techniken eInk und ePaper ermöglichen eine Ansicht wie auf Papier.

Der eigentlichen Wortbedeutung nach sind auch PCs, Laptops und Tablets eReader – denn sie ermöglichen das Lesen elektronischer Bücher.
Gerade ein Tablet mit eBook-Reader-Funktion ist darüber hinaus genauso handlich, kompakt und mobil wie ein e-Reader. Was spricht also dafür, zusätzlich zu stationärem Computer, Smartphone und Tablet auch noch ein weiteres Endgerät zur Darstellung von Büchern zu kaufen?

Der entscheidende Vorteil von eBook-Readern ist ihr spezielles Display, das ausschließlich zur Darstellung von Büchern konzipiert wurde. Die spezielle Displaytechnik arbeitet mit ePaper und eIn, was eine wesentlich augenschonendere und weniger anstrengende Ansicht ermöglicht als herkömmliche Displays. Beleuchtete eBook-Reader erlauben zusätzlich das Lesen in allen erdenklichen Lichtverhältnissen, ganz ohne zu spiegeln.

Hinzu kommt, dass alle eBooks deutlich akkusparender sind, da sie beispielsweise keine Multimedia-Dateien verarbeiten müssen und das Display energiesparend funktioniert. Das macht Akkulaufzeiten von mehreren Wochen möglich.

Hier die Vor- und Nachteile eines eBook-Readers in der Übersicht:

  • Handlich und kompakt, daher perfekt geeignet für Lesebegeisterte, die regelmäßig unterwegs sind (Bildschirmdiagonale zwischen sechs und sieben Zoll)
  • Wer gerne klassische Literatur liest, spart deutlich Geld: Urheberrechtsfreie eBooks sind häufig völlig umsonst, insgesamt sind eBooks im Schnitt 20 Prozent günstiger als die Papierversion
  • Mit ihrer Online-Bibliothek machen e-Reader das Mit-Sich-Führen von rund 3.000 Büchern möglich
  • Einsteigermodelle sind schon günstig zu haben
  • Zusatzfunktionen wie Vokabeltrainer und Übersetzungshilfen unterstützen beim Lesen von fremdsprachigen Büchern
  • Schriftgröße, Zeilenabstände und Schriftart lassen sich nach Wunsch individualisieren, perfekt für Personen mit Sehschwächen
  • Bedeutet die Anschaffung eines zusätzlichen Endgeräts
  • Premiummodelle sind nicht allzu preiswert
  • Je nach Modell ein geschlossenes Ökosystem, sodass nicht jedes beliebige eBook auf den eigenen Reader geladen werden kann
  • Aktuelle Bestseller sind als eBook meist nur unwesentlich günstiger als die Papiervariante

2. eBook-Reader im Vergleich: Das können Kindle, Tolino und Co.

Heute gibt es mehr als ein Dutzend eBook-Reader-Marken. Selbst große Buchhändler wie die deutsche Kette Thalia oder der amerikanische Marktführer Barnes & Noble haben inzwischen ihre eigenen Geräte entwickelt. Wer aber den besten eBook-Reader bietet, lässt sich pauschal kaum beantworten.

Denn das hängt beispielsweise davon ab, ob Sie Wert auf einen günstigen eBook-Reader legen oder Ihnen zusätzliche Features wichtig sind. Deshalb haben wir eine Übersicht der verschiedenen Reader-Kategorien für Sie erstellt:

eBook-Reader-Art Eigenschaften
unbeleuchtete eBook-Reader
unbeleuchtete reader
  • meist günstige Einsteigermodelle
  • der unbeleuchtete Klassik-Kindle kostet beispielsweise nur um die 70 Euro
  • auch der Kobo Touch 2.0 fällt in diese Kategorie und Preisklasse
  • häufig gute Alternative, falls Käufer sich zunächst einmal an die Technologie herantasten möchten
  • allerdings nicht für Konsumenten geeignet, die regelmäßig im Freien oder Dunkeln lesen möchten
eBook-Reader mit Licht
ebook reader mit licht
  • integrierte Beleuchtung ist in den allermeisten Modellen inzwischen Standard
  • nicht nur zum abendlichen Lesen im Bett nützlich, sondern auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen im Freien
  • Kindle Paperwhite oder der eBook-Reader Tolino Shine bieten das schon für vergleichsweise wenig Geld
Premium eBook-Reader
premium reader
  • Premium eBook-Reader bieten HD-Retina-Displays, extrem hohe Auflösung, hochwertige Gehäuse für wasserfeste eBook-Reader und teils Zusatzfunktionen bei eBook-Readern mit offenem Android
  • beispielsweise Kindle Voyage, der eBook-Reader Tolino Vision 4 HD oder der Kobo ONE
  • teilweise auch eBook-Reader mit extra großem 8-Zoll-Display wie PocketBook InkPad
  • für Vielleser geeignet, die Wert auf ein optimales Lesererlebnis legen
eBook-Reader mit geschlossenen Systemen
geschlossenes system
  • betrifft vorranging die Kindle Reader von Amazon
  • hier kann der eBook-Download nicht von einer beliebigen Seite erfolgen, sondern nur vom Anbieter heruntergeladene eBooks können von der eBook-Reader Software dargestellt werden (dank eigenem Dateiformat und Kopierschutz)
  • beim Umstieg auf einen eBook-Reader eines anderen Herstellers können die bereits erworbenen eBooks also nicht übertragen werden
  • schränkt den Konsumenten beim Kauf ein, sorgt aber auch für ein extrem bedienfreundliches, perfekt abgestimmtes System
eBook-Reader mit offenen Systemen
offenes system
  • fast alle anderen Hersteller arbeiten mit ePub-Readern, die die gängigen Dateiformate ePub und Adobe DRM unterstützen
  • so kann nahezu jedes eBook gekauft und gelesen werden, egal von welchem Anbieter (außer Amazon)
  • gewährt dem Käufer große Auswahl und viele Freiheiten, bedeutet aber häufig einen komplizierten Einrichtungsprozess

