Polfilter Test 2020

Die besten Polfilter im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Polfilter filtern störende Reflexionen aus Bildern und sorgen für kontrastreiche und brillante Landschaftsaufnahmen.
  • Die Filter sind in sehr verschiedenen Qualitäten zu finden, die besten Polfilter sind hochwertig vergütet.
  • Messinggehäuse sind am hochwertigsten und leichtgängigsten, allerdings auch sehr teuer.

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Ansprechende und qualitativ hochwertige Fotografien aufzunehmen, ist ein erfüllendes Hobby, das mit einigen technischen Raffinessen aufwartet. Besonders Landschaftsbilder versinken schnell in Einheitsfarben, wenn die technischen Voraussetzungen für kontrastreiche Aufnahmen nicht erfüllt sind.

Diesem Problem begegnet der Polfilter, den es von unterschiedlichen Herstellern und in unterschiedlichen Qualitäts-Kategorien zu kaufen gibt. Nachfolgend erklären wir Ihnen nicht nur die Funktionsweise und korrekte Anwendung des Polfilters, sondern zeigen Ihnen die Unterschiede der verschiedenen Produkte auf, die Sie auf dem Markt finden können.

1. Einsatz und Benutzung von Polfiltern

polfilter-anwendung
Auch die moderne Fotografie kommt ohne Polfilter nicht aus.

Polfilter – oder Polarisationsfilter – sind auch in Zeiten der digitalen Nachbearbeitung von Fotografien nicht gänzlich wegzudenken.

Zwar können viele Korrekturen hinterher am Bildschirm vorgenommen werden, wie zum Beispiel Bildbereiche aufzuhellen oder abzudunkeln, Kontraste zu verschärfen, Farbveränderungen vorzunehmen oder das Bild weich zu zeichnen. Auch das beste Computerprogramm kann aber nur mit den Daten arbeiten, die vorhanden sind.

Einen Polfilter, der noch vor der Aufnahme der Bilddatei bestimmte Lichtwellen herausfiltert oder verstärkt, kann ein Programm daher nicht ersetzen.

1.1. Was ist ein Polfilter und wie funktioniert er?

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Die Reflexionen des glänzenden Holzes (links) wurden mithilfe eines Polfilters graduell herausgefiltert.

Um die Funktionsweise des Polfilters zu verstehen, müssen Sie sich vor Augen halten, dass die Lichtwellen in einem bestimmten Winkel auf Ihre Kamera treffen. Wird Licht von Oberflächen reflektiert, verändert es diesen Winkel.

Dieses Phänomen kann man sich in der Fotografie zunutze machen und mithilfe eines Polfilters Licht herausfiltern, das in bestimmten Winkeln auf den Filter auftrifft. Damit erreichen Sie eine höhere Farbbrillanz und tiefere Sättigung, härtere Kontraste und können Dunst verringern.

Unerwünschte Reflexionen können Sie mitunter gänzlich entfernen. In der Landschaftsfotografie sind Polfilter aus diesem Grund Teil der Standardausrüstung.

Besonders in folgenden Fällen kann ein Polarisationsfilter für die Kamera gute Dienste leisten:

  • Bei dunstiger Witterung kann das von Luftpartikeln reflektierte Licht herausgefiltert und ein klarerer und stärkerer blauer Himmel aufgenommen werden. Ein Polfilter ersetzt damit einen UV-Filter.
  • Auch bei klarem Wetter können Sie den Kontrast des blauen Himmels und beispielsweise von Wolken mit einem Polfilter erhöhen.
  • Grüne Blätter reflektieren Licht und wirken auf Aufnahmen schnell grau. Mit einem Polfilter können Sie das Grün verstärken, indem das reflektierte Licht herausgefiltert wird.
  • Auch das Licht eines Regenbogens ist stark polarisiert und kann mit einem Polfilter entweder verstärkt oder vollständig gefiltert werden.
  • Bei allen Aufnahmen, in denen es zu Spiegelungen kommt, können Sie mithilfe des Polfilters die Spiegelungen entfernen und im Fall von Wasser oder Glas die dahinterliegenden Lichtquellen hervorheben. So können Sie beispielsweise Fische im Wasser ablichten, die ohne Filter aufgrund der Spiegelungen nicht sichtbar wären.

