Datum: | Tests 2016, WT-News

verkabelter Laptop

Wer ein Notebook stationär und portabel einsetzt, kennt das Problem: Für den Transport müssen extern über USB, LAN, Audio angeschlossene Geräte und ein extern angeschlossener Monitor immer ausgesteckt werden, bevor das Notebook wirklich mobil ist. Dockingstationen lösen das Problem, sind aber für Consumer-Geräte oft nicht oder nur zu horrenden Preisen erhältlich. Wir haben uns daher universelle und bezahlbare Alternativen in Form der USB 3.0 Dockingstationen von i-tec angeschaut.

Anmerkung: Die beiden vorgestellten Geräte wurden als Privatkunde für den Eigenbedarf über Amazon bestellt und nicht vom Hersteller gestellt oder extra angefordert.

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Das Problem

Viele Besitzer von Notebooks setzen die Geräte vor allem stationär ein, verbinden auf dem Schreibtisch das Gerät über USB mit Drucker, externen Festplatten, Soundsystemen, externen Bildschirmen und LAN-Kabel. Damit ist das Gerät von allen Seiten regelrecht am Schreibtisch festgekettet.

verkabelter Laptop

verkabelter Laptop, Fotolia, Jürgen Schanz

Will man das Notebook dann doch an einem anderen Ort verwenden, bedeutet dies erstmal fleißig Stecker ziehen, was auf Dauer nicht nur nervt, sondern auch die Lebensdauer der Schnittstellen und Stecker beeinträchtigt. Auch vergessene Stecker rächen sich, wenn man beim Weglaufen den halben Schreibtisch abräumt oder schlimmstenfalls Gerät oder Schnittstelle durch das Wegtragen ohne vorheriges Entfernen eines Kabels beschädigt. Externe Festplatten fallen dabei gerne mal vom Tisch und sind hinüber.

Eleganter sind hier Dockingstationen, welche alle Anschlüsse aufnehmen und sich mit dem Notebook meist über einen Mechanismus am Boden oder hinten am Gerät verbinden. Viele Hersteller von Notebooks bieten solche Dockingstationen an, meist aber nur für die Business-Serie ihrer Geräte und dies auch noch zum stolzen Preis.  Dazu kommt, dass diese Geräte oft an das Notebook gebunden und mit neueren Geräten eventuell nicht kompatibel sind, von der Nutzung mit Geräten anderer Hersteller ganz zu schweigen.

 

Microsoft hat für seine Surface-Tablets eine passende Lösung mit dem Surface Dock im Angebot, dies sogar zum erschwinglichen Preis.

Surface Dock

Surface Dock

Die Lösung

Dank USB 3.0 und den damit theoretisch möglichen Übertragungsraten von bis zu 640 Mbyte/sec  sind heute Kombilösungen im Handel, welche die meisten Probleme lösen und alle notwendigen Anschlüsse wie USB, LAN, Audio und sogar Anschlüsse für externe Bildschirme über ein einziges USB-3.0-Kabel übertragen. Die Technik dahinter nennt sich DisplayLink und erlaubt neben Übertragung von Gigabit-Netzwerk, USB und Audio auch die Übertragung von Displays bis zu einer 4K-Auflösung. Neben denen für Windows (ab Windows7) werden vom Hersteller der Technik auch Treiber für andere Systeme zur Verfügung gestellt. Damit ist es sogar möglich, ergänzend zur Grafikschnittstelle des Notebooks – derzeit in aller Regel HDMI – weitere Displays an das Notebook anzuschließen. Wie viele Displays und mit welcher Auflösung diese betrieben werden können, das bestimmt der in der Hardware verwendete Chipsatz, so dass man die Datenblätter von Geräten mit DisplayLink-Technologie genau studieren sollte. Im Prinzip wird ein weiterer, virtueller Bildschirmanschluss für die vorhandenen Grafikkarte installiert. Das Bild wird dabei komprimiert, weicht in Farben und Schärfe eventuell minimal vom Original ab und kann auch eine gewisse Latenz besitzen, für normale PC-Aufgaben ist das aber mitunter keine nennenswerte Einschränkung. Eine genaue Erklärung der technischen Hintergründe finden Sie bei Comptech-Info.de.

Unser Einkauf

Für diesen Text suchten wir zum Anschluss eines Toshiba-Notebooks eine geeignete USB 3.0 Dockingstation und wurden zunächst bei dem Modell i -tec USB 3.0 Dual Docking Station mit der Modellbezeichnung U3HDMIDVIDOCK fündig.

Die Dockingstation U3HDMIDVIDOCK bietet neben HDMI und DVI-Anschluss, Audioeingang und -ausgang sowie Gigabit-LAN noch zwei USB-3.0- und vier USB-2.0-Anschlüsse.

i-tec USB 3.0 Dual Docking Station

i-tec USB 3.0 Dual Docking Station, Bildquelle: i-tec

Das Gerät wird mit einem Standfuß ausgeliefert und war nach dem Anschluss sofort betriebsbereit. Selbst ohne die Treiber-CD erkannte Windows 10 die Schnittstellen. Das Gigabit-LAN war bei der Übertragung dabei genauso schnell wie bei einer Verbindung über die Gigabit-LAN-Schnittstelle am Gerät selbst. Auch ein Monitor konnte über DVI anschlossen als weiterer Bildschirm im erweiterten Modus (Desktop vergrößern) als gespiegelt genutzt werden.

i-tec USB 3.0 Dual Docking Station

i-tec USB 3.0 Dual Docking Station, Bildquelle: i-tec

Für unseren Einsatzzweck sollten allerdings zwei externe Bildschirme gleichzeitig angeschlossen werden, welche nur DVI oder DisplayPort als Anschluss bieten.  Ein Kabel aus unserem Fundus von DisplayPort auf HDMI funktionierte nicht, da diese Kabel nicht in beide Richtungen kompatibel sind. Wir würden daher ein anderes Kabel benötigen, welches schon über 20 Euro kostet.