Hinweis: Wer sein e-Book bearbeiten möchte, kann für eBook-Reader Freeware wie Calibre installieren. Damit lassen sich beispielsweise auch reguläre DOCX-Dateien in das ePub-Format konvertieren.

3. Die wichtigsten Funktionen eines eBook-Readers: Hochauflösendes Display und hilfreiche Zusatzfunktionen

Tolino oder Kindle, Sony eBook-Reader oder Kobo: Jeder eReader punktet mit anderen Vorzügen, über die Sie sich im Vorhinein Gedanken machen sollten. Sicherlich spielen für einige auch eher untergeordnete Kriterien wie die Farbe des eBook-Readers eine Rolle, einige Aspekte sind für eine komfortable und problemlose Nutzung allerdings essenziell. Daher sollten Sie auf folgende Punkte das größte Augenmerk legen:

3.1. Preis: Günstig kann ebenfalls überzeugen

ebook reader cover
Wer seinen eReader personalisieren und gleichzeitig schützen möchte, kann für jedes Modell passende Cover erwerben.

Natürlich spielt der Preis bei jedem Kauf eine entscheidende Rolle. Im Bereich der deutschen e-Book-Reader ist allerdings der besondere Fall anzutreffen, dass sich die günstigsten und teuersten Modelle nicht grundlegend in der Technologie unterscheiden.

Stattdessen erlauben inzwischen auch eReader aus dem Niedrigpreissegment ein angenehmes Leseerlebnis. Premium-ebook-Reader zu kaufen, sollte also gut überlegt sein, denn der Performance-Unterschied liegt hier lediglich im Detail.

3.2. Display: Retina für optimale Lesequalität

Die Qualität des verwendeten Displays ist der wesentlichste Faktor für die Lesequalität. Retina-Displays mit höchstmöglicher Auflösung machen es dem Auge leicht und belasten nicht. Auch die Frage, wie schnell sich beim Wischen über den Touchscreen die nächste Seite aufbaut, spielt hier eine Rolle.

3.3. Hilfreiche Features erhöhen das Lesevergnügen

Ein Kernmerkmal des e-Books ist – im Gegensatz zum Tablet – seine gezielte und eindeutige Nutzung. Hier sollen keine Filme geschaut oder Nachrichten versendet werden, sondern eBook-Reader sollen PDFs und ganz spezifische weitere Text- und Bilddateien darstellen.

Einige zusätzliche Goodies können das Lesen allerdings noch einmal deutlich angenehmer gestalten. Während die individuelle Einstellung des Schriftformats Standard ist, überzeugen einige eBook-Reader mit integrierten Wörterbüchern.

Ist eine Vokabel in einem fremdsprachigen Buch unbekannt, kann es durch einfaches Tippen übersetzt werden – sehr nützlich für Konsumenten, die viel nicht-deutschsprachige Lektüre lesen. Damit eBook-Reader auch für Kinder nutzbar sind, lässt sich an einigen Modellen mithilfe einer Kindersicherung der Zugriff auf den angeschlossenen Webshop begrenzen.

4. eBook-Reader-Test: Beim Kindle macht der Preis die Qualität, Tolino ist günstig und gut

Der letzte eBook-Reader-Test der Stiftung Warentest stammt aus dem Jahr 2015, umfasst aber bereits die meisten eReader, die auch aktuell auf dem Markt zu finden sind. Unterschieden wurde zwischen eBook-Readern für Adobe-Kopierschutz und solchen mit Amazon-Kopierschutz (also den Kindle eReadern). Getestet wurde in den Kategorien:

  • Bildqualität
  • Bücher laden
  • Handhabung
  • Vielseitigkeit
  • Konstruktion
  • Akku

In der ersten Kategorie stellt der Tolino Vision 2, das Vorgängermodell des Tolino Vision 4 HD, den eBook-Reader-Vergleichssieger mit einer Note von 1,5. Das zweitgünstigste Modell dieser Kategorie überzeugt vor allem mit makelloser Display-Qualität und einem leistungsstarken Akku. Relativ weit abgeschlagen landet mit dem Icarus Excel eine der teuersten Varianten auf dem letzten Platz und erreicht nur das Gesamturteil „befriedigend“. Vor allem Handhabung und Akkulaufzeit konnten im eBook-Reader-Test nicht überzeugen.