Nicht immer funktioniert das einwandfrei, da auch andere Faktoren die Lichtverhältnisse so beeinflussen können, dass sich mit einem Fotofilter nichts ausrichten lässt. Dazu gehören der Sonnenstand und die Frage, wie dicht die Wolkendecke ist.

Es gibt drei verschiedene Arten bzw. Typen von Kamera-Polfiltern, von denen allerdings im Moment fast nur noch der zirkuläre Polfilter von praktischer Relevanz ist.

In der nachfolgenden Tabelle erklären wir Ihnen die Unterschiede zwischen linearem, zirkulärem und digitalem Polfilter für Kameras.

Art des Polfilters Merkmale
Linearer Polfilter
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Lineare Polfilter lassen nur Licht einer bestimmten Richtung durch.
Moderne Mess- und Optiksysteme haben damit Probleme und können bspw. nicht mehr fokussieren. Für Spiegelreflexkameras mit Autofokus sind sie daher nicht geeignet.
Heutzutage sind kaum mehr lineare Polarisationsfilter für Kameras zu finden.
Zirkulärer Polfilter
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Zirkuläre Polfilter (auch CPL genannt) umgehen die Probleme des linearen Polfilters und zirkulieren das Licht, nachdem eine bestimmte Polarisationsrichtung absorbiert wurde.
Für Spiegelreflexkameras, aber auch System- und Kompaktkameras kann dieser Filter eingesetzt werden.
Digitalpolfilter
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Digitalpolfilter unterscheiden sich in der Funktionsweise nicht grundsätzlich von zirkulären Polfiltern.
Oft sind sie höherer Qualität und für die Ansprüche digitaler Spiegelreflexkameras geeignet.

Hier sind einige Vor- und Nachteile geklärt:

  • hohe Kontraste erreichen Sie am besten mit Polfiltern
  • hohe Farbbrillanz
  • störende Reflexionen werden herausgefiltert
  • schlucken Licht
  • dunklere und grauere Farbtöne im Bild

1.2. Wie benutzt man einen Polfilter?

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Höhere Bildkontraste am Himmel erreichen Sie mit einem Polfilter.

Den Polfilter schrauben oder stecken Sie zunächst auf Ihr Objektiv. Der Filter kann anschließend noch gedreht werden, sodass Sie im Sucher den Winkel des Filters optimal einstellen bzw. die Lichtbrechung kontrollieren können.

Die stärksten Effekte erreichen Sie, wenn Sie ihn in einem Winkel von 90 Grad zur Sonne einsetzen. Eine Gegenlichtblende ist übrigens nur noch dann erforderlich, wenn Sie genau gegen das Licht fotografieren. Der Polarisationsfilter ersetzt sie ansonsten. Bei jedem neuen Bildmotiv müssen Sie den Polfilter richtig einstellen.

Tipp: Denken Sie daran, dass ein Polfilter Ihrem Bild Licht nimmt. Sie können mit 2 Blenden rechnen, bzw. müssen von einer zwei- bis vierfach längeren Belichtungszeit ausgehen, die unter Umständen ein Stativ nötig werden lässt. Alternativ können Sie auch den ISO-Wert des Filmmaterials erhöhen. Bei dunklen Lichtverhältnissen müssen Sie überlegen, inwiefern ein Polfilter günstig ist.

2. Kaufberatung 2020: Darauf sollten Sie beim Kauf eines Polfilters achten

Polfilter im Test

Die Stiftung Warentest hat sich lange nicht mit Polfiltern beschäftigt. Auch ein ausführlicher Polfilter-Test steht noch aus.

Wenn Sie für Ihre Kamera einen Polfilter kaufen möchten, finden Sie eine große Auswahl an Filtern – von verschiedenen Herstellern, in verschiedenen Größen und Qualitäten. Dass es neben den zirkulären noch lineare und digitale Polfilter gibt, hatten wir bereits erörtert (Punkt 1.1.).

In den meisten Fällen sind es zirkuläre Polfilter, auf die Sie zurückgreifen werden. Worauf Sie ansonsten noch achten sollten, ohne selbst einen Polfilter-Test durchführen zu müssen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

2.1. Filterdurchmesser

Zunächst müssen Sie einen Filter aussuchen, der auf Ihr Objektiv passt. Es gibt 58-mm-Polfilter bis hin zu Polfiltern für 77-mm-Objektive. Auch Weitwinkelobjektive können Sie mit einem Polfilter ausstatten, auch wenn die Anwendung nicht immer anzuraten ist. Im Vergleich dieser Polfilter zeigt sich, dass sie deutlich dünner sind als etwa normale Polfilter für 62-mm-Objektive.