Unsere zweite Wahl fiel daher auf die i-tec USB 3.0 Metal Docking Station mit der Typenbezeichnung U3METALDOCK, welche neben DVI und HDMI auch DisplayPort in einem schicken Metallgehäuse bietet.

Diese Dockingstation U3METALDOCK hat zwar nur drei USB-3.0-Schnittstellen, was über den Anschluss eines Hubs an einem der Ports aber kein Problem darstellte. Dafür können zwei der drei Schnittstellen immer gleichzeitig genutzt werden.

i-tec USB 3.0 Metal Docking Station

i-tec USB 3.0 Metal Docking Station, Bildquelle: i-tec

i-tec USB 3.0 Metal Docking Station

i-tec USB 3.0 Metal Docking Station , i-tec USB 3.0 Dual Docking Station

Falls Bildschirme an einen HDMI- und DisplayPort gleichzeitig angeschlossen werden, bevorzugt die Dockingstation automatisch den DisplayPort und der HDMI-Port wird abgeschaltet.

Beide Dockingstations können übrigens auch von hinten unter ein Notebook geschoben werden.

i-tec USB 3.0 Metal Docking Station

i-tec USB 3.0 Metal Docking Station, Bildquelle: i-tec

Praxistest

Beide Dockingstationen erfüllten genau die Anforderungen und bieten jeweils sogar einen USB-3.0-Anschluss, welcher nach BC 1.2-Sepzifikation auch Ladestrom für Tablets oder Smartphones liefert. Die Dockingstationen sind leider immer unter Strom, besitzen keine automatische Ein- bzw. Ausschaltung über einen USB-3.0-Impuls, was technisch sicher möglich gewesen wäre. So ist man darauf angewiesen, über eine Steckdose mit Schalter alles einzuschalten..

Uns war es trotz Anschluss von Displays über DVI und DisplayPort nicht möglich, zwei verschiedene externe Bildschirme zu erzeugen, sprich den Hauptschirm des Notebooks auf einem externen Display  und das andere Display als erweiterten Bildschirm zu nutzen. Windows zeigte uns stets die beiden externen Bildschirme als einen weiteren an und spiegelte damit das Bild auf den beiden externen Bildschirmen oder nutzte beide für eine Erweiterung. Erst als wir das zweite Display auch über DVI (HDMI auf DVI) angeschlossen hatten, erkannte Windows die beiden Schirme als weitere Anzeigeflächen.

3 Bildschirme

3 Bildschirme

Damit können alle drei Bildschirme oder nur zwei genutzt werden, wobei das Display des Notebooks dann auf 1 oder 2 gespiegelt wird. Den Deckel des Notebooks haben wir dabei geschlossen und Windows so eingestellt, dass das System hierbei nicht herunterfährt (Systemsteuerung, Energieoptionen).

Energieoptionen

Energieoptionen

Energieoptionen

Energieoptionen

Bei der Nutzung fielen uns keine Probleme auf. HD-Streams liefen auf einem Schirm, während auf dem anderen Schirm gearbeitet wurde (Office). Die Farben wichen vom „normalen“ Anschluss minimal ab, was aber nur im direkten Vergleich deutlich wurde. Als Basis diente aber auch ein System mit i7-CPU. Bei schwächeren CPUs wie den Atom-Prozessoren von günstigen Tablets kann das Ergebnis schlechter – eventuell mit Aussetzern – ausfallen, wenn die CPU viel Last hat.

Spieletauglichkeit

Die Spieletauglichkeit wurde nur am Rande bewertet, da diese für die Anschaffung der Dockingstation nicht ausschlaggebend war. Dennoch haben wir uns gewagt und Act of Aggression sowohl über die Ausgabe auf einem Bildschirm mit DisplayLink wie auch ohne externen Schirm direkt auf dem Display des Notebooks die optimalen Spieleinstellungen finden lassen. Beide Male zeigte sich die Testroutine unbeeindruckt und wählte die gleichen Einstellungen.

In Foren, auf Amazon und auch im Supportbereich von DisplayLink selbst wird aber von massiven Performanceproblemen und technischen Problemen durch Vollbildzugriff bei Spielen berichtet, so dass wir von einer Nutzung für diesen Anwendungszweck eher abraten. Es würde sich aber anbieten, in dem Fall das HDMI-Kabel, welches hier von der Dockingstation an den Bildschirm (DVI) geht, direkt an das Notebook anzuschließen und so Performanceengpässe bei Spielen zu umgehen.

Fazit

Für knapp 90 Euro bieten beide Dockingstationen viel Komfort fürs Geld und lösen auf elegante Weise die häufigsten Probleme von Notebook-Besitzern. Ein Kabel verbindet alle externen Geräte, LAN und Audio mit dem Notebook und selbst externe Bildschirme.