In der Kindle-Kategorie wurden nur zwei Modelle miteinander verglichen, der Kindle Voyage und der Klassik-Kindle. Der beliebte eBook-Reader Paperwhite dagegen wurde vernachlässigt. In diesem Fall kann mit dem Kindle Voyager das teurere Premium-Modell punkten, wobei auch hier Display und Akku Bestnoten bekommen. Der klassische Kindle dagegen erreicht in den Kategorien Bildqualität, Bücher laden und Vielseitigkeit nur ein befriedigend.

Insgesamt überzeugt die Handhabung der Kindle eBookReader, Kobo und Tolino bieten dafür selbst ohne Hülle wasserdichte eBook-Reader.

5. Fragen rund ums Thema eBook-Reader

5.1. Was ist besser: eBook-Reader oder Tablet PC?

Speicherplatzerweiterung: Überflüssige Sonderausstattung?

Bei Smartphones regt die fehlende Möglichkeit zur Speicherplatzerweiterung regelmäßig harte Kritik an. Auch nicht jeder eBook-Reader bietet Nutzern diese Möglichkeit, einige Modelle werben allerdings damit. Der interne Speicher beträgt bei allen Modellen jedoch schon um die 4 Gigabyte, was zur Speicherung von 2.000 bis 4.000 eBooks ausreicht. Für zusätzlichen Speicherplatz mehr Geld beim Kauf auszugeben, lohnt sich also in aller Regel nicht.

Wie eingangs bereits beschrieben, eignen sich beide Gerätearten für ganz unterschiedliche Dinge. Ein Tablet bietet im Prinzip sämtliche Funktionen eines regulären Computers, was auch das Lesen von eBooks mit speziellen Lese-Apps einschließt. Wer also nur in absoluten Ausnahmefällen einmal den ein oder anderen kurzen Text lesen möchte, ist mit einem Tablet ausreichend ausgestattet.

Wer aber regelmäßig digitale Bücher lesen möchte, wird aufgrund des nicht dafür ausgerichteten Displays beim Tablet schnell ermüden. Hier lohnt sich in jedem Fall der Kauf eines eReaders. Das Display ist hier nur am Rand mit einer Beleuchtung versehen, die eine dünne Folie anstrahlt, von der das Licht wiederum gestreut wird. So entsteht eine für die Augen deutlich angenehmere Beleuchtung, die auch das Lesen im Freien erleichtert.

5.2. Wie lade ich ein Buch auf den eBook-Reader?

Hierzu haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Sie können eBooks direkt über den eBook-Reader oder den PC herunterladen.

Im ersten Fall benötigen Sie lediglich den Reader und eine Internetverbindung via WLAN. So können Sie sich über den eReader unmittelbar im verknüpften Online-Store anmelden – beim Kindle ist das der Amazon eBook-Store, beim Tolino beispielsweise der Shop von Thalia.

wlan usb reader
eBooks können per WLAN oder USB auf den eReader geladen werden.

Sobald Sie hier ein Kundenkonto eingerichtet und Zahlungsdaten hinterlegt haben, können Sie das gewünschte eBook heraussuchen und es mit nur einem Klick kaufen. Wenige Sekunden später ist es auf Ihren Reader geladen und bereit gelesen zu werden.

Möglichkeit Nummer zwei schaltet den eigenen Computer zwischen. Sie loggen sich dazu ganz regulär über den Browser im betreffenden Online-Store ein, wählen genauso das passende Buch aus und laden es herunter. Nun befindet es sich auf Ihrem Computer und muss auf den eReader übertragen werden. Das bietet den Vorteil, dass (zumindest bei Adobe-basierten eReadern) auch eBooks aus anderen Shops als dem mit dem Reader verknüpften geladen werden können.
Die Kompatibilität ist bei eReadern für Windows, iOS und andere gängige Betriebssysteme gewährleistet.

5.3. Welcher eBook-Reader liest alle Formate?

Grundsätzlich lautet die Antwort hierauf: Keiner. Wie bereits ausführlich beschrieben, sind die beiden Kopierschutzarten von Adobe und Amazon nicht kompatibel und können so nicht gemeinsam genutzt werden.

Allerdings gibt es gewisse Einschränkungen. Der niederländische Hersteller Icarus beispielsweise unterstützt ein offenes Android-Betriebssystem, auf das wie auf ein Android-Smartphone verschiedenste Apps heruntergeladen werden können. Dazu gehört auch die Amazon Lese-App, die für Smartphones konzipiert wurde, so aber auch das Lesen von Amazon-eBooks auf einem Gerät mit Adobe-Kopierschutz erlaubt.

Auch die bereits erwähnte Freeware Calibre macht die Konvertierung unterschiedlicher Dateiformate unabhängig vom Kopierschutz möglich. Dieses Vorgehen ist aber nicht in jedem Fall legal.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (31 Bewertungen, Durchschnitt: 4,39 von 5)
Loading...