Tipp: Mit einem Step-up-Ring, den Sie für Ihr Objektiv erstehen können, lassen sich die Filter anderer Durchmesser an verschiedenen Objektiven nutzen. Dieser Adapter ist oft deutlich günstiger als ein neuer Polfilter.

2.2. Material

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Ein passender Polfilter gehört zur Standardausrüstung ambitionierter Fotografen und Fotografinnen.

Polfilter werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Üblich sind folgende Stoffe:

  • Aluminium hat den Vorteil, sehr leicht zu sein. Das Gewinde fällt allerdings schwergängiger aus.
  • Metallgewinde sind leichtgängiger, dafür aber deutlich schwerer.
  • Polfilter-Vergleichssieger bestehen meist aus Messing, da das Gewinde äußerst leichtgängig, robust und nicht schwer ist.

2.3. Vergütung

Bei der Vergütung des Filters handelt es sich um die Entspiegelung des Glases, wie Sie sie auch von Brillengläsern kennen. Hochwertige Polfilter sind mindestens einfach vergütet und lassen dadurch mehr Licht hindurch. Ihre Bilder gewinnen an Qualität. Achten Sie daher auf die Hinweise HMC oder HMC ghostless. Eine zusätzliche Nano-Vergütung ist schmutz- und wasserabweisend.

2.4. Steck- oder Schraubgewinde

Ob Sie ein Steck- oder Schraubgewinde für Ihren Polfilter bevorzugen, ist Geschmackssache. Besonders bei günstigen Modellen kann es bei Steckgewinden vorkommen, dass sie nicht völlig abdichten und noch Licht an das Objektiv lassen. Mit einem Schraubgewinde sind Sie auf der sicheren Seite.

3. Die wichtigsten Fragen im Überblick

3.1. Welche Marken und Hersteller von Polfiltern gibt es?

Eine ganze Reihe an Herstellern hat sich auf die Produktion von Polfiltern spezialisiert. Zu den bekanntesten Herstellern von Polfiltern wie Walimex kommen Polfilter von b+w, Haida, Hama, Hoya, Heliopan, Lee, Cokin, Zeiss, Käsemann oder Rodenstock dazu.

Die Filter sind herstellerunabhängig, sie können daher alle diese Polfilter etwa mit einer Canon-Kamera verwenden, genauso wie Sie auch einen Hama-Polfilter auf einer Nikon-Kamera benutzen können.

3.2. Eignen sich Polfilter für Weitwinkelobjektive?

Für Weitwinkelobjektive eignen sich Polfilter nur bedingt. Da auf einem großen Bildausschnitt immer auch Bereiche unterschiedlich polarisierten Lichts enthalten sind, kann die Benutzung eines Polfilters dazu führen, dass beispielsweise der Himmel auf Bildern fleckig erscheint.

Empfohlen werden Polfilter daher auf Objektiven bis höchstens 26 mm, für 62 bis 52 mm sind Polfilter gut geeignet. Spezielle Slim-Polfilter mildern den Effekt etwas ab und sind für extremere Weitwinkelobjektive besser geeignet.

3.3. Gibt es polarisierte Sonnenbrillen?

Ja, es gibt auch Sonnenbrillen, die mit polarisierten Gläsern ausgestattet sind. Diese Brillen sind besonders bei Anglern beliebt, die damit Fische unter der Wasseroberfläche besser ausmachen können.

3.4. Sind Polfilter wasserabweisend und kratzfest?

Nicht alle Filter sind wasserabweisend und kratzfest, achten Sie daher auf die Hinweise des Herstellers. Zum Schutz Ihres Objektivs eignen sich Polfilter nur bedingt, da Sie ähnlich wie leichte Graufilter bzw. ND-Filter Licht absorbieren. Daher sollten sie nur zum Einsatz kommen, wenn Sie wirklich auf die Effekte des Filters zurückgreifen möchten.

3.5. Wie reinigt man Polfilter?

Für die Reinigung Ihrer Objektivfilter verzichten Sie am besten auf Reinigungsmittel und Chemikalien. Nutzen Sie stattdessen ein sauberes und weiches Mikrofasertuch. Sollten die Verschmutzungen sehr stark sein, können Sie auch ein mit Wasser angefeuchtetes Tuch verwenden.